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NIDWALDEN: Ihre Arbeitskollegen beneiden sie

Nicht nur zu Lande, auch zu Wasser sorgt die Polizei für Recht und Ordnung. Doch der sonnige Arbeitsplatz auf dem See hat auch Schattenseiten.
Matthias Piazza
André Wechsler und Josef Stalder (von links) ... (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

André Wechsler und Josef Stalder (von links) ... (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Matthias Piazza

Bei der Fischzucht in Beckenried ist die Fahrt mit dem Polizeiauto zu Ende. Denn das Einsatzgebiet der drei Polizisten Dario Habermacher, Josef Stalder und André Wechsler ist heute nicht die Strasse, sondern der Vierwaldstättersee. Hier steigen sie auf die «Rigi» um, eines der zwei Polizeiboote der Nidwaldner Kantonspolizei. Wie immer an einem schönen Sommertag fährt eine Patrouille der Seepolizei auf den See, um auf dem Nidwaldner Abschnitt nach dem Rechten zu sehen. Doch mit einer Freizeit-Bootstour hat der Einsatz nicht viel gemein. «Wir werden immer wieder gefragt, was wir eigentlich auf dem See machen», erzählt Dario Habermacher, der als zweiter stellvertretender Chef der Verkehrs- und Sicherheitspolizei der zehnköpfigen Seepolizei vorsteht. «Grundsätzlich machen wir dasselbe wie auf der Strasse. Wir kontrollieren, ob die Verkehrsvorschriften eingehalten werden», klärt er auf. Haben die Bootsführer die Alkohollimite von 0,5 Promille eingehalten, sind die Papiere korrekt? Dazu kommen bootsspezifische Kontrollen: Ist die Ausrüstung vollständig und in einwandfreiem Zustand, der Feuerlöscher einsatzbereit? Oft müssen die Polizisten die Leute darauf hinweisen, dass Kinder eine spezielle kleine Schwimmweste brauchen, da sie sonst durchrutschen.

Natürlich kann man nicht einfach, wie auf der Strasse, die Leute mit der Kelle rauswinken. Mit einer gelb-blauen Flagge signalisiert die Polizei, wenn sie einen Bootsfahrer kontrollieren will, und lotst ihn zu sich heran. Eine weitere wichtige Kontrollaufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass die Boote bis 300 Meter vom Ufer entfernt nicht schneller als 10 Kilometer pro Stunde fahren und damit keine Schwimmer gefährden.

Hochbetrieb herrscht bei schönem Wetter im Sommer, dann sind viele Ausflugsboote auf dem See. In solchen Tagen rückt in der Regel eine Zweierpatrouille zu einer Kontrollfahrt aus. Habermacher und auch seine Kollegen schätzen die entspannte Atmosphäre auf dem See. «Die Leute sind in Freizeitstimmung, das macht die Polizeiarbeit viel angenehmer als auf der Strasse», erzählt Habermacher. Viel zu beanstanden gäbe es in der Regel sowieso nicht.

Tragische Einsätze bleiben haften

Doch rund 40 Mal pro Jahr muss die Seepolizei auch zu einem Notfalleinsatz ausrücken. Innerhalb von 15 Minuten ist sie dann auf dem See. Oft sind es harmlose Fälle, so etwa, wenn die Polizei einem Bootsfahrer helfen muss, der mit seinem Schiff eine Panne oder sich im dichten Nebel verirrt hat. Doch auch tragische Einsätze kommen vor.

Unvergessen bleibt Dario Habermacher das Gerlibach-Drama vor sieben Jahren, als die Polizei fieberhaft nach zwei vermissten Kindern im Vierwaldstättersee suchte, die in Wolfenschiessen von der Engelbergeraa mitgerissen worden waren. Die Suche blieb erfolglos. «Auch Einsätze, bei denen man Leichen bergen muss, gehen einem nahe», meint er. Glücklicherweise seien das eher Ausnahmefälle.

Die Nidwaldner Seepolizei gibt es als eigenständige Abteilung eigentlich nicht. Sie ist im Milizsystem organisiert. Zehn Angehörige der Verkehrs- und Sicherheitspolizei leisten ihren Polizeieinsatz abwechselnd je im Zweierteam auf dem See. In der restlichen Zeit sind sie, wie ihre anderen Kollegen, auf der Strasse oder im Innendienst eingeteilt.

«Wir arbeiten dort, wo andere ihre Freizeit verbringen. Das ist das speziell Schöne an diesem Job», schätzt Dario Habermacher an der Aufgabe. Zudem möge er die Aufgabenerweiterung, was den Polizeiberuf noch interessanter ­mache.

Schwitzen in Uniform

Doch auch Kontrollfahrten sind anstrengend und nicht erholsam. «Viel Betrieb herrscht auf dem See an einem heissen Sommertag. Während die anderen in Badehose sich dem süssen Nichtstun hingeben, arbeiten wir bei grösster Hitze in der Uniform. Da schwitzt man, ohne eine schwere körperliche Arbeit zu verrichten», weiss Habermacher.

Bedingung für den Einsatz auf dem See ist eine Bootsprüfung. Diese hat auch Josef Stalder, der in seiner Freizeit auch Windsurfing betreibt. «Mir gefällt die Abwechslung in diesem sowieso schon sehr abwechslungsreichen Polizeiberuf», erzählt er. Zudem schätzt er, dass er sich während der Arbeitszeit auf dem See aufhalten darf. Auch André Wechsler, das dritte Besatzungsmitglied auf dieser nachmittäglichen Kontrollfahrt, schätzt, dass er das Wetter geniessen kann – nicht nur im Sommer. «Im Winter herrscht auf dem Vierwaldstättersee eine ganz besondere Stimmung.» Heiss, aber ruhig war es an diesem Nachmittag auf dem See. Die Crew legt in Beckenried an. Die nächste Schicht erwartet die Männer auf der Strasse.

In unserer Sommerserie «Mit Wasser im Element» stellen wir Nid- und Obwaldner vor, die in ihrem Beruf oder in der Freizeit massgeblich mit Wasser zu tun haben. Bisher erschienene Beiträge finden Sie unter www.nidwaldnerzeitung.ch/serien oder www.obwaldnerzeitung.ch/serien

... im Einsatz mit ihrem Kollegen Dario Habermacher auf dem Vierwaldstättersee. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

... im Einsatz mit ihrem Kollegen Dario Habermacher auf dem Vierwaldstättersee. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

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