Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NIDWALDEN: Man möchte keine «Schuhschachteln»

Die vorberatende Kommission des Landrats möchte beim Hüllenmodell des Planungs- und Baugesetzes mehr Ausnahmen zulassen. Sie verspricht sich davon eine abwechslungsreichere Architektur.
Martin Uebelhart
Das Planungs- und Baugesetz soll Bauherren und Architekten mehr Spielraum bei der Gestaltung geben. (Bild: Boris Bürgisser)

Das Planungs- und Baugesetz soll Bauherren und Architekten mehr Spielraum bei der Gestaltung geben. (Bild: Boris Bürgisser)

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Das totalrevidierte Planungs- und Baugesetz (PBG) ist seit gut drei Jahren teilweise Kraft. Seither bestimmen nicht mehr Geschosszahlen oder Ausnützungsziffern, wie ein Grundstück bebaut werden kann, sondern das so genante Hüllenmodell. Bei diesem wird die Bebaubarkeit durch Abstände und eine Gesamthöhe in Kombination mit einer Überbauungsziffer definiert.

Mit dem neuen System gab es noch keine Erfahrungen, wie der Regierungsrat in seinem Bericht ans Parlament festhält. Insbesondere im Rahmen der Erarbeitung des Muster-Bau- und Zonenreglements mit Gemeindevertretern und bei der Ausarbeitung der ersten totalrevidierten Zonenpläne hätten sich Umsetzungsschwierigkeiten gezeigt. Mit einer Teilrevision des Gesetzes soll die Umsetzung nun vereinfacht und den Gemeinden nach der Revision ihrer Bau- und Zonenreglemente (BZR) ein optimaler Start mit den neuen Bauvorschriften gewährleistet werden.

Kommission stösst früheren Entscheid um

Die landrätliche Kommission für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt (BUL) hält in ihrem Bericht fest, dass das PBG das Erscheinungsbild des Kantons für Jahre präge. Während die BUL die Teilrevision über weite Strecken unterstützt, beantragt sie Änderungen bei der Durchbrechung des Hüllenmodells. Der Begriff der vorspringenden Gebäudeteile nach der Definition der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe soll ins Nidwaldner PBG einfliessen. Somit könnten neben Dachvorsprüngen und Vordächern – wie im Vorschlag der Regierung umschrieben – auch Erker und Balkone aus der Gebäudehülle ragen. Die Kommission stösst damit ihren Entscheid anlässlich der letzten Gesetzesrevision um. Damals hatte sie das Hüllenmodell mit grossem Mehr nicht weiter durchbrechen wollen. Ihren jetzigen Antrag begründet die Kommission mit den Umsetzungsschwierigkeiten in den Gemeinden. Auch gestalterische Überlegungen spielen eine Rolle. «Investoren würden maximal ausnützen wollen, was ohne Durchbrechung nur zu ‹Schuhschachteln› führen würde», so der Bericht. Die Kommission hat den Änderungsantrag mit 11 zu 0 Stimmen beschlossen. Mit gleichem Resultat stellt sie den Antrag, dass die vorspringenden Gebäudeteile die Gebäudehülle um maximal 1,3 Meter durchbrechen dürfen. Die Ausdehnung der vorspringenden Teile darf höchsten 40 Prozent der Fassadenlänge betragen.

Aus der BUL kommen zudem noch zwei Minderheitsanträge. Der eine verlangt, die Bestimmungen für Materialisierung und Farbe, welche die Gemeinden in ihren Bau- und Zonenreglementen vorsehen können, zu streichen. Die Kommissionsmehrheit möchte den Gemeinden diese Möglichkeit belassen. Der zweite Antrag möchte eine Pflicht zur Erstellung von Veloabstellplätzen im Gesetz verankern. In andern Kantonen funktioniere die Umsetzung ähnlicher Bestimmungen gut. Die Mehrheit argumentiert, dass auch ohne Gesetzesbestimmung ab einer bestimmten Grösse bei jedem Bau Abstellplätze für Velos geplant seien.

Keinen Entscheid hat die BUL zur Frage getroffen, ob es bei einfachen Bauvorhaben die Möglichkeit eines Verzichts einer öffentlichen Ausschreibung geben soll. Um dies zu ermöglichen, soll morgen ein ausformulierter Antrag eingereicht werden.

Hinweis

Der Landrat debattiert an seiner Sitzung vom Mittwoch über die Änderungen des Planungs- und Baugesetzes.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.