NIDWALDEN: Jungpartei kritisiert NSV-Mietpreispolitik

Die Nidwaldner Sachversicherung (NSV) senkt die Prämien bei gutem Abschluss. Die Junge CVP hat einen anderen Vorschlag.

Matthias Piazza
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Die Überbauung Mühlematt der Nidwaldner Sachversicherung in Buochs. (Bild Corinne Glanzmann)

Die Überbauung Mühlematt der Nidwaldner Sachversicherung in Buochs. (Bild Corinne Glanzmann)

Matthias Piazza

«Ich habe Mühe, dass die Nidwaldner Sachversicherung Jahr für Jahr Prämien senkt und im gleichen Atemzug so teure Wohnungen baut», empört sich Mario Röthlisberger, Präsident der Jungen CVP Nidwalden. Die Miete für eine zurzeit freie 41/2-Zimmer-Wohnung im zweiten Obergeschoss in der vor zwei Jahren erstellten Überbauung Mühlematt in Buochs beträgt monatlich 1990 Franken (exklusive Nebenkosten). 1680 Franken zahlt man für eine 31/2-Zimmer-Wohnung im zweiten Obergeschoss. Eine freie 31/2-Zimmer-Wohnung an der Unterscheid 14 in Beckenried ist mit 1690 Franken ausgepriesen.

2015 machte die NSV einen Überschuss von etwas mehr als 8,5 Millionen Franken, rund eine halbe Million mehr als 2014. Davon profitieren die Versicherten: Dieses Jahr werden die Prämien dauerhaft um 30 Prozent gesenkt. Im Jahr zuvor gabs eine Überschussbeteiligung von 40 Prozent.

Mario Röthlisberger und seine Jungpartei sähen es lieber, wenn das Geld den Mietern (oder potenziellen Mietern) von NSV-Wohnungen zugutekäme – in Form von niedrigeren Mietzinsen. «Wer kann sich schon eine Wohnung leisten, die über 2000 Franken im Monat kostet? Darum wundert es mich auch nicht, dass noch so viele Wohnungen leer sind.» Gemäss Homepage sind 6 der im Jahr 2014 erbauten 69 Wohnungen in der Mühlematt noch nicht vermietet. Die NSV als kantonale Anstalt solle beim preiswerten Wohnungsbau mit gutem Beispiel vorangehen.

Die Junge CVP Nidwalden deponierte ihr Anliegen, dass die NSV ihre Mietpreispolitik hinterfrage, auch in ihrer Antwort zur Vernehmlassung zum Wohnraumförderungsgesetz.

Die NSV kontert

«Die NSV ist eine obligatorische Versicherung für alle Bewohner im Kanton Nidwalden. Wir sind verpflichtet, der gesamten Bevölkerung die tiefstmöglichen Prämien anzubieten, davon profitieren nebst den Mietern auch das Gewerbe und die Eigenheimbesitzer», schreibt NSV-Direktor Peter Meyer auf Anfrage. «Wir sind überzeugt, dass unsere Mietpreispolitik sehr fair ist, insbesondere in der Überbauung Tur­matthof in Stans sind unsere Mietzinse sehr preiswert und tragen der Forderung der Jungen CVP nach günstigem Wohnen durchaus Rechnung.»