NIDWALDEN
Investiert trotz Pandemie: Das Chinderhuis überstand 2020 besser als erwartet

Das Chinderhuis Nidwalden hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Geschäftsführerin Manuela Sommer kam neu dazu und bekam keine Eingewöhnungszeit. Die Bemühungen des Teams haben sich gelohnt.

Florian Pfister
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Rund 140 Kinder von drei Monaten bis zum Ende des Kindergartens t besuchten im vergangenen Jahr die zwei Tageskrippen des Chinderhuis Nidwalden in Stans und Hergiswil monatlich. Etwa 110 weitere Kinder monatlich verbrachten einen Teil der Woche bei Tagesfamilien und Nannys, wie es im Jahresbericht des Chinderhuis Nidwalden heisst. Es war ein turbulentes Jahr, welches das Team und der Verein aber gut überstanden.

Mitten in der Coronakrise übernahm Manuela Sommer die Geschäftsleitung. Am 1. Mai löste sie Regula Amgarten ab, welche den Posten nach fünf Jahren abgab. Eine Eingewöhnungszeit habe es nicht gegeben. «Der Betrieb und das Team musste stets funktionieren und wir mussten rasch auf die neuen Gegebenheiten reagieren. Nicht zu wissen, wie es weitergeht, war eine grosse Herausforderung.»

Manuela Sommer vor dem ehemaligen «Centro» an der Weidlistrasse 2 in Stans, wo das Chinderhuis temporär einzieht.

Manuela Sommer vor dem ehemaligen «Centro» an der Weidlistrasse 2 in Stans, wo das Chinderhuis temporär einzieht.

Bild: Florian Pfister (20. April 2021)

«Die Situation hat gezeigt, dass Kitas systemrelevant sind»

Das Team um Manuela Sommer hatte einiges zu tun. Es musste Schutzkonzepte erstellen und weiterentwickeln, die Betreuung planen, die Eltern rasch finanziell entlasten und beim Kanton die entsprechenden Gelder beantragen. «Ein grosser Dank geht an die Kundinnen und Kunden, die den Weg mit uns gingen, und ein Lob geht an die Mitarbeitenden, die ihren Job hervorragend erledigt haben», sagt Manuela Sommer.

Noch vor Sommeranfang musste das Chinderhuis aufgrund der Verordnungen des Bundesrats schnell reagieren. Der Betrieb konnte ohne Unterbruch fortgeführt werden, auch wenn auf ungewohntem Wege. Eltern, welche ihre Kinder selbst betreuten, kam man rasch finanziell entgegen. Es war jedoch nicht allen Eltern möglich, sich zu Hause um die Kinder zu kümmern. Eltern beispielsweise in Pflegeberufen konnten ihre Kinder weiterhin in den Krippen oder durch die Tagesfamilien respektive Nannys betreuen lassen. «Die Situation hat gezeigt, dass Kitas systemrelevant sind», sagt Manuela Sommer. «Den Kindertagesstätten und Tagesfamilien kommt eine zentrale Bedeutung in der Gesellschaft zu.»

Trotz Pandemie ein positives Betriebsergebnis

Auch dank der Ausfallentschädigungen durch Bund und Kanton ist das Chinderhuis finanziell besser weggekommen als befürchtet. Zwar spürt es immer noch gewisse Einbussen, die Lage sei aber stabil. «Wir haben das Glück, dass wir treue Kunden haben», freut sich Manuela Sommer. So konnte das Chinderhuis im Jahr 2020 ein Betriebsergebnis von rund 110'000 Franken erwirtschaften.

Doch das Chinderhuis konzentrierte sich nicht nur darauf, die Coronakrise bestmöglich zu meistern, sondern konnte im vergangenen Jahr weiter in die pädagogische Qualität investieren. Mit dem Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung besteht eine umfassende Grundlage, um kindgerecht und wirksam zu handeln. Mit neuen Abläufen und Dokumenten wird diesem Ansatz Rechnung getragen.

Neuer Standort in Beckenried

Das Keyserhaus in Stans, in dem das Chinderhuis seine Kindertagesstätte führt, wird demnächst saniert. Deswegen zügelt das Chinderhuis im Mai temporär von der Nägeligasse ins ehemalige «Centro» an der Weidlistrasse 2 in Stans. Auch sonst gibt es Veränderungen. Im kommenden August wird das Chinderhuis einen Standort in Beckenried öffnen. Es wird das Jupidu übernehmen und die schulergänzende Betreuung der Kinder weiterführen.