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NIDWALDEN: Kleinseilbähnler treten gemeinsam Flucht nach vorne an

Mit einem Verband wollen sich die Nidwaldner Besitzer kleiner Seilbahnen mehr Gehör verschaffen. Als Vorbild gilt ihnen der Kanton Uri.
Matthias Piazza
Eine unter vielen: Die Kleinseilbahn vom Spies auf die Alp Sinsgäu. (Bild: Matthias Piazza / Neue NZ)

Eine unter vielen: Die Kleinseilbahn vom Spies auf die Alp Sinsgäu. (Bild: Matthias Piazza / Neue NZ)

Nidwalden nennt man auch den Kanton der Seilbahnen wegen seiner vielen Kleinseilbahnen. Kaum eine Alp, auf die nicht eine Gondel hinauffährt – meistens betrieben durch Älpler oder Alpkorporationen. Viele Bahnen wurden zu Zeiten gebaut, als höher gelegene Höfe noch nicht mit Strassen erschlossen waren. Oft benutzen Kinder solche Bahnen für ihren Schulweg. Oder Wanderer kürzten damit ihre Routen ab.

«Leiden unter den Vorschriften»

Dies soll auch so bleiben, findet Niklaus Reinhard. Der Hergiswiler FDP-Landrat ist im Vorstand der Genossenschaft der Dallenwil-Wiesenberg-Bahn. Er will mit Alois Odermatt und weiteren Seilbahnvertretern einen kantonalen Verband nach Urner Vorbild ins Leben rufen – bestehend aus Besitzern von Kleinseilbahnen. «Mit gemeinsamer Stimme wollen wir unsere Interessen wahrnehmen und nach aussen hin auftreten und auch politisch wahrgenommen werden», sagt Reinhard.

Das Interesse scheint vorhanden zu sein. An einer ersten, informellen Sitzung nahmen Besitzer von rund 20 der etwa 30 Nidwaldner Kleinseilbahnen oder privater Schräglifte teil. «Sie alle leiden zunehmend unter den immer strengeren Vorschriften», bringt Reinhard das Problem auf den Punkt. Kleinseilbahnen, also solche mit höchstens acht Plätzen, bedürfen einer Konzession des Kantons. In dessen Auftrag kontrolliert das Interkantonale Konkordat für Seilbahnen und Skilifte (Ikss) die Anlagen und überprüft regelmässig, ob die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. «Das Problem ist, dass das Ikss immer öfters Empfehlungen des Bundesamtes für Verkehr übernimmt, die auf ‹grosse› Seilbahnen ausgelegt sind», sagt Reinhard.

«Seilbahnen sind ein Kulturgut»

«Die Bauern müssten für viel Geld ihre Bahn sanieren. Das übersteigt oft ihre finanziellen Möglichkeiten», sagt Reinhard weiter. In letzter Konsequenz müssten sie solche Bahnen stilllegen. Das wolle man verhindern. «Solche Kleinseilbahnen sind ein wichtiges Kulturgut und muss man unbedingt erhalten. Es wäre schade, wenn sie mit der Zeit von der Landkarte verschwinden – auch für den Tourismus wäre dies ein Verlust.» Es gehe nicht darum, sich gegen Sicherheitsvorschriften zu wehren, sagt Reinhard. «Wir wollen nur, dass diese verhältnismässig angewendet werden.» Zudem sollen sich die Betreiber vernetzen, sich bei Problemen gegenseitig unterstützen und von Know-how, Erfahrungen und Infrastruktur der anderen profitieren, wenn es um Fragen der Wartung oder Sicherheit gehe. Bis heute seien die Nidwaldner Seilbahnbesitzer nicht organisiert, was sich im Frühling 2016 ändern soll. Dann will Reinhard nämlich den Verband offiziell gründen.

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