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Nidwalden hat ein Auge auf psychische Probleme bei Flüchtlingen

Der Suizid eines afghanischen Flüchtlings führte zu einem Auskunftsbegehren im Landrat über die Früherkennung von psychischen Problemen bei geflüchteten Menschen. Dieses wurde am Mittwoch im Parlament beantwortet.
Philipp Unterschütz
Archivbild zum Thema Gesundheit. (Bild: KEYSTONE/Christian Beutler)

Archivbild zum Thema Gesundheit. (Bild: KEYSTONE/Christian Beutler)

Mitte November sorgte der Suizid eines 22-jährigen afghanischen Flüchtlings in Buochs für Betroffenheit. Zwar ist der Grund dafür unklar, der Vorfall war aber Anlass für ein einfaches Auskunftsbegehren von Landrätin Sandra Niederberger (SP Hergiswil) zur Früherkennung von psychischen Problemen bei geflüchteten Menschen in Nidwalden.

In ihrer Antwort hielt Regierungsrätin Michèle Blöchliger am Mittwoch fest, dass in Nidwalden Personen im Asyl- und Flüchtlingsbereich, die eine grössere oder anspruchsvollere Begleitung, Betreuung oder Beratung brauchen, durch eine Sozialpädagogin (60-Prozent-Pensum) und/oder durch einen Sozialarbeiter (100-Prozent-Pensum) begleitet würden. Zeige sich bei der Einreise bei der Befragung zur Gesundheit durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) ein Krankheitsbild, werde die Akte dem Kanton weitergeleitet und die Person in Nidwalden dem Arzt übermittelt. Weiter sagte die Gesundheits- und Sozialdirektorin, dass alle Personen beim Eintrittsgespräch im Kanton nochmals zur Gesundheit befragt werden. Dabei würden auch Fragen zu posttraumatischen Störungen gestellt. Im Gespräch werde den Personen zudem das Gesundheitssystem erklärt, insbesondere der Zugang zu Ärzten.

Da Nidwalden aufgrund der Grösse keine Fachperson Gesundheit anstellen könne, sei die intensive Zusammenarbeit mit den beiden für das Amt für Asyl und Flüchtlinge zuständigen Hausärzten zentral. Personen mit psychischen Problemen werden laut Michèle Blöchliger vom Hausarzt an einen Psychiater weitergeleitet, das Amt werde aber aufgrund des Arztgeheimnisses nicht über die Diagnose informiert. Bei sprachlichen Problemen könnten die Ärzte Dolmetscher anfordern, was sich sehr bewährt habe, da bei den persönlichen Krankheitsgeschichten das Arztgeheimnis gewährleistet bleibe.

Kein Handlungsbedarf nach dem Suizid

Auf Anfrage unserer Zeitung teilte Michèle Blöchliger zudem mit, dass bei einem kürzlichen Besuch beim Bistro Interculturel der Freitod des Flüchtlings ebenfalls ein Thema war. Auch seien intern die entsprechenden Prozesse nach dem Suizid kritisch beleuchtet worden. Es bestehe kein Handlungsbedarf. (unp)

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