NIDWALDEN: Kostenteiler wirkt sich aus

Die Zahlen der Krankenversicherer zu ihren Leistungen sorgten für Verwirrung. Kanton und Spital liefern Interpretationshilfen.

Martin Uebelhart
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Die Versicherungskarten verschiedener Krankenkassen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Die Versicherungskarten verschiedener Krankenkassen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Gleich zweimal lieferte das Gesundheitswesen vergangene Woche mit Zahlen Schlagzeilen. Erst veröffentlichten die Krankenversicherer ihre Statistik zu ihren Bruttoleistungen pro Versicherten und dann gab der Bund die Krankenkassenprämien für das Jahr 2014 bekannt. Nach wie vor gehört Nidwalden zu den Kantonen mit den tiefsten Durchschnittsprämien für die Grundversicherung.

Vor allem die Zahlen der Krankenversicherer erregten einiges Aufsehen im Kanton Nidwalden. Die Krankenversicherer zahlten im Jahr 2011 Bruttoleistungen pro Versicherten 2415 Franken. Im vergangenen Jahr waren es 2692 Franken. Mit der Zunahme von 11,4 Prozent steht Nidwalden einsam an der Spitze in den Zentralschweizer Kantonen. In absoluten Zahlen liegt der Betrag hingegen deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 3259 Franken. Und bei den sechs Zentralschweizer Kantonen ist es der zweittiefste Wert.

«Falsche Schlüsse gezogen»

Spitaldirektor Urs Baumberger hatte wegen der Statistik einige Telefonate zu führen, wie er gegenüber Zeitung sagt. «Es sind falsche Schlüsse gezogen worden», hält er fest. Es habe der Eindruck entstehen können, die Spitalkosten in Nidwalden seien massiv angestiegen.

Bricht man die Leistungen der Krankenversicherungen auf die einzelnen Bereiche herunter, zeigt sich in den meisten ein Kostenwachstum. Dabei stechen die stationären Spitalkosten mit einer Zunahme von 37 Prozent heraus. Urs Baumberger und auch Gesundheitsdirektorin Yvonne von Deschwanden führen ihn in erster Linie auf den neuen Kostenteiler der neuen Spitalfinanzierung zwischen Kanton und Krankenversicherer zurück. «Der Bund schreibt vor, dass bis 2017 alle Kantone 55 Prozent der Kosten bezahlen müssen. Beim Start 2012 mussten die Kantone ‹nur› mindestens 45 Prozent bezahlen», so von Deschwanden. Der Landrat habe bewusst den tiefsten Kostenanteil aller Kantone festgelegt, um das Verhältnis zwischen Steuergeldern und Prämien gegenüber den anderen Kantonen leicht anzugleichen. «Dies hatte zur Folge, dass der Finanzierungsanteil der Krankenversicherungen im Vergleich zu anderen Kantonen überproportional angestiegen ist.»