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NIDWALDEN: Korporation ist erstmals in Frauenhand

Mit Sissi Zimmermann steht erstmals eine Frau an der Spitze einer Nidwaldner Korporation. Auf den Titel Uertevogt verzichtet die Wolfenschiesserin.
Beat Christen
Wechsel an der Spitze der Korporation Büren ob dem Bach in Wolfenschiessen: Sissi Zimmermann und ihr Vorgänger August Christen. (Bild: PD)

Wechsel an der Spitze der Korporation Büren ob dem Bach in Wolfenschiessen: Sissi Zimmermann und ihr Vorgänger August Christen. (Bild: PD)

Beat Christen

Die jährliche Versammlung der Korporation Büren ob dem Bach in Wolfenschiessen geht in die Geschichte ein. Mit August Christen trat jener Mann als Uertevogt zurück, der die Geschicke der Korporation während 55 Jahren massgeblich geprägt hat. Speziell ist auch, dass mit Sissi Zimmermann-Scheuber erstmals eine Frau als Korporationspräsidentin gewählt worden ist. Sie ist damit überhaupt die erste Frau, welche die Geschicke einer Nidwaldner Korporation leitet. Sie habe Respekt vor diesem Amt, sagt die neu gewählte Korporationspräsidentin und fügt an: «Die von meinem Vorgänger August Christen hinterlassenen Fussabdrücke sind gross.» So wie die Korporation Büren ob dem Bach mit der Wahl von Sissi Zimmermann zur neuen Korporationspräsidentin – sie verzichtet auf die Bezeichnung Uertevogt – ein neues Kapitel in der Korporationsgeschichte aufgeschlagen hat, so gross ist das Kapitel in den Annalen der Korporation, welches ihr Vorgänger hinterlassen hat. Zwei Generationen lang hat August Christen der Korporation seinen Stempel aufgedrückt. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies: August Christen hat der Korporation während 55 Jahren seine Dienste zur Verfügung gestellt.

Grundgesetz angepasst

1961 wurde Christen, damals als 26-jähriger Jungspund, zum Uerteschreiber gewählt. Zwanzig Jahre später nahm er am 19. März 1981 das Amt als Uertevogt an. Er habe die Uerte mit Leib und Seele gelebt, wurde das Wirken des langjährigen Uertevogts gewürdigt. Dass er dabei zweimal das Grundgesetz der Korporation Büren ob dem Bach den kantonalen Gesetzesbestimmungen angepasst hatte, erschien bei all seinen Verdiensten fast schon wie eine Randnotiz.

Dass August Christen mit einer dieser Gesetzesanpassungen den Weg für die erste Frau an der Spitze der Korporation Büren ob dem Bach ebnete, war wohl höhere Fügung. Sie habe dieses Amt nicht gesucht, werde sich aber wie ihr Vorgänger mit voller Tatkraft für die Anliegen der «Plätzeter», wie die Bürger der Korporation Büren ob dem Bach in Wolfenschiessen genannt werden, einsetzen. «Der Abschluss der Aawasser-Verbauung, Anpassungen der internen Organisation und das ‹Wie weiter mit unserer Wali­balm-Bahn?› sind nur einige der Themen, die uns in den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen werden.»

Gegen Pläne der Regierung

Dass der Regierungsrat die Korporationen auf eine öffentlich-rechtliche Institution umgestalten möchte, dagegen wird sich die neue Korporationspräsidentin Sissi Zimmermann zusammen mit den andern Nidwaldner Korporationen zur Wehr setzen. «Schliesslich waren die Korporationen da, bevor unser heutiges Staatsgebilde entstanden ist», gibt sie sich kämpferisch und freut sich auf die Herausforderungen, welche das neue Amt mit sich bringen wird.

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