NIDWALDEN: Lawinenunglück kommt erneut vor Gericht

Der Unfall mit einem Toten vor zwei Jahren am Stanserhorn wird vor Obergericht neu verhandelt. Bleibt es beim Freispruch der Vorinstanz?

Kurt Liembd
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So berichteten wir am 25. Februar 2012 über den Unfall. (Bild: Repro Alfred Hostettler)

So berichteten wir am 25. Februar 2012 über den Unfall. (Bild: Repro Alfred Hostettler)

War es ein einfach ein unvorhersehbares Unglück? Oder wäre der Todesfall am Stanserhorn im Februar 2012 vermeidbar gewesen, wenn sich die zwei Angeklagten – der Förster der Korporation Stans und ein Seilbahnfachmann der Stanserhorn-Bahn – anders verhalten hätten? Im September 2013 war das Kantonsgericht zu einem klaren Urteil gekommen: Freispruch auf der ganzen Linie. Noch im Gerichtssaal kündigte der Staatsanwalt damals Berufung an. «Ich bin sehr erstaunt, ein solches Urteil hätte ich nicht für möglich gehalten», sagte er damals.

Lawine «naturgegeben»

In der später veröffentlichten ausführlichen Begründung legte das Gericht auf 40 Seiten dar, warum es zu seinem Urteil kam. «Der Staatsanwaltschaft ist es nicht gelungen, eine Sorgfaltspflichtverletzung der Beschuldigten im Sinne des Strafgesetzbuches nachzuweisen, so dass sie vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen werden», heisst es da. Die Lawine sei für den Förster nicht vorhersehbar gewesen. Und zum Seilbahnfachmann schreibt es, er habe durch sein Tun weder eine Gefahr geschaffen noch eine solche vergrössert. Die Lawine sei «naturgegeben» gewesen. Nun kommt es zur erneuten Verhandlung vor Obergericht.