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NIDWALDEN: Hereinspaziert in die Welt der Berufe

Die Lehrbetriebe öffneten gestern ihre Türen für den Nachwuchs. Die Aktion des Gewerbeverbandes stiess auf beiden Seiten auf grosses Echo.
Melissa Baumgartner versucht sich als Wohntextilgestalterin. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Melissa Baumgartner versucht sich als Wohntextilgestalterin. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Matthias Piazza

Die Aufgabe ist nicht ohne: Einen Krug sollen die Schülerinnen abzeichnen und dabei möglichst auch die Proportionen und Perspektiven beachten. Später dürfen sie dann einen Stoffbeutel nähen. Die drei Oberstufenschülerinnen sind an diesem Nachmittag zu Besuch beim Stanser Atelier Mack, um einen ersten Einblick in den Beruf der Wohntextilgestalterin und dessen Arbeitsumfeld zu gewinnen. Melissa Baumgartner, gerade fleissig am Zeichnen, ist von diesem halbtägigen Angebot «Berufsbildung öffnet Türen» begeistert. «Nähen interessierte mich schon immer. Ein solcher Nachmittag hilft mir bei der Berufswahl. Da weiss man vielleicht schon, ob sich eine Schnupperlehre auf diesem Beruf lohnt oder nicht.»

Erleben, statt nur darüber zu lesen

«Wir bieten heute eine abgespeckte Version der Schnupperlehre», bestätigt Geschäftsinhaberin Floriana Erismann, die den Berufsnachmittag als eine gute Sache betrachtet und bereits im vergangenen Jahr mitmachte. «Die Schüler können in der ersten und zweiten Oberstufe während ein paar Stunden in einen Beruf reinschauen. Das genügt oft, um zu wissen, ob einem der Beruf zusagt oder nicht und ob man sich die Schnupperlehre schenken kann.» Ein Anliegen ist ihr, dass die Schülerinnen an diesem Nachmittag selber aktiv werden können. «Wir bilden in einem kreativen Beruf aus, da kann ich nicht nur zwei Stunden referieren» auch wenn sie zuvor über den Beruf und die Ausbildung informierte und auch Fragen der Schülerinnen und ihrer anwesenden Mütter beantwortete.

Als grossen Vor­- teil gegenüber den Berufsinformationstagen des Kantons (BIT) empfindet sie die Tatsache, dass bei der Aktion des Nidwaldner Gewerbeverbandes sich mehrere Betriebe desselben Berufes vorstellen können.

Schnupperlehre in kompakter Form

Das Atelier Mack ist einer von rund 80 Lehrbetrieben, der gestern Nachmittag seine Türen den Nidwaldner Siebt- und Achtklässlern öffnete. Hinter der Aktion steht der Nidwaldner Gewerbe­verband. «Damit können die Betriebe den potenziellen Lehrlingen den Beruf näherbringen, ihnen die Sonnen- und Schattenseiten aufzeigen, die Arbeit vorstellen», erklärt Edi Engelberger (Junior), Präsident des Nidwaldner Gewerbeverbandes. Wie auch an der ersten Ausgabe im vergangenen Jahr sei es auch dieses Mal kein Problem gewesen, die Betriebe für den Anlass, der übrigens am 10. Juni nochmals durchgeführt wird, zu begeistern. Mit über 80 Unternehmen ist das Spektrum an Berufen entsprechend gross und reicht vom Anlagen- und Apparatebauer über Fachfrau Gesundheit, den Landwirten bis hin zum Zimmermann. Solche Berufs- und Betriebseinblicke seien wichtig, denn weder Broschüren noch das Internet könnten eigene Erfahrungen und Eindrücke ersetzen.

Kampf um Lehrlinge

Das Projekt «Berufsbildung öffnet Türen» soll dabei auch den Betrieben helfen, ihre Lehrstellen besetzen zu können. «Wegen der geburtenschwachen Jahrgänge wird der Kampf um Lehrlinge grösser. Daneben wollen wir den Jugendlichen auch weniger bekannte Berufe näherbringen und ihnen damit auch Alternativen aufzeigen, falls es mit der favorisierten Lehrstelle nicht klappt, weil diese vielleicht von Bewerbern völlig überschwemmt wird», sagt Edi Engelberger. So hätten Betriebe vor allem Mühe, Sanitär- oder Kochlehrlinge zu finden.

Dabei verstehe man sich nicht als Konkurrenz zum Kanton, der sehr gute Arbeit im Berufswahlprozess leiste, so etwa mit dem Berufsinformationstag, wo die Schulabgänger ebenfalls Betriebe besichtigen können. «Wir arbeiten mit dem Amt für Berufsbildung eng zusammen und betrachten unser Angebot als wertvolle Ergänzung», erklärt der Geschäftsleiter der Engelbergerdruck AG, wo die Berufe des Drucktechnologen, der Polygrafin und des Printmedienverarbeiters vorgestellt werden.

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