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NIDWALDEN: Hitzewelle wird zur Herausforderung für Bauern

Die Hitzetage hinterlassen ihre Spuren – so auch bei der Kirschen- und Beerenplantage der Filligers in Ennetmoos. Sie kommen mit dem Bewässern kaum noch nach, was aber auch sein Gutes hat.
Matthias Piazza
Markus und Manuela Filliger müssen ihre Ennetmooser Kirschen wegen des heissen Wetters besonders häufig bewässern. (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetmoos, 21. Juni 2017))

Markus und Manuela Filliger müssen ihre Ennetmooser Kirschen wegen des heissen Wetters besonders häufig bewässern. (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetmoos, 21. Juni 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Seit Tagen ist es über 30 Grad heiss. Laut Wetterprognosen hält die Hitzeperiode an. Für Bauern kann dies zu einer besonderen Herausforderung werden. Markus Filliger und seine Frau betreiben in Ennetmoos eine grosse Beeren- und Kirschenplantage. Die Hitze spüren sie ganz konkret. «Wir müssen zurzeit bewässern wie verrückt», erzählt Manuela Filliger. Mehrmals am Tag muss die Plantage mit Wasser versorgt werden, fast doppelt so häufig wie an «normalen» Tagen.

Der Inhalt des Wasserreservoirs reiche nicht, es müsse mehrmals Wasser nachgepumpt werden, da das Reservoir kein Wasser mehr liefert. Braucht Markus Filliger bei normalem Wetter rund 10 000 Liter Wasser täglich, sind es zurzeit rund 15 000 Liter. «Die Beeren und Kirschen leiden etwas unter der Hitze, da es unter dem Plastikdach besonders heiss ist. Sie bekommen auch Sonnenbrand», erzählt Manuela Filliger. Trotzdem kann sie den Hitzetagen auch Positives abgewinnen. So könne sich die Essigfliege bei diesen Temperaturen nicht mehr fortpflanzen, und der Reifeprozess werde beschleunigt. «Die Himbeeren sind gegenüber dem üblichen Fahrplan zwei Wochen voraus und schon bald reif zum Pflücken – trotz des nasskalten Frühlings. Normalerweise sind sie erst Ende Juni so weit.» Das ist gut fürs Geschäft mit dem Direktverkauf: «Die Leute sind um diese Zeit noch nicht in den Sommerferien.» Trotzdem hofft sie auf einen Wetterumschwung. «Regen wäre jetzt toll, nicht nur, weil dann die Arbeit in der Plantage für uns angenehmer ist, sondern auch wegen der Natur, die nach Wasser dürstet.» Am liebsten wäre ihr ein halber Tag Nieselregen. «Starker Regen würde zu Überschwemmungen führen, weil der harte, ausgetrocknete Boden das Wasser nicht aufnehmen könnte», befürchtet sie.

Bremsen und Mücken machen Vieh zu schaffen

«Das heisse Wetter merken wir Bauern auf alle Fälle», sagt auch Hansueli Keiser, Präsident des Bauernverbandes Nidwalden. «Die Bremsen und die Mücken machen dem Vieh zu schaffen. Es hält sich an solchen Hitzetagen lieber im schützenden Stall auf und geht erst nach dem Sonnenuntergang auf die Weide. Die Tiere haben eben schon lieber kalt als heiss.» Er selber mag nicht jammern. «Mit heissem und trockenem Wetter können wir Landwirte besser umgehen. Es ist auch ideales Wetter zum Heuen. Regen und Kälte ist man hingegen ausgeliefert.»

Sowieso sei für ihn klar, dass man sich je länger, je mehr auf Wetterextreme und schnelle Wetterumschwünge einstellen müsse. Dramatisch sei die Situation zurzeit auf jeden Fall nicht. Natürlich gelte es, zur Ressource Wasser Sorge zu tragen. Denn er merke bereits jetzt, dass weniger Wasser fliesse.

Auch die Pro Senectute Nidwalden greift das Thema auf. Sozialarbeitende und andere Mitarbeitende sprechen gefährdete Personen an, beraten sie, welche Massnahmen bei hohen Temperaturen besonders zu beachten sind, heisst es auf Anfrage. So sollen insbesondere die körperlichen Aktivitäten während der heissesten Tageszeit möglichst beschränkt und schattige Orte bevorzugt werden.

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