Nidwalden kämpft mit Sackgassen und Verboten gegen Stau

Die Arbeitsgruppe «Verkehrssituation Nidwalden» hat ein Verkehrslenkungskonzept erarbeitet, mit dem die Gemeinden Hergiswil, Stansstad und Stans künftig vom Ausweichverkehr von der Autobahn A2 entlastet werden sollen. Es sieht etwa Dosieranlagen und Fahrverbote vor.

Martin Uebelhart
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Eine Ampel dosiert bei der Autobahnausfahrt in Stans.

Eine Ampel dosiert bei der Autobahnausfahrt in Stans.

Bild: Manuela Jans-Koch (Stans, 11. August 2019)

Die Taskforce «Verkehrssituation Nidwalden» hat erste Massnahmen beschlossen, die bei Staus auf der A2 kurzfristig umgesetzt werden können. Der Kanton hat den betroffenen Gemeinden Hergiswil, Stansstad und Stans ein Verkehrslenkungskonzept vorgestellt. Daraus werden bis im kommenden April erste Massnahmen in Hergiswil und Stansstad umgesetzt.

Zu den kurzfristigen Massnahmen zählen beispielsweise Dosierungsanlagen bei Knotenpunkten auf den Kantonsstrassen sowie die allfällige Errichtung von Sackgassen und Fahrverboten auf Gemeindestrassen. «In Stansstad und Hergiswil wird es Dosieranlagengeben», sagt Landammann Alfred Bossard auf Anfrage. Er ist auch Vorsteher der Taskforce. «Um zu verhindern, dass sich der Ausweichverkehr Schleichwege in den Ortschaften sucht, richten die beiden Gemeinden beispielsweise Sackgassen oder Einbahnstrassen ein.» Wenn der Ausweichverkehr massiv zunehme, sei auch denkbar, Autobahnausfahrten für einige Stunden zu sperren, sagt der Landammann.

Zusätzliche Abklärungen in Stans nötig

Für den Hauptort brauche es noch zusätzliche Abklärungen, hält Bossard fest. «Es geht darum, herauszufinden, welche Massnahmen in Stans erfolgversprechend sind, um eine Verkehrsentlastung zu erreichen.» Es stellten sich etwa Fragen nach der besten Positionierung von Dosieranlagen oder wie die bestehenden Lichtsignalanlagen gesteuert werden sollen. «Dafür werden Verkehrszählungen gemacht», so Bossard.

Um fest installierte Dosieranlagen zu errichten, brauche das Bundesamt für Strassen (Astra) mehr Zeit. Dazu sei ein Betriebskonzept nötig, das bis Ende März vorliegen soll. «Darin geht es vor allem um Aspekte der Sicherheit und Steuerung», betont Alfred Bossard. Zum Beispiel müsse geregelt sein, was passiere, wenn die Dosieranlagen bei den Ausfahrten zu einem Rückstau führten.

«Wir sind fürs Erste für künftige Staus gewappnet», wird der Landammann in der Mitteilung zitiert. «Auch wenn klar ist, dass wir mit der vereinbarten Lösung unsere Erfahrungen sammeln und gegebenenfalls Optimierungen vornehmen müssen.» Auch die drei Gemeindepräsidenten seien mit dem eingeschlagenen Weg bisher zufrieden. «Die Massnahmen sind kurzfristig umsetzbar und pragmatisch realisierbar», meint etwa der Hergiswiler Gemeindepräsident Remo Zberg. Klar sei jedoch, dass für die dauerhafte Problemlösung weitere Schritte notwendig seien. «Letztlich muss es in Richtung eines Gesamtverkehrskonzepts für den Kanton gehen, wie ich es in meiner Motion im Landrat angestossen habe», sagt Zberg auf Anfrage.

Die Taskforce beschäftigt sich auch mit Verkehrslenkungsmassnahmen im Engelbergertal. «Hier werden wir noch im Gespräch mit den Gemeinden festlegen, was wo sinnvoll sein könnte», sagt Landammann Alfred Bossard. Denkbar seien etwa Hinweise bei den Parkplätzen in Engelberg auf Stausituationen weiter unten im Tal oder auch Dosieranlagen im Engebergertal. «So könnte in Wolfenschiessen oder auch am Kreisel Kreuzstrasse eine Entlastung erreicht werden.» Erste Vorschläge sollen im Frühling vorliegen.

Offen ist derzeit auch noch, wie die Kosten aller Massnahmen zwischen Bund und Kanton aufgeteilt werden.

Koordination in der ganzen Region Zentralschweiz

In einem nächsten Schritt wird sich die Taskforce laut der Mitteilung vertiefter mit mittel- und langfristigen Lösungen auseinandersetzen, die im Gesamtkontext der Verkehrssituation in der Zentralschweiz betrachtet werden und deren Auswirkungen einer Koordination in der ganzen Region bedürfen. Für konkrete Aussagen, in welche Richtung die Lösungsansätze gehen dürften, sei es allerdings noch zu früh.

Der Regierungsrat hat die breit abgestützte Taskforce «Verkehrssituation Nidwalden» im vergangenen September ins Leben gerufen. Auslöser waren die zunehmenden Staus auf der Autobahn A2 in Nidwalden und der daraus folgende Ausweichverkehr auf das kantonale Strassennetz in Hergiswil, Stansstad und Stans – insbesondere während der Sommer- und Herbstmonate sowie bei Ausflugswetter. In der Taskforce sind das Astra, die Präsidenten der drei Gemeinden sowie drei Regierungsräte vertreten. Sie verfolgen gemeinsam das Ziel, die Verkehrssituation in Nidwalden dauerhaft verbessern.