Nidwalden hatte 2019 ein Tourismusrekordjahr

Im vergangenen Jahr verbuchte der Nidwaldner Tourismus mehr als 330'000 Logiernächte.

Kurt Liembd
Drucken
Teilen

Die GV von Nidwalden Tourismus, die am vergangenen Donnerstag im Seerausch stattfand, stand unter ganz speziellen Vorzeichen. «Wir sind froh, dass wir die Versammlung überhaupt physisch durchführen können», sagte ein erleichterter Präsident Josef Lussi. Sie war im April geplant gewesen und musste coronabedingt verschoben werden. Dafür wurden nur 70 Personen zugelassen, alle Stühle waren angeschrieben und wurden mit den nötigen Abständen platziert. Auch der Begrüssungstanz durch die Kindertrachtengruppe Beckenried fiel ins Wasser, dafür spielten deren Trachtenmusikanten Daniel Waser, Manuel Odermatt (beide Handorgel) und Fredy Gabriel (Bass).

«Wir dürfen auf ein abwechslungsreiches, anspruchsvolles und interessantes Tourismusjahr zurückblicken», sagte Präsident Josef Lussi in seinem Jahresbericht. So sei Nidwalden Tourismus auch in verschiedenen überkantonalen Institutionen vertreten wie dem Verein Waldstätterweg, «Holztour», «Schweiz Mobil» und vielen mehr. Unter den zahlreichen Events und Marketingaktivitäten gab es nur einen Wermutstropfen: Das Pilotprojekt Hotelticket Nidwalden musste auf Ende Jahr wegen fehlender Nachfrage eingestellt werden.

Chinesen waren die grösste Touristengruppe

Ein Blick in die Zahlen zeigt Erfreuliches. So wurden 2019 in Nidwalden 330'980 Logiernächte verbucht, das sind 2402 mehr als 2018 (+0,7 Prozent). Ein Blick noch weiter zurück: 2017 verzeichnete Nidwalden 240'658 Logiernächte und 2016 bloss 215'012. Auch ein Vergleich mit andern Innerschweizer Kantonen darf sich sehen lassen. Obwalden verzeichnete 638'622 Logiernächte (-5,2 Prozent), Zug 278'756 (-7,8 Prozent) Schwyz 566'849 (+0,4 Prozent) und Uri 297'279 (+16,4 Prozent).

Den grössten Gästeanteil bilden Schweizer (143'360 Logiernächte), gefolgt von China (39'831), Deutschland (35'000), Saudi-Arabien (4299) und Thailand (2326). Die beiden Verantwortlichen für Marketing und Administration auf der Geschäftsstelle, Fabienne Amstutz und Christina Bucher, liessen die Aktivitäten nochmals Revue passieren und stellten die Aktivitäten 2020 vor, welche teilweise wegen Corona ins Wasser fallen.

Auch finanziell erfolgreich unterwegs

Aus dem Vorstand zurückgetreten sind Roland Blättler, seit kurzem Präsident der SVP Nidwalden, sowie Caroline Winter, die sich im Vorstand um das Ressort Bürgenstock kümmerte. Sie wurden nicht ersetzt. Alle übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Es sind dies Präsident Josef Lussi, Vizepräsident Peter Wyss, Markus Barmettler, Pietro Brand, Christoph Keiser, Urs Waser und Petra Liem.

Auch wenn der Vorstand ein eingefleischtes, erfolgreiches Team ist, bleibt ein kleiner Wermutstropfen: Dass es nämlich nicht gelungen ist, einen neuen Präsidenten und Vizepräsidenten aufzubauen, da Josef Lussi und Peter Wyss eigentlich hätten zurücktreten wollen. Damit sie nun für eine weitere Amtsdauer wiedergewählt werden konnten, mussten vorgängig die Statuten angepasst werden, da diese eine Amtszeitbeschränkung von acht Jahren vorsehen. Die Versammlung genehmigte diese Statutenänderung aber diskussionslos und sprach den Gewählten einen grossen Dank aus für ihre ehrenamtliche Arbeit aus. Auch finanziell war Nidwalden Tourismus im letzten Jahr erfolgreich unterwegs, konnte Kassier Peter Wyss doch einen Reingewinn von über 20'000 Franken ausweisen. Dies ist umso erstaunlicher, da der Personalaufwand (157'000 Franken) in den letzten Jahren überdurchschnittlich gestiegen ist und heute über einen Drittel der Einnahmen ausmacht.

Tourismus liegt ihnen am Herzen (von links): Jost Kayser, Vizepräsident Peter Wyss und Präsident Josef Lussi.

Tourismus liegt ihnen am Herzen (von links): Jost Kayser, Vizepräsident Peter Wyss und Präsident Josef Lussi.

Bild: Kurt Liembd (Beckenried, 3. September 2020)

Corona: Tourismus äusserst hart getroffen

Im Anschluss an die Versammlung standen zwei Kurzreferate auf dem Programm. Angela Steffen von der Hochschule Luzern (HSLU) orientierte über das Forschungsprojekt «Vision und Destinationsentwicklung Luzern und Vierwaldstättersee». An diesem laufenden Projekt ist auch Nidwalden Tourismus beteiligt. Jost Kayser, Sekretär der Volkswirtschaftsdirektion Nidwalden, orientierte über die Auswirkungen von Corona auf den Nidwaldner Tourismus und wie die Tourismusförderung in Nidwalden funktioniert. Sein Fazit: «Die Coronakrise hat die Tourismusbranche in Nidwalden äussert hart getroffen.» Jost Kaysers Blick in die Zukunft ist jedoch optimistisch und er sagte:

«Wir hoffen, dass das Schlimmste hinter uns liegt und sich die Situation schnell und nachhaltig bessern wird.»