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NIDWALDEN: Kampf zwischen Himmel und Hölle

Das Theater Buochs zeigt dieses Jahr im Stück «Alles armi Teyfle» ein Dorf im Kampf zwischen Gut und Böse. Die ahnungslosen Bewohner werden zu Marionetten.
Carina Odermatt
Die Buochser Soldaten werden verabschiedet. (Bild: Kurt Scheuber/PD (Buochs, 11. Januar 2018))

Die Buochser Soldaten werden verabschiedet. (Bild: Kurt Scheuber/PD (Buochs, 11. Januar 2018))

Carina Odermatt

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Buochs im 17. Jahrhundert: Unteroffizier Chasper Barmettler (gespielt von Alex Friedrich) und sein Trommler Weysi Zimmermann (Hans Schlegel) rekrutieren die Männer im Dorf, denn es herrscht Reformationskrieg im Lande. Zurück bleiben die Frauen, die Kinder und die Alten. Es herrschen karge Zeiten, um zu überleben, muss man schuften, und die Angst um die Männer begleitet den Alltag.

Genau dieses Szenario wird Schauplatz einer teuflischen Prüfung: Urian (Aurel Niess), ein Teufel in Ausbildung, soll seiner gnadenlosen Chefin Luzi Vera (Antoinette Petermann) eine ungetaufte Seele bringen, damit er in seiner Höllenkarriere vorankommt. Ihre Wahl fiel nicht ohne Grund auf das ländliche Buochs: «Wer hier leben muss, ist auf dieser Welt schon ein armer Teufel.» Urian sollte also leichtes Spiel haben.

Dörfler bekommen Hilfe von «oben»

Als «Reisender in Sachen Geld» quartiert sich Urian in Agnes Risis (Katrin Niess) Dorfkneipe ein. Er versteht bald, was die Menschen regiert: das Geld, die Liebe und die Lust. So entfacht er die Liebe zwischen der katholischen Bauerntochter Anna (Ramona Föhn) und dem reformierten Müllerknecht Hannes (Christian Theiler), die bald darauf ein Kind erwarten. Noch vor der Taufe will er die Seele des Neugeborenen rauben. Nur der allgegenwärtige Glaube der Dorfbewohner und das hellsichtige Kathreyni (Isabelle Mathis) stellen für sein Vorhaben eine Gefahr dar. Zu guter Letzt bekommen die Dörfler auch noch Hilfe von der «Konkurrenz von oben», denn auch der Engel Gabriel (Edith Andermatt) hat seine Finger im Spiel.

Das Theater Buochs hatte bei der Inszenierung des Stücks «Alles armi Teyfle» besondere Herausforderungen zu meistern. Zwei Wochen vor der Premiere wurde Regisseur Andreas Berger krank und musste ins Spital. Obwohl sich sein Zustand verbessert hat, musste er die Regie an Paul Steinmann, den Autor des Stücks, und Eva Mann, die letztjährige Regisseurin, übergeben. «Zum Glück stand zu diesem Zeitpunkt schon sehr vieles, und ich konnte Andreas Bergers Inszenierung übernehmen. Ich übernahm dann die Schlussproben und die letzten Details», erzählt Paul Steinmann. Die fast 30 Spieler auf der Bühne zu koordinieren, dürfte eine weitere Herausforderung gewesen sein.

Schauplatz des Stücks ist der Dorfplatz Buochs. Dafür hat Elionora Amstutz eine wunderschöne Kulisse aus Holz geschaffen. Besonders gelungen sind auch die kreativen Kostüme und Masken der Himmel- und Höllenvertreter von Margot Gadient-­Rossel, Rhea William und Roger Niederberger.

Auch arme Teufel können glücklich sein

Im Stück «Alles armi Teyfle» fehlt es nicht an Humor, als die ahnungslosen Buochser zu Marionetten im Kampf zwischen Gut und Böse werden. Besonders Urian sorgt mit seiner gewitzten Art für Lacher. Trotz seiner Boshaftigkeit fällt es leicht, den Teufel zu lieben. Auch Agnes und Franz Risi (Fredy Bernasconi), die auf ihre Art die Lust der Menschen verkörpern, werden zu Publikumslieblingen. So sind die frommen Buochser am Ende doch nicht so prüde, und auch der Krieg wird nicht so ernst genommen. Fazit des Stücks: Auch das mühselige Leben hat seine schönen Seiten und arme Teufel können durchaus glücklich sein.

Hinweis

Weitere Aufführungen bis am 4. März. Infos und Vorverkauf unter www.theater-buochs.ch oder Telefon 041 620 57 64.

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