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NIDWALDEN: In Stans schliesst sich Ganders Kreis

Ab Januar ist Franz Gander Kommandant des Ausbildungszentrums Swissint und des Waffenplatzes Wil bei Stans. Hier absolvierte er bereits die Rekruten- und die Unteroffiziersschule .
Marion Wannemacher
Oberst Franz Gander (rechts) im Gespräch mit seinem Stellvertreter Major Pascal Büchler. (Bild: Marion Wannemacher (Oberdorf, 21. Dezember 2017))

Oberst Franz Gander (rechts) im Gespräch mit seinem Stellvertreter Major Pascal Büchler. (Bild: Marion Wannemacher (Oberdorf, 21. Dezember 2017))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@nidwaldnerzeitung.ch

Auf seinem Lebenslauf prangt gross das Nidwaldner Wappen. «Für mich als Nidwaldner geht ein Traum in Erfüllung», sagte Franz Gander in seiner Rede zum Kommandantenwechsel am 12. Dezember. Die Wände in seinem Büro sind noch ganz nackt, der Boden riecht nach Intensivbehandlung mit Reinigungs­mitteln. Auf dem Waffenplatz in Stans-Oberdorf, wo er nun Kommandant ist, sei er bereits ausgehoben worden, habe er 1987 die RS absolviert und von 1994 bis 1997 als Einheitsinstruktor gearbeitet, erzählt der neue Kommandant unserer Zeitung. Vor einem Jahr wurde der Oberst im Generalstab hier in Stans-Oberdorf im Ausbildungszentrum Swissint mit seinem Kontingent drei Monate lang auf seinen Einsatz im Kosovo vorbereitet. Sechs Monate leistete das Kontingent 36 dann unter seiner Führung Friedensförderungsdienst im Kosovo. «Ab 8. Januar rückt hier das nächste Kontingent ein», berichtet er. Jetzt ist er Chef.

Viel Erfahrung konnte der 51-Jährige, der in Beckenried aufwuchs, in seiner 28-jährigen Karriere als Berufssoldat an zehn verschiedenen Stationen sammeln. Eigentlich hatte er sich bereits an der Uni Basel in den Fächern Biologie und Chemie mit dem langfristigen Ziel eingeschrieben, Meteorologie zu studieren. «Am Ende der Unteroffiziersschule stellte ich jedoch fest, dass Instruktor beim Militär auch interessant sein könnte.» Er entschied sich um und blieb beim Militär. «Ein Schritt, den ich nie bereut habe», wie er sagt. Von 1998 bis 2003 unterrichtete er als Klassenlehrer an den Infanterie-Of­fiziersschulen Birmensdorf und Chamblon. Gander ging aber auch ins Ausland, arbeitete an der Nato-Schule und wohnte mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Garmisch-Patenkirchen (D). Danach bildete er an der höheren Kaderausbildung in Luzern künftige Generalstabsoffiziere aus und war fünf Jahre lang Kommandant des Führungssimulators in Kriens. Vor seinem Einsatz im Kosovo arbeitete er in der Verwaltung in Bern, unter anderem in der Geschäftsleitung der Logistikbasis der Armee.

Wichtig seien für ihn die 14 Jahre an der Basis als Instruktor und Klassenlehrer gewesen, so Gander. «Die Arbeit mit der Truppe auf dem Feld war intensiv, spannend und abwechslungsreich. Wenn man einen angehenden Offizier ausbildet, kann man ihn prägen und seine Entwicklung beobachten, das ist eine sehr grosse Befriedigung», sagt er. Offensichtlich erinnern sich seine «Ehemaligen» gern an ihn. Offiziere kommen zu ihm. Sie berichten ihm, dass sie viel bei ihm gelernt und ihn in positiver Erinnerung hätten.

«Die Ausbildung ist heute extrem vielfältiger»

Aber auch die anderen Berufs­stationen möchte Franz Gander nicht missen: An der Nato-Schule im bayerischen Oberammergau war er verantwortlich für alle Kurse für Länder, die nicht in der Nato sind. Besonders aber habe ihn geprägt, angehende Generalstabsoffiziere auszubilden oder am Führungssimulator zu ­arbeiten, um Übungen für Stäbe ­grosser Verbände zu planen und durchzuführen. Berufsbegleitend konnte er einen Master of ­Advanced Studies im Bereich ­Sicherheitspolitik und Krisen­management an der ETH Zürich absolvieren.

Und was hat sich in der Ausbildung verändert, seit er selbst Rekrut war? «Die Ausbildung ist heute extrem vielfältiger.» In einem Infanteriezug habe es ­früher als einziges Fahrzeug ein Velo, ein Funkgerät für die Kommunikation mit dem Kommandanten der Einheit und Fahnen zur Verständigung gegeben. Ein Infanteriezug heute bestehe aus mehreren Radschützenpanzern, modernsten Funkgeräten, Fahrzeugen und Maschinengewehren. Die Soldaten seien besser geschützt, alles sei viel komplexer. «Aber die Leute sind noch genau gleich motiviert, daran hat sich nichts geändert», erklärt Franz Gander.

120 Rosen nach dem Kosovo-Einsatz

Auch man selbst bleibe als Mensch gleich. «Man erhält durch die Erfahrung höchstens einen grösseren Rucksack und breitere Schultern», sagt er. Er selbst habe sehr viele Chefs gehabt und gelernt, nur das Positive von ihnen mitzunehmen. Sein eigener Führungsgrundsatz lautet: «Wahr muss es sein, machbar, also einfach und durchdacht und vollständig muss es sein, Projekte und Befehle müssen vollständig und abschliessend durchdacht und fehlerfrei umgesetzt werden.»

Was möchte Kommandant Franz Gander weitergeben? «Menschlichkeit in der Führung», antwortet er nach kurzer Überlegung und erzählt ein Beispiel. An der Übergabe des Einsatzabzeichens und der Verabschiedung auf dem Dorfplatz in Stans habe er alle Swisscoy-Soldaten seines Kontingents umarmt. «Darfst du das?», habe ihn daraufhin seine Schwester gefragt. «Doch, ­sicher», habe er geantwortet. Die menschliche Art seiner Führungshaltung hinterlässt Spuren: Als er nach Buochs heimkam, standen dort 120 Rosen, von jedem Soldaten und jeder Soldatin eine – und eine Dankeskarte.

Für Oberst im Generalstab Franz Gander schliesst sich der Kreis nun also: Nach vier Jahren in Bern und den neun Monaten im Friedensförderungsdienst kommt er heim, sehr zur Freude seiner Familie. Weihnachten verbringen die Ganders zu ­Hause. Für die Ferien hat Franz Gander auch bereits seine Pläne: «Ich hoffe auf ein paar schöne Skitage, ausserdem werde ich mein Büro fertig einrichten, um bereit zu sein für meinen Stellenantritt.»

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