NIDWALDEN: Jungfreisinnige wollen Bus privat finanzieren

Der eingesparte Nachtstern soll wieder öfter fahren. Dafür wollen die Jung­freisinnigen aber nicht etwa den Staat zur Kasse bitten.

Matthias Piazza
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Die Jungfreisinnigen haben eine Vision für den Nachtstern – hier unterwegs in Luzern. (Bild Boris Bürgisser)

Die Jungfreisinnigen haben eine Vision für den Nachtstern – hier unterwegs in Luzern. (Bild Boris Bürgisser)

Matthias Piazza

Die Vision der Nidwaldner Jungfreisinnigen: Der Nachtstern am Wochenende fährt wieder zweimal in der Nacht. Während der Kurs mit Abfahrt in Luzern um 3.45 Uhr von den Verkehrsbetrieben der Stadt Luzern (VBL) betrieben und somit für den Kanton Nidwalden kostenneutral ist, wird der zweite Nachtkurs von einer privaten Trägerschaft gesponsert.

Die Jungfreisinnigen wollen das Thema Nachtstern wieder aufgreifen. «Wir könnten uns vorstellen, dass ein privater Sponsor sich an den Kosten für den Nachtstern beteiligt», führt David Wiprächtiger, Vizepräsident der Jungfreisinnigen Nidwalden, aus. Zum Beispiel Unternehmen wie Raiffeisen, Axa Winterthur, welche von einer solchen Partnerschaft/Sponsoring auch profitieren können. Als Raiffeisen-Kunde würde man zum Beispiel nur die Hälfte pro Fahrt bezahlen.

«Dafür wollen wir möglichst viele Jugendliche in unser Komitee holen.» Auch die anderen Nidwaldner Jungparteien (Juso, Junge CVP, Junge SVP) wollen die Jungfreisinnigen als Nächstes kontaktieren. «Unserer Einschätzung nach ist das Bedürfnis nach einem weiteren Nachtstern-Kurs vorhanden», gibt sich David Wiprächtiger überzeugt. Als Nächstes wolle man mit einer Umfrage klare Erkenntnisse gewinnen. Klar ist für ihn, dass ein Busbetrieb ohne Sponsoring wohl nicht attraktiv genug sei. «Müssten die Fahrgäste den Nachtstern selber berappen, würde eine Fahrt von Luzern nach Stans statt heute zehn fast zwanzig Franken kosten. Viele würden dann aufs Taxi ausweichen.»

Mehr Mitglieder als Hintergedanke

«Wir wollen so Jugendliche generell wieder mehr für die Politik begeistern.» Und natürlich wolle man den Jugendlichen durch einen sicheren Transport mit dem Nachtstern einen Mehrwert bieten können. Auf Biegen und Brechen brauche es aber kein zusätzliches Angebot. «Sollte die Umfrage ergeben, dass die Nachfrage zu wenig vorhanden ist, kann man getrost darauf verzichten», erklärt Wiprächtiger weiter.

Klar sei für die Partei auch, dass sich nicht der Kanton daran beteiligen soll. «Wir distanzieren uns klar von einer staatlichen Finanzierung, wie es durch die Forderung der anderen Jungparteien weiterhin wäre, setzen uns stattdessen aus Überzeugung für einen schlanken Staat und damit eine private Finanzierung ein», hält David Wiprächtiger fest.

Landrat strich Kurs N 9

Dies sei auch der Grund gewesen, dass sich die Jungfreisinnigen im August 2013 nicht an der Petition von Juso, JCVP und JSVP beteiligt hätten. Das Begehren hatte zum Ziel, die vom Nidwaldner Landrat beschlossene Streichung des Nachtstern-Kurses rückgängig zu machen. Bekanntlich ohne Erfolg. Der Landrat hielt daran fest, den Kantonsbeitrag für den Nachtstern im Umfang von 52 000 Franken zu streichen.

Der Streichung zum Opfer fiel der Kurs N 9 mit Abfahrt in Luzern um 1.15 Uhr und 2.30 Uhr nach Engelberg (via Stans). Der Regierungsrat begründete die Einstellung mit der ungenügenden Wirtschaftlichkeit und dem Charakter eines Zusatzangebotes. Und die von den Petitionären angeführte Unverhältnismässigkeit müsse relativiert werden, schrieb die Regierung damals. Grundsätzlich sei die Höhe einer Sparmassnahme nicht entscheidend, sondern es müsse das gesamte Angebot betrachtet werden. Es gehe um 52 000 Franken, der Gesamtkredit für den öffentlichen Verkehr 2014 betrage 8,8 Millionen Franken.

Neuer Präsident gewählt

Doch nicht nur der Nachtstern war am Sonntag Thema an der Parteiversammlung. Mit Reto Murer (ETH-Student aus Beckenried) wurde ein neuer Präsident gewählt. Er tritt die Nachfolge von Tobias Ambauen an. Reto Murer wird unterstützt von David Wiprächtiger (bisher) und den weiteren Vorstandsmitgliedern Krenare Berisha (bisher) und Felix Rompen (neu).