Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NIDWALDEN: Kraft der Natur stärkt Körper und Geist

Alessandra Keller ist Junioren-Mountainbike-Weltmeisterin. In ihrer Maturaarbeit sammelte sie neue Erkenntnisse zum Höhentraining.
Romano Cuonz
Die Stanser Bikerin Alessandra Keller. (Bild: PD)

Die Stanser Bikerin Alessandra Keller. (Bild: PD)

«Immer wieder las ich in Sportzeitschriften Artikel über das Höhentraining und seine leistungssteigernden Einflüsse auf den menschlichen Körper», erzählt die Stanser Spitzenbikerin und Junioren-Goldmedaillengewinnerin Alessandra Keller (18). Dies habe sie dazu animiert, selber einmal ein Höhentrainingslager in ihre Saisonplanung einzubauen und eigene Erfahrungen zu sammeln. «Die Erkenntnisse aus diesem Feldversuch wollte ich dann in meiner Maturaarbeit festhalten», sagt die Gymnasiastin. «Vorerst aber musste ich einen geeigneten Ort für meinen Feldversuch finden.»

Drei Wochen auf dem Jochpass

Die junge Sportlerin klopfte im Berghaus Jochpass hoch über Engelberg an. «Dort, auf 2222 Metern über Meer, habe ich bei Trudy und Erwin Gabriel offene Türen und eine herzliche Aufnahme gefunden», berichtet Alessandra Keller. «Meine Trainingseinheiten konnte ich dort wunschgemäss und unter besten Voraussetzungen absolvieren.» Nachdem sie vorerst viel gelesen und so die Theorie über Geschichte, Stellenwert und Auswirkungen des Höhentrainings erarbeitet hatte, plante sie minutiös ihren dreiwöchigen Feldversuch auf dem Jochpass. «Im Zuge der Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft in Südafrika wollte ich die Einflüsse des Höhentrainings an mir selber ermitteln.» Die zentrale Frage dabei: «Welche der untersuchten Eigenschaften brachten Veränderungen, und inwiefern waren diese für meine eigenen Leistungen von Bedeutung?»

Das tönt alles sehr plausibel und einfach. Doch im Nachhinein gesteht Alessandra Keller: «Es war nicht immer einfach, mich während gut einem Jahr mit dem Thema zu beschäftigen.» Ohne die hilfreiche Unterstützung von Fachpersonen und Spezialisten – namentlich des Sportwissenschaftlers Fabian Neun­stöcklin von der Schulthess-Klinik in Zürich – hätte sie wohl kaum durchgehalten, räumt Alessandra Keller ein. Das wissenschaftliche theoretische Fazit aus der gut ein Jahr dauernden Arbeit zieht die Stanserin so: «Ich lernte, an mich Herausforderungen zu stellen, und gewann ein kompaktes Wissen über den menschlichen Körper und das Höhentraining.»

Vergleich mit Spitzensportlern

Die Kraft und Zuversicht, das Ziel zu erreichen, schöpfte die Maturandin vor allem beim Feldversuch auf dem Jochpass. «Da glitzerten Bergseen, da waren beruhigend sprudelnde Bäche und lebendige Murmeltiere, die mich ermutigten», bilanziert sie. «Ganz konkret wurde bei mir untersucht, welche Auswirkungen und Veränderungen das Höhentraining auf die Leistungssteigerung und die Resultate hat», erklärt die Athletin. Um Schlussfolgerungen zu ziehen, wurden dann die Ergebnisse und Laborwerte mit solchen von Weltklasseathleten verglichen.

Daraus resultierte jedoch eine eher ernüchternde Erkenntnis: Die bei Alessandra Keller untersuchten Kenngrössen wiesen, entgegen theoretischen Erwartungen, allesamt keine leistungssteigernden Veränderungen auf. Und dennoch resultierte aus dem Training der Gewinn der Goldmedaille an den Junioren-Weltmeisterschaften in Südafrika. Warum bei der Athletin nach dem Höhentraining eine Leistungssteigerung eintrat, obwohl sich nach den drei Wochen wissenschaftlich messbar nichts verändert hatte, lässt sich nicht abschliessend erklären. Dennoch glaubt die junge Mountainbikerin zu wissen, was ihr wirklich geholfen hat. «Gründe für die Leistungssteigerung müssen andere Komponenten wie das Mentale, die Kraft der Natur, die Konzentration einzig auf das Training und meine eigenen genetischen Voraussetzungen gewesen sein», vermutet sie und findet darin auch bei Fachleuten Zustimmung.

Zahlreiche Wettkämpfe im Kalender

Natürlich ist Alessandra Keller froh, dass sie die Maturaarbeit erfolgreich abgeschlossen hat. «Das Potenzial eines Höhentrainings im Leistungssport ist sicherlich noch nicht ausgeschöpft und verspricht bei der Vorbereitung auf wichtige Wettkämpfe viel», sagt sie. Sie jedenfalls habe in vielen Bereichen profitieren können.

Und die getankte Kraft möchte sie auch dieses Jahr noch voll in gute Resultate ummünzen. Auf ihrem Rennkalender steht dieses Wochenende ein Class-2-Rennen in Buchs SG. Im Sommer werden weitere Wettkämpfe in Tesserete, Solothurn, Gränichen, Montsevelier, Lenzerheide und dann vor allem das nationale Bikerfestival in Muttenz anstehen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.