Nidwalden kauft in Obwalden Land

Ein Grundstück der Armasuisse in Kägiswil dient als Realersatz für das Hochwasserschutzprojekt Buoholzbach.

Martin Uebelhart
Merken
Drucken
Teilen
Die Landparzelle in Kägiswil, welche der Kanton Nidwalden gekauft hat. (Bild: Nadia Schärli, 30. Juli 2019)

Die Landparzelle in Kägiswil, welche der Kanton Nidwalden gekauft hat. (Bild: Nadia Schärli, 30. Juli 2019)

Der Kanton Nidwalden braucht Realersatz für Flächen, die für das Hochwasserschutzprojekt am Buoholzbach benötigt werden. Für eine einvernehmliche Lösung mit den Grundeigentümern brauche der Kanton Nidwalden Realersatzflächen im Eigentum, sagt Baudirektor Josef Niederberger. Flächen seien auf dem freien Markt zu erwerben, da der Kanton zurzeit kein geeignetes Land besitze. «Da die meisten freien Industrielandflächen im Kanton Nidwalden nur im Baurecht erworben werden können, ist der diesbezügliche Markt im Kanton Nidwalden sehr klein», hält er fest.

Fündig geworden ist der Kanton Nidwalden in Obwalden, wie kürzlich dem Amtsblatt zu entnehmen war. In Kägiswil hat er dem Bund fast 8000 Quadratmeter abgekauft. Das Grundstück in Kägiswil liegt in der Industriezone.

«Das Land haben wir von der Armasuisse zu einem marktüblichen Preis erhalten», sagt Niederberger. Eine Zahl nennt er nicht. Wenn der Bund Land veräussere, hätten Kantone und Gemeinden ein Vorkaufsrecht. Um jedoch den Zuschlag zu erhalten, müsse die öffentliche Körperschaft den Preis des höchsten Gebots bezahlen. «Aufgrund von Gesprächen mit dem Obwaldner Baudirektor wussten wir, dass der Kanton Obwalden kein Angebot abgibt», so Niederberger. «Und wir hatten erfahren, dass auch die Gemeinde Sarnen nicht mitbietet.» Dagegen seien mehrere private Bieter involviert gewesen.

Kredit für Realersatz fast aufgebraucht

Im Februar 2018 hatte der Landrat einen Kredit von 4,5 Millionen Franken für den Erwerb von Realersatz durch den Kanton Nidwalden gesprochen. «Dieser Kredit ist annähernd aufgebraucht», sagt der Baudirektor. Gegenüber dem Landrat sei offen dargelegt worden, dass die 4,5 Millionen nicht für den ganzen Landerwerb ausreichen werden. «Vielmehr soll und kann mit diesem Kredit das Projekt richtig lanciert werden.»

Der Kanton hat das Hochwasserschutzprojekt mittlerweile noch einmal überarbeitet. «Mit der bisher erarbeiteten Projektlösung hätten sämtliche Betriebe die Industriezone Hofwald verlassen müssen», sagt Josef Niederberger. Dadurch wäre sehr viel gutes Gewerbe- und Industrieland verloren gegangen und der Kanton hätte für das ganze Gebiet Realersatzland finden müssen.

Im optimierten Projekt kommt der Geschiebesammler rund 100 Meter bergwärts zu liegen. Ein grosser Teil des Gewerbegebiets Hofwald könne jedoch erhalten werden: «Die Leuthold Metallbau AG zum Beispiel muss nicht umziehen.» «Wir rechnen damit, dass wir bleiben können», sagt Paul Leuthold, Geschäftsführer der Firma. Die Zeichen dazu stünden gut. Gerade in der vorletzten Woche hätten sie eine Sitzung mit dem Kanton gehabt, an der die optimierten Pläne vorgestellt worden seien.

Es brauche unterhalb des Geschiebesammlers einen Einlauf in die Engelbergeraa, so Niederberger weiter. Nach wie vor sei der Kanton darum auf Realersatzland angewiesen. «In dieser Sache ist bereits vieles aber noch nicht alles aufgegleist. Insbesondere müssen wir die notwendigen Verträge noch abschliessen. Entsprechend können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mehr dazu sagen», hält der Baudirektor fest.

Vorprojekt soll Ende Jahr vorliegen

Die Baudirektion geht davon aus, dass das Vorprojekt gegen Ende des laufenden Jahres vorliegen sollte. Zu diesem Zeitpunkt soll auch die Öffentlichkeit im Detail über das optimierte Projekt informiert werden. Weiter geht aus dem Zeitplan hervor, dass voraussichtlich gegen Ende 2022 mit den Bauarbeiten begonnen werden soll und bestenfalls Mitte 2025 der Hochwasserschutz realisiert ist, der nicht zuletzt auch für den Stanserboden essenziell ist.

Auf die Frage, ob diese Projektoptimierungen zu Verzögerungen führen, entgegnet Baudirektor Josef Niederberger: «Das bisherige Projekt wurde von den betroffenen Grundeigentümern nicht mitgetragen. Entsprechend hätte man mit einem langen Rechtsverfahren mit ungewissem Ausgang rechnen müssen. Dies hätte viel Zeit benötigt. Wir sind überzeugt, dass wir mit dem optimierten Projekt ein fachlich ausgereiftes Wasserbauprojekt erarbeiten, das auf breite Akzeptanz stösst und mit dem wir schneller ans Ziel gelangen.»