Nidwalden
Vor zehn Jahren fiel das erste und einzige Europacup-Skirennen auf der Klewenalp dem Neuschnee zum Opfer

Die ganze Skirennsport-Szene blickte auf die Klewenalp im Januar 2011. Doch die ganzen Vorbereitungen waren vergebens – unerwarteter Schneefall in der Nacht zuvor machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Initiant Sepp Odermatt, der anno dazumal auch Geschäftsführer der Bergbahnen-Beckenried-Emmetten AG war, hat trotzdem gute Erinnerungen an damals.

Interview: Matthias Piazza
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Sepp Odermatt, Initiant des Europacup-Rennens auf der Klewenalp.

Sepp Odermatt, Initiant des Europacup-Rennens auf der Klewenalp.

Bild: PD

Auf Melchsee-Frutt findet schon seit Jahren der Europacup-Nachtslalom der Damen statt. Was hatte Sie bewogen, ein Europacup-Rennen auf die Klewenalp zu holen?

Sepp Odermatt: Internationale Rennen hatten auf der Klewenalp eine jahrzehntelange Tradition. Mit dem Europacup-Rennen für Damen wollten wir einen Schritt vorwärtsmachen. Ein Rennen auf dem zweithöchsten Level, gleich unter dem Weltcup, wäre in Nidwalden eine Premiere gewesen. Es war eine einmalige Chance, zukünftige Weltcup-Fahrerinnen am Klewenstock zu sehen, was eine Werbung für unser Skigebiet gewesen wäre. So waren unter den 81 Teilnehmerinnen auch bekannte Namen wie die spätere Olympiasiegerin Frida Hansdotter sowie Corinne Suter und Michelle Gisin. Und nicht zuletzt war der Anlass eine Herausforderung für die Klewenbahn und die Organisatoren. Sie konnten wertvolle Erfahrungen sammeln.

Das Rennen, das auf den 20. Januar 2011 angesagt gewesen wäre, musste ja schliesslich abgesagt werden. Warum?

In der Nacht zuvor fielen 25 Zentimeter Neuschnee im oberen Teil, während es im unteren Teil regnete. Das war zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Weil eine kalte und niederschlagsfreie Nacht prognostiziert worden war, wässerten wir die gesamte Piste. Neuschnee zu diesem Zeitpunkt war darum Gift. Der Neuschnee hätte sich mit der Piste gar nicht verbunden. Das Rennen hätte spätestens nach ein paar Läuferinnen abgebrochen werden müssen.

Wie gross war der Frust?

Die Absage bedauerten wir sehr. Der Werbeeffekt blieb trotzdem nicht ganz aus. So hatte halb Europa von den guten Schneeverhältnissen in unserem Skigebiet erfahren, zumal zu diesem Zeitpunkt im Flachland schon Frühlingsstimmung aufkam. Viele Skifahrer waren denn von den Pistenverhältnissen auf der Klewenalp auch positiv überrascht. Positiv in Erinnerung bleibt mir auch das grosse Engagement der rund 100 freiwilligen Helfer, die aus allen Ecken unseres Kantons aufmarschierten. Das zeigte mir einmal mehr, welchen Rückhalt der Skisport in Nidwalden geniesst.

Warum blieb es bei diesem einmaligen Versuch?

Die Anforderungen an ein Europacup-Rennen sind gestiegen. So braucht es heute für solche Rennen etwa zwingend eine Beschneiungsanlage oder einen fixen Heli-Landeplatz für den Transport der Verletzten. Dafür gelang es uns, den Grand Prix Migros auf die Klewenalp zu holen, das grösste Skirennen der Welt für Jugendliche zwischen 8 und 16 Jahren. Wegen Corona findet er dieses Jahr allerdings nicht statt.

Der Europacup-Nachtslalom der Damen auf der Frutt, der auf den 21. und 22. Januar 2021 angesetzt gewesen wäre, fiel Corona zum Opfer.