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NIDWALDEN: Lohngleichheit wird zum Thema im Landrat

Mit einem Postulat soll die Regierung doch noch zur Unterschrift der Lohngleichheitscharta gebracht werden.
Philipp Unterschütz
Eine Initiative fordert, dass der Lohn des Krienser Gemeinderates gedeckelt wird. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Eine Initiative fordert, dass der Lohn des Krienser Gemeinderates gedeckelt wird. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Die Unterzeichnung der Lohngleichheitscharta sei kein Thema, sagte kurz vor Weihnachten der Nidwaldner Finanzdirektor Alfred Bossard (FDP) gegenüber unserer Zeitung (Ausgabe vom 20. Dezember 2017). «Das Personalamt wie auch die Finanz­direktion sind der Meinung, dass Lohnungleichheit in Nidwalden kein Problem ist, daher sehen wir auch keinen Handlungsbedarf.»

Möglich, dass sich Alfred Bossard doch noch vertieft mit dem Thema auseinandersetzen muss. Mindestens, wenn es nach SP-Landrätin Susi Ettlin Wicki geht. Am 8. Januar hat sie ein ­Postulat eingereicht, in dem sie den Regierungsrat ersucht, «die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor zu unterzeichnen und entsprechend Verantwortung in dieser sensiblen ­Frage zu übernehmen. Ich bin überzeugt, dass die ganze SP Nidwalden mein Anliegen unterstützt, und bin sicher, dass mein Anliegen auch parteiübergreifend breite Unterstützung findet. Ich sehe gute Chancen, dass der Landrat das Postulat überweist», sagt Susi Ettlin Wicki. «Es gibt auch keinen vernünftigen Grund, das Thema Lohngleichheit nicht wichtig zu finden.» Natürlich bedeute es am Anfang wohl etwas Mehraufwand, eine entsprechende Überprüfung der Löhne durchzuführen. Das schaffe aber Vertrauen und fördere ein gutes Arbeitsklima. «Vielleicht zeigt sich ja, dass im Kanton Nidwalden bisher tatsächlich Lohngleichheit herrscht. Sonst wollen wir doch auch immer zu den Besten gehören, da wäre es ein Armutszeugnis, wenn wir das nicht endlich anpacken.» Und wenn die Lohngleichheit kein Problem sei, wie es Alfred Bosshard formuliert habe, dann könne man die Charta ja getrost unterschreiben, wie andere Kantone auch.

Vorstoss kommt auch in Obwalden

Einen ähnlichen Vorstoss, dass die Regierung die Lohncharta unterzeichnen soll, wird auch die SP Obwalden an der nächsten Sitzung des Kantonsrats machen, bestätigt Co-Präsidentin Ruth Koch auf Anfrage. Die Form des Vorstosses müsse noch an der Fraktionssitzung bestimmt werden.

Bundesrat Alain Berset lancierte 2016 die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor, weil hier nach Zahlen des Bundesamtes für Statistik Männer rund 7 Prozent mehr verdienen würden als Frauen. Mit der Unterzeichnung der Charta verpflichten sich Bund, Kantone und ­Ge­meinden, sich für die Lohngleichheit einzusetzen. Die Charta verlangt aber nicht nur Lohngleichheit in der Verwaltung, sondern auch deren regelmässige Überprüfung in den der öffentlichen Hand nahestehenden Körperschaften und bei Vergaben im öffentlichen Beschaffungs- und Subventionswesen. Die Charta ist rechtlich nicht bindend, bisher machen 12 Kantone und 25 Gemeinden mit. In der Zentralschweiz hat der Kanton Luzern die Charta unterzeichnet sowie der Bezirk Küssnacht und die Städte Zug und Luzern. In Uri ist eine entsprechende parlamentarische Empfehlung einer SP-Land­rätin und in Zug ein Postulat der Alternativen-die Grünen hängig.

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch

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