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NIDWALDEN: Kanton sitzt mit Einsprecherin an Tisch

Die Einsprache gegen die Asylunterkunft in der Kreuzstrasse bezieht sich auf den Lärm des angrenzenden Industriebetriebs.
Martin Uebelhart
«Wir haben ein Lärmgutachten erstellen lassen.» Josef Niederberger, Nidwaldner Baudirektor. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue Nidwaldner Zeitung)

«Wir haben ein Lärmgutachten erstellen lassen.» Josef Niederberger, Nidwaldner Baudirektor. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue Nidwaldner Zeitung)

Martin Uebelhart

84 Menschen sollen dereinst in der geplanten Asylunterkunft des Kantons auf dem Werkhofareal an der Kreuzstrasse Platz finden. Auf die bei der zuständigen Gemeinde Buochs eingereichte Baueingabe ist eine Einsprache eingegangen. Gekommen ist sie von der Zimmermann Recycling AG, die auf dem unmittelbar an das kantonseigene Land angrenzenden Grundstück ihr Recyclingcenter betreibt.

«Uns geht es um die Sicherstellung unseres Betriebes», sagt Geschäftsführer und Inhaber Reto Zimmermann auf Anfrage. «Unser Betrieb liegt in einer Industriezone, und wenige Meter daneben sollen Menschen wohnen», hält er fest. Seiner Firma gehe es um die Besitzstandwahrung: «Wir möchten nicht, dass es später auf einmal heisst, unsere Emissionen seien zu gross und wir uns bei Neuinvestitionen in Anlagen und Maschinen mit zusätzlichen Auflagen oder Einschränkungen konfrontiert sehen.» Die Einsprache verfolge nicht das Ziel, das Asylzentrum zu verhindern.

Sitzung mit Einsprecherin

Bei der Baudirektion ist das Anliegen der Einsprache aufgenommen worden. «Wir haben ein Lärmgutachten erstellen lassen», sagt Baudirektor Josef Niederberger im Gespräch mit unserer Zeitung. Dieses soll unter anderem aufzeigen, dass die Schalldämmung des geplanten Gebäudes aus Holzcontainern ausreichend ist. Eine externe Firma habe für das Gutachten entsprechende Messungen und Berechnungen angestellt, so Niederberger. An einer Sitzung mit der Einsprecherin wolle man diese Resul­tate aufzeigen.

«Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Kanton eine Lösung finden werden», sagt Reto Zimmermann. Das nun für kommende Woche anberaumte Treffen mit dem Kanton habe sich wegen der Ferienzeit etwas verzögert.

Der Kanton habe nach wie vor die Absicht, diese Unterkunft zu bauen, hält der Baudirektor fest. Vor dem Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung werde der Auftrag aber ohnehin nicht ausgelöst. «Und dann wird man sich überlegen müssen, zu welchem Zeitpunkt der Kanton die Unterkunft braucht. Über einen möglichen Zeitplan haben wir im Regierungsrat noch keinen Beschluss gefasst», betont Josef Niederberger.

Asylbewerber zentral unterbringen

Mit der Asylunterkunft, die von verschiedenen Nidwaldner Firmen gebaut und gut zwei Millionen Franken kosten wird, verfolgt der Kanton das Ziel, Asylbewerber vermehrt zentral unterzubringen und je nach Möglichkeit andere Unterkünfte, insbesondere zugemietete Wohnungen in den Gemeinden, aufzulösen. «Derzeit bewohnen Flüchtlinge und Asylbewerber insgesamt rund 100 Wohnungen in sämtlichen Gemeinden des Kantons», sagt Gesundheits- und Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden auf Anfrage. Diese seien alle eher im günstigeren Segment. Wenn ein Teil dieser Wohnungen nach Bau und Inbetriebnahme des Asylzentrums nicht mehr gebraucht werde, stünden sie der Bevölkerung als günstiger Wohnraum zur Verfügung.

Derzeit verfüge Nidwalden über genügend Unterbringungsmöglichkeiten, um die dem Kanton zugeteilten 0,5 Prozent aller Asylbewerber in der Schweiz übernehmen zu können, so Yvonne von Deschwanden weiter. «Doch niemand kann voraussagen, wie sich diese Zahlen entwickeln, auch der Bund nicht.» Dabei verweist sie auf die Lage in Griechenland und der Türkei sowie den Stau von Flüchtlingen in Norditalien – eine Folge verstärkter Grenzkontrollen der Schweiz.

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