Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

NIDWALDEN: Letzte Ruhe hat ihren Preis

Die Gemeinden handhaben die Gebühren für Gräber unterschiedlich. Teilweise kosten sie auch nichts. Ebenso verschieden fallen die Begründungen dazu aus.
Die teuerste letzte Ruhestätte in Nidwalden: ein Urnengrab auf dem Friedhof in Emmetten. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Die teuerste letzte Ruhestätte in Nidwalden: ein Urnengrab auf dem Friedhof in Emmetten. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Matthias Piazza

Wie teuer darf eine Beerdigung auf Kosten der Allgemeinheit sein? Mit dieser Frage hat sich unlängst der Landrat beschäftigt und tut es bald wieder: Bei der Beratung des neuen Gesundheitsgesetzes verlangte Peter Scheuber (CVP, Ennetmoos) am 26. Februar unter dem Titel Bestattungen, deren Kosten die Gemeinde zu tragen hat, eine Präzisierung anzubringen. So soll explizit von «schicklich, aber einfachen» Bestattungen die Rede sein, um zu verhindern, dass Luxusbegräbnisse gewählt werden, für welche die Gemeinde aufkommen muss. Die Regierung wurde angehalten, das Anliegen für die zweite Lesung vom 20. April aufzunehmen.

Grosse Spannweite

Wir nahmen das zum Anlass, nachzuschauen, wie viel ein Grab auf einem Friedhof in Nidwalden kostet. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es spielt nicht nur eine Rolle, ob es sich um ein Erd- oder Urnengrab handelt, um ein Einzel- oder Familiengrab, ob der Verstorbene ein Einheimischer oder ein Auswärtiger ist. Mindestens so entscheidend ist, auf wessen Boden der Friedhof liegt. Denn die Spannweite unter den elf Nidwaldner Gemeinden ist relativ gross, wie ein Blick in die umfangreichen Gebührenreglemente zeigt.

Der Einfachheit halber haben wir uns auf die Gebühren für Urnengräber konzentriert. In dieser Hinsicht sticht Hergiswil positiv ins Auge. Die letzte Ruhe ist für Einheimische kostenlos, zumindest für die Belegung von Reihengräbern und die Beisetzung im Gemeinschaftsgrab. Ein Urnen-Familiengrab kostet 1500 Franken für die ersten 30 Jahre. Zudem fördert die Gemeinde die Feuerbestattung, indem sie die Kremationskosten von rund 500 Franken übernimmt. Dies mit Erfolg. Rund 90 Prozent der jährlich 60 Beerdigungen sind Feuerbestattungen, wie es auf Anfrage hiess.

Gratis für Einheimische

«Bei uns ist Tradition, dass die Bestattungskosten inklusive Kremation und einer einfachen Urne durch die Gemeinde übernommen werden», erklärt Gemeindepräsident Remo Zberg auf Anfrage. Schliesslich habe der einheimische Verstorbene ja auch Steuern bezahlt. Und zudem halte sich der Aufwand für den Friedhof in Grenzen. Eine Person im 50-Prozent-Pensum kümmert sich in Hergiswil um Friedhof und Beerdigungen. «Zudem kommt uns entgegen, dass immer mehr Verstorbene im unterhaltsfreundlichen Gemeinschaftsurnengrab beigesetzt werden», erläutert Remo Zberg.

Eine untergeordnete Rolle spiele die Tatsache, dass bei einem grösseren Friedhof wie Hergiswil die Fixkosten auf mehr Beerdigungen und Gräber verteilt werden könnten. In Hergiswil steht der Friedhof inklusive Abschreibungen mit rund 120 000 Franken jährlich in den Büchern (davon rund ein Drittel für Bestattungskosten) – bei einem Gesamtaufwand und -ertrag von je etwa 34 Millionen Franken.

Teurer Boden in Emmetten

Auch andere Gemeinden verlangen für Einzel-Urnengräber nichts (siehe Tabelle). Gewisse Gemeinden erheben für ein einzelnes Urnengrab eine Gebühr im Bereich von einigen hundert Franken. Obenaus schwingt in der Preisliste Emmetten. Hier beträgt der Tarif für einen einheimischen Verstorbenen 1500 Franken (für ein Urnengrab). 1200 Franken kostet eine Urne im Grab eines Familienangehörigen, 950 Franken im Gemeinschaftsgrab. Der zuständige Gemeinderat Andreas Näpflin begründet die Gebühren einerseits mit den hohen Investitionen von 2005, als unter anderem die Erdbestattungsfelder saniert wurden und ein Gemeinschaftsurnengrab erstellt wurde. Auch wurde im vergangenen Jahr der Urnenfriedhof saniert. «Zudem fallen auch bei einem kleinen Friedhof mit nur etwa 8 Beerdigungen jährlich gewisse Kosten an, die unter den wenigen Beerdigungen aufgeteilt werden müssen.» 2014 waren dies rund 20 000 Franken, 18 000 Franken wurden aus Gebühren eingenommen. Die jährlichen Gesamtausgaben der Gemeinde Emmetten betragen rund 4,1 Millionen Franken.

Gebühren 2015 bestätigt

Ennetbürgen verlangt für einen Urnenplatz für 15 Jahre 850 Franken. «Für Dienstleistungen erheben wir Gebühren, auch im Friedhofswesen», erklärt Gemeindeschreiber Othmar Egli. Bei der Überarbeitung des Friedhofreglements 2015 wurde beschlossen, die Gebühren beizubehalten. Die Aufwände rund ums Friedhofswesen betragen rund 100 000 Franken jährlich, die Erträge 26 000 Franken, davon Einnahmen aus Grab- und Mietgebühren von etwa 11 000 Franken. Dies bei einem Gesamtbudget von rund 16 Millionen Franken.

Gebühren für Gräber

Urne einzeln (in Franken) Urne Familien (in Franken)
Beckenried 300 1000
Buochs gratis 1500
Dallenwil gratis 1000
Emmetten 1500 1200
Ennetbürgen 850
Ennetmoos 250 1000
Hergiswil gratis 1500
Oberdorf (Büren) 900 900
Stans gratis
Stansstad gratis 1500
Wolfenschiessen 500 1000

Quelle: Gemeinden und Kirchgemeinden


Quelle: Gemeinden und Kirchgemeinden

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.