Nidwalden
Landrätinnen und Landräte sollen mehr Platz erhalten

Das Landratsbüro legt einen Bericht für die Umgestaltung des Landratssaals vor. Eine Machbarkeitsstudie zeigt drei Varianten für die Modernisierung auf. Eine davon soll nun weiterverfolgt werden.

Martin Uebelhart
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Im Landratssaal in Stans herrschen heute eher beengte Platzverhältnisse.

Im Landratssaal in Stans herrschen heute eher beengte Platzverhältnisse.

Archivbild: Nidwaldner Zeitung

Die Platzverhältnisse im Landratssaal im historischen Stanser Rathaus sind eng. Und die technische Infrastruktur ist veraltet. Im Mai 2020 hat der Landrat ein Postulat von Andras Gander (Mitte, Stans) gutgeheissen. In dem Vorstoss wurde das Landratsbüro aufgefordert, einen Bericht zur räumlichen Optimierung und technischen Modernisierung zu erarbeiten. Eine landrätliche Arbeitsgruppe machte sich an die Arbeit. Sie erhielt Unterstützung vom Leiter des Hochbauamts und vom kantonalen Denkmalpfleger.

Eine Ist-Analyse hat laut einer Mitteilung des Landratsbüros auch zu Tage gefördert, dass brandschutzrechtliche Defizite bestehen. Bei einem Umbau müssten daher eine zweite (Flucht-)Türe zum Landratssaal, breitere Fluchtwege im Saal selbst und eine Brandschutzertüchtigung des historischen Treppenhauses einkalkuliert werden. «Wenn ohnehin aus Sicherheitsgründen bauliche Eingriffe im Landratssaal notwendig sind, gelangte die Arbeitsgruppe zur Ansicht, dass auch gleich eine technische Modernisierung an die Hand genommen werden soll», sagt Markus Walker. Der Ennetmooser SVP-Parlamentarier ist erster Landratsvizepräsident und stand der Arbeitsgruppe vor, in der sämtliche Fraktionen vertreten waren. Ein externes Fachbüro wurde mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Drei Ausbauvarianten inklusive der geforderten Brandschutzertüchtigung gingen daraus hervor.

– Mini: Die Minimalvariante umfasst die Optimierung der Gebäudetechnik – konkret Heizung/Lüftung und Elektroinstallationen – und eine Verbesserung der Mikrofonanlage. Gemäss der Grobkostenschätzung ist für die Realisierung mit Kosten von rund 720'000 Franken zu rechnen.

– Midi: Neben der Optimierung der Gebäudetechnik und der Installation einer neuen Mikrofon-/Tonaufzeichnungsanlage sowie einer Abstimmungsanlage ist eine neue Möblierung vorgesehen, die sich an den bestehenden Platzmöglichkeiten orientiert. Dadurch sollen die 60 Landrätinnen und Landräte grössere Arbeitsflächen erhalten, um ein durchschnittliches Notebook angenehm bedienen zu können. Die Schätzung geht von Aufwänden von knapp 1,5 Millionen Franken aus.

– Maxi: Die Maximalvariante sieht zusätzlich eine Vergrösserung der Raumfläche vor. Dies wäre durch eine Verschiebung oder den Abbruch der Trennwand zwischen Landratssaal und Treppenhaus machbar. Dank der Raumvergrösserung wäre auch die Realisierung von mehr Besuchersitzen möglich. Laut Kostenschätzung ist von Investitionen von fast 2,5 Millionen Franken auszugehen.

Liveübertragungen sollen fehlende Besucherplätze kompensieren

Das Landratsbüro sei zum Schluss gekommen, dass die Midi-Variante ausreichend sei, so die Mitteilung weiter. Der Regierungsrat hatte sich in einer Stellungnahme für die Maxi-Variante ausgesprochen. «Wir möchten den ursprünglichen Charakter des Saals nicht verändern», hält Markus Walker fest. Und das Kosten-Nutzen-Verhältnis sei nach Ansicht der Arbeitsgruppe in der mittleren Variante besser, da der Saal über das ganze Jahr gesehen eher wenig genutzt werde. «Für Besucher hätte es auch nach der Modernisierung wenig Platz», räumt Markus Walker ein. Hier soll die Digitalsierung mit einem Livestream Abhilfe schaffen: «Es soll die Möglichkeit geben, einen Livestream in einen weiteren Raum zu leiten. Oder in einem nächsten Schritt den Livestream auch übers Internet zu verbreiten.» So könnten alle Interessierten die Debatten im Landrat mitverfolgen. «Dazu bräuchte es aber eine Anpassung des Landratsgesetzes», betont Walker.

Mit Blick auf die Tätigkeit der Arbeitsgruppe windet er der Denkmalpflegekommission ein Kränzchen: «Die Zusammenarbeit mit der Kommission war sehr eng. Sie hat Hand geboten für die verschiedenen Lösungen, weil der Landrat im Rathaus bleiben und adäquate Räumlichkeiten zur Verfügung haben soll.»

Voraussichtlich am 9. Februar wird der Landrat den Bericht und den Antrag seines Büros beraten. Für eine konkrete Umsetzung wird er zu einem späteren Zeitpunkt über einen entsprechenden Kredit befinden können.

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