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NIDWALDEN: Lopper-Projekt: Bund startet Pilotversuch gegen Stau

Bei Staus am Lopper geht das Bundesamt für Strassen neue Wege. An zwei Standorten startet das Amt einen nationalen Pilotversuch: Tafeln weisen Autofahrer darauf hin, bei Staus auf der Autobahn zu bleiben – das soll die Kantonsstrassen entlasten.
Philipp Unterschütz
Einfahrt in den Loppertunnel. (Archivbild: Markus von Rotz / OZ)

Einfahrt in den Loppertunnel. (Archivbild: Markus von Rotz / OZ)

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch

Die Stauanzeigen auf der Autobahn vor dem Nadelöhr beim Lopper werden seit neustem mit dem Hinweis «Bitte bleiben Sie auf der Autobahn» und der Angabe über den mutmasslichen Zeitverlust ergänzt. Ab sofort werden sie an den beiden Standorten auf der A2 in Stans und der A8 in Alpnach vom Verkehrsmanagement des Bundesamtes für Strassen (Astra) bei Bedarf manuell eingeschaltet. Mit diesem landesweiten Novum will das Astra – auch auf Wunsch des Amtes für Mobilität Nidwalden – dazu beitragen, den Ausweichverkehr auf Kantonsstrassen, vor allem in Hergiswil, einzudämmen. «Es handelt sich um einen Pilotversuch. Ziel ist es, solche Wechseltextanzeigen schweiz­weit automatisiert einzuführen», sagt Jörg Dreier, Leiter der Astra-Verkehrsmanagementzentrale in Emmenbrücke. Ein manueller Betrieb sei aus personellen Gründen nur schwer umsetzbar.

Dem Astra ist nicht entgangen, dass es auf der Autobahn und der Autostrasse am Lopper nicht mehr viel braucht, um das System an den Anschlag zu bringen. Bis voraussichtlich 2019 erste Massnahmen im Zusammenhang mit dem Lärmschutz auf der A2 in Hergiswil erfolgen, dauert es aber noch. «Auch wenn es in Spitzenzeiten viel Verkehr hat, müssen wir im landesweiten Überblick trotzdem festhalten, dass der Lopper ein vergleichsweise kleines Problem ist», sagt Dreier. In den Agglomerationen von Zürich und Basel seien die Verhältnisse wesentlich drastischer.

Bund will Einfluss auf Navigationssysteme nehmen

Wie andernorts entstehen die Staus am Lopper vielfach nicht nur wegen der eigentlichen Überlastung des Systems. «Zu nahes Auffahren, plötzliches Abbremsen, linke Spur blockieren, Spurwechsel, Temporeduktionen in Tunnel sind einige der Gründe für den berüchtigten Handorgeleffekt, der zu Staus führt», erklärt Dreier. Betroffen sind insbesondere der Tunnel Spier bei Horw oder die Galerie Hergiswil mit ihren Steigungen. Mit Kampagnen will das Astra die Autofahrer vermehrt auf diese Problematik aufmerksam machen. Um bei Staus möglichst viele Lenker davon abzuhalten, die Autobahn zu verlassen und das lokale Strassennetz zu verstopfen, versucht man auch, Einfluss auf die Navigationssysteme zu nehmen, die Automobilisten bei (drohendem) Stau Umfahrungen empfehlen.

«Wir pflegen seit langem den Kontakt mit den verschiedenen Anbietern und versuchen, dass sie unsere Informationen und Empfehlungen besser berücksichtigen», sagt Dreier. Das funktioniere mittlerweile besser als noch vor zwei Jahren, die Hersteller seien offener geworden. Das Astra verschickt die Infos über die Nationalstrassen, während die Kantone auf dem gleichen System zuständig sind für ihre Kantonsstrassen. «Wir werden künftig unsere Meldungen häufiger einspeisen», sagt Stephanie von Samson, Leiterin Amt für Mobilität in Nidwalden. Sie reagiert erfreut auf die Unterstützung des Bundes: «Wir sind froh, dass sich das Astra gesprächsbereit gezeigt hat und wir gemeinsam Massnahmen erarbeiten können.»

Einheimischen-Bonus wird nicht toleriert

Wie Jörg Dreier bestätigt, denkt der Bund auch über Anpassungen an den Markierungen oder eine Sperre für Lastwagen auf der Autobahneinfahrt Hergiswil Nord nach: «Dazu müssten wir aber vorgängig eine Studie machen und die Massnahme mit Rechtsmitteln verfügen.» Unmöglich ist es hingegen, Autobahnein- und -ausfahrten zu sperren und nur Einheimischen die Benützung zu erlauben, wie es früher am Gotthard in Göschenen möglich war. «Eine Diskriminierung von Verkehrsteilnehmern ist gesetzlich nicht erlaubt. Wenn schon, müssten Anschlüsse komplett gesperrt werden», hält Jörg Dreier dazu fest. Für den Kanton könnte es indes eine zusätzliche Option sein, den Verkehr auf den Einfahrtsachsen nach Hergiswil mit Ampeln zu dosieren. «Eine erste Studie liegt vor. Das weitere Vorgehen müssen wir mit umliegenden Gemeinden besprechen, eine solche Massnahme braucht die Akzeptanz aller, und es muss der Stauraum dazu vorhanden sein», sagt Stephanie von Samson.

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