NIDWALDEN: Luzerner Firma holt Nidwaldner Abfall

Ab 2016 wird die Bruno Leisibach AG aus Hochdorf die roten Suibr-­Säcke einsammeln. Die Firma hatte sich im Ausschreibungsverfahren durchgesetzt.

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Eine Kehrichtsammeltour in Stans. (Bild Oliver Mattmann)

Eine Kehrichtsammeltour in Stans. (Bild Oliver Mattmann)

Den Hauskehricht in Säcken und Containern sowie das Grüngut holen ab dem kommenden Jahr Lastwagen der Hochdorfer Bruno Leisibach AG. Das bestätigt Paul Matter, Präsident des Kehrichtverwertungsverbandes Nidwalden (KVV NW) auf Anfrage unserer Zeitung.

Am Ende sei letztlich der Preis das entscheidende Kriterium gewesen, sagt Matter. Gleichwohl seien auch noch andere Punkte bewertet worden wie etwa die Ökologie oder Fahrzeugtypen. Eine spezielle Auflage war zudem, dass die Kehrichtlastwagen in einer Garage stehen müssen, die maximal zehn Kilometer vom Bahnhof Stans entfernt ist. Diese Garagierung führte zu einer Beschwerde beim Nidwaldner Verwaltungsgericht, die den Vergabeentscheid verzögert hat. Die Sache sei etwas verzwickt gewesen, räumt Matter ein. Eine Zusage für eine Abstellmöglichkeit der Leisibach-Lastwagen sei auf Druck von aussen wieder zurückgezogen worden. Die Firma habe dann einen anderen Standort suchen müssen als in der Eingabe vorgesehen. Dagegen habe der zweitplatzierte Konkurrent Beschwerde erhoben. Das Verwaltungsgericht ist laut Matter auf diese nicht eingetreten. Mittlerweile sei sie zurückgezogen.

Vergabe für sieben Jahre

Die Nidwaldner Sammellogistik hat der KVV für sieben Jahre vergeben. Zudem gibt es eine Option, die Dauer um drei Jahre zu verlängern. Der Abtransport von Glas, Papier und Karton verbleibt bei der Zimmermann Recycling genauso wie die Verwertung des Grünguts bei der Stanser Lops GmbH.

Mit der Neuvergabe der Sammelaufträge spart der KVV NW pro Jahr rund 250 000 Franken beim Hauskehricht und dem Grüngut. «Da wir davon ausgingen, dass die neuen Vereinbarungen für uns günstiger ausfallen, hat die Delegiertenversammlung bereits Ende Juni die Grundgebühr für die Kehrichtentsorgung auf das kommende Jahr hin gesenkt», hält Matter fest.

Auf dem dritten Platz landete die Firma René Niederberger Transport AG aus Dallenwil. Die Firma sammelt seit 1964 den Nidwaldner Kehricht ein. Die an der Ausschreibung teilnehmenden Firmen seien wohl in den meisten Punkten vergleichbar gewesen. Schlussendlich habe der Preis den Ausschlag gegeben, sagt Firmeninhaber René Niederberger. «Den Unterschied machen dann letztendlich die Personalkosten aus», betont er. Seine Firma habe sich stets bemüht, Löhne zu bezahlen, von denen man leben könne. Bloss sei das bei einer Submission kein zentrales Kriterium.

Neun Voll- und vier Teilzeitstellen fallen ab dem kommenden Jahr bei ihm weg, und er räumt ein: «Da einige Gemeinden nur noch eine Abfuhr pro Woche haben und auch die Abfallmenge geringer ist, hätte ich sicher auch drei Stellen abbauen müssen, wenn ich den Auftrag wieder erhalten hätte. Nun bemühen wir uns für unsere Mitarbeiter, die zum Teil über 25 Jahre bei uns sind, neue Stellen zu finden.» Einige würden zur Firma Bruno Leisibach AG, Hochdorf, wechseln, allerdings zu deutlich schlechteren Anstellungsbedingungen.

Filiale in Nidwalden

«Ich werde in Nidwalden eine Filiale eröffnen», sagt René Leisibach, Geschäftsführer der Bruno Leisibach AG, gegenüber unserer Zeitung. Vier Fahrzeuge und zwölf Leute will er in Nidwalden für die Sammellogistik einsetzen. Es seien alles Nidwaldner, die dort arbeiteten. Jene Mitarbeiter von Niederberger Transport, die das möchten, werde er übernehmen. «Ich freue mich, dass sie bei uns weiterarbeiten», sagt er.

Grundsätzlich seien die Anstellungsbedingungen beibehalten beziehungsweise verbessert worden. «Es stand jederzeit im Vordergrund, dass wir sämtliche Mitarbeiter der Niederberger Transport weiterbeschäftigen können», hält er fest. «Dabei konnten wir nicht sämtlichen Mitarbeitern den bisherigen Lohn gewährleisten.» Die Organisation und Lohnstruktur der Bruno Leisibach AG garantiere jedoch allen Mitarbeitern Löhne bedeutend über den gesamtarbeitsvertraglichen und auftragsspezifischen Vorgaben. Auch Steuern werde er auf die Erträge in Nidwalden im Kanton entrichten.

Martin Uebelhart