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NIDWALDEN: Hilfe in der Landwirtschaft tut oft not

Der wirtschaftliche Druck macht vielen Bauernfamilien zu schaffen. Als Unterstützung bei der Suche nach Hilfe ist nun eine regionale Ansprechstelle geplant.
Matthias Piazza
Ein Milchbauer bei der Arbeit (Symbolbild). (Bild: Maria Schmid / ZZ)

Ein Milchbauer bei der Arbeit (Symbolbild). (Bild: Maria Schmid / ZZ)

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Zwei Drittel der Nidwaldner Bauern sind auf Milchwirtschaft spezialisiert. Umso härter trifft sie der Zerfall des Milchpreises. Noch rund 55 Rappen gibt es für den Liter Milch. Vor Jahren war es noch das Doppelte. «Weil der Milchpreis bei weitem nicht mehr kostendeckend ist, greifen viele Bauern auf ihr Erspartes zurück, um über die Runden zu kommen. Das belastet die Landwirte», sagt Hansueli Keiser, Präsident des Nidwaldner Bauernverbandes, der das Thema auch kürzlich an der Generalversammlung aufgriff. Wenn sich dazu noch zwischenmenschliche oder betriebliche Probleme gesellten, könne die Belastungsgrenze erreicht werden. Nicht zuletzt deshalb habe auch der Bestand der Bauernbetriebe in den vergangenen Jahren abgenommen.

Zu Suiziden wie in anderen Kantonen sei es in Nidwalden unter Landwirten zwar bis jetzt nicht gekommen. Und so weit soll es auch nicht kommen. Der Bauernverband Nidwalden will darum zusammen mit dem kantonalen Amt für Landwirtschaft eine Anlaufstelle schaffen, wo die Landwirte ihre Probleme besprechen und Lösungen erarbeiten können. «Das Schlimmste in solchen Situationen ist, dass viele Bauern die Probleme in sich hineinfressen, statt darüber zu reden und sich Hilfe zu holen», weiss Keiser. Darum sei es für ihn auch schwierig, ein detailliertes Stimmungsbild aus der Nidwaldner Landwirtschaft abgeben zu können. Die Notwendigkeit einer solchen Anlaufstelle steht für ihn aber ausser Frage.

Oft fehlt der Mut, sich Hilfe zu holen

Das sieht auch Andreas Egli, Vorsteher des Amtes für Landwirtschaft Nidwalden, so. «In den Umfragen der vergangenen Jahre berichteten die Bauernfamilien vermehrt von hoher Arbeitsbelastung sowie finanziellen, psychischen und gesundheitlichen Problemen.» Der wirtschaftliche Druck habe zugenommen. Doch bereits heute würden die Bauernfamilien nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Das Landwirtschaftsamt selber fungiert als Erstanlaufstelle. «Wir werden zunehmend kontaktiert. Allerdings sind wir in vielen Fällen fachlich nicht in der Lage, konkret zu helfen und verweisen die Bauern an andere Stellen.» Zu den Anlaufstellen gehören unter anderem das bäuerliche Sorgentelefon oder die «Offeni Tür i de Not» des Luzerner Bauernverbandes. Auch nehmen sich vermehrt Kirchenvertreter der Sorgen der Bauernfamilien an. «Eine Stelle anzurufen und Hilfe in Anspruch zu nehmen, stellt für viele Bauern mit Problemen eine Riesenhürde dar. Sie haben oft nicht die Kraft und den Mut dafür. Da ist auch die Familie gefordert. Es ist wichtig, dass über dieses Thema offensiv informiert wird und es kein Tabu mehr darstellt.» Positiv stimmen Andreas Egli die regelmässig gutbesuchten Informationsveranstaltungen des Amtes für Landwirtschaft, wo auch auf unterstützende Institutionen hingewiesen werde. «In der Regel sind rund die Hälfte der etwa 450 Nidwaldner Bauernfamilien an solchen Veranstaltungen vertreten.»

Mit dem Aufbau einer regionalen Anlaufstelle wolle man die Hemmschwelle, um Hilfe in Anspruch zu nehmen, noch weiter abbauen. Wie diese Institution genau aussehen soll, stehe allerdings noch nicht fest.

Hinweis

Bäuerliches Sorgentelefon: Tel. 041 820 02 15 (Montag 8.15 bis 12 Uhr, Donnerstag 18 bis 22 Uhr), www.baeuerliches-sorgentelefon.ch. «Offeni Tür i de Not», Telefon 041 939 20 39, offeni.tuer@bluewin.ch

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