Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NIDWALDEN: Martin Zimmermann hat Mass und Nachhaltigkeit im Sinn

Mit Martin Zimmermann möchte die SVP einen dritten Regierungsrat. Der Fraktionschef sieht sich in erster Linie dem Wählerwillen verpflichtet.
Geri Wyss
Den Kanton im Blick: SVP-Kandidat Martin Zimmermann daheim in Ennetbürgen. (Bild Corinne Glanzmann)

Den Kanton im Blick: SVP-Kandidat Martin Zimmermann daheim in Ennetbürgen. (Bild Corinne Glanzmann)

Wer Martin Zimmermann in seinem Architekturbüro an der Alten Gasse 2 in Ennetbürgen besuchen will, passiert vor der Eingangstür gegenwärtig die Stangen eines Baugerüstes. Somit wird das tägliche Business des Regierungsratskandidaten der SVP quasi augenfällig. Der 44-jährige Fraktionschef und sein Geschäftspartner Jörg Würsch planen Bauvorhaben und sind auch für die Ausführung verantwortlich. Und das Baugerüst symbolisiert ein Thema, das Martin Zimmermann beschäftigt: das Wachstum des Kantons. «Im Agglomerationsprogramm Nidwalden geht die Regierung von einem Bevölkerungswachstum von 12 Prozent in 15 Jahren aus. Das ist meiner Meinung nach zu viel», sagt Zimmermann. Die Verkehrsproblematik sei eine der grossen Herausforderungen des Kantons.

«Zu viel Wachstum ist ungesund. Es besteht auch die Gefahr, dass sich die Nidwaldner den Wohnraum irgendwann nicht mehr leisten können.» Zimmermann hebt aber auch die vielen Vorzüge seiner Heimat hervor. «Wir verfügen über eine ausgezeichnete Verkehrsanbindung, sind wirtschaftlich gut aufgestellt, und die Bevölkerungsstruktur ist ausgewogen.»

Flugplatzfrage löste Kandidatur aus

Dass Martin Zimmermann nach 15 Jahren in der Politik, davon 8 Jahre im Landrat, nun in die Exekutive möchte, begründet er so: «Ich bin motiviert, den Kanton mitzusteuern und mitzugestalten.» Ausschlaggebend für die Kandidatur seien die Ereignisse rund um den Flugplatz Buochs gewesen. Im November 2012 hatte der Landrat einen Antrag angenommen, der die Regierung ermächtigt hatte, dem Verkauf von frei werdenden Flächen vom Bund an die Genossenkorporationen zuzustimmen. «Doch trotz klarem Auftrag hat sich die Regierung über ein Jahr lang gewunden, die entsprechende Vereinbarung zu unterzeichnen», blickt Zimmermann zurück. «Ich dachte, wenn die Regierung den Willen des Parlaments und somit des Volkes nicht umsetzen will, muss halt einer kommen, der mehr direkte Demokratie in die Exekutive bringt.»

«Nachhaltige Lösungen» finden

Martin Zimmermann streicht mehrfach hervor, wie er seine Rolle als Politiker versteht, erst recht in einer Exekutive: «Wir haben einen Auftrag vom Volk, den wir wahrnehmen müssen.» Persönliche Befindlichkeiten seien zweitrangig. Auch stehe für ihn stets die Sache im Zentrum. «Parteigrenzen sind letztlich egal, wenn es um nachhaltige Lösungen für den Kanton Nidwalden geht.» Für ihn sei es zum Beispiel auch kein Problem, zusammen mit den Grünen für eine Sache einzustehen. «Dann wird jeweils von einer unheiligen Allianz geredet. Das ist falsch, es geht einzig und allein darum, ein gemeinsames Ziel zu erreichen, wenn auch vielleicht aus unterschiedlichen Beweggründen.»

Martin Zimmermann ist ein Landrat, der verhältnismässig viele Vorstösse lanciert und der als Fraktionschef der SVP nie um klare und markige Worte im Parlament verlegen ist. «Klar bin ich in meiner Position im Schaufenster. Das ist gut so. Gerne setze ich mich mit den Rückmeldungen von Seiten der Wähler auseinander», so Zimmermann. «Als Politiker», ergänzt er, «muss man die eigenen Ansichten ändern können, wenn man von den Leuten hört, dass sie etwas nicht wollen, was man bis anhin vertreten hat.»

Ein Ur-Nidwaldner

Martin Zimmermann ist ein Ur-Nidwaldner. Der Familienname Zimmermann wird in Ennetbürgen 1402 erstmals urkundlich erwähnt. Sein Vater Adolf Zimmermann war ebenfalls Landrat, politisierte jedoch für die FDP. Auch er führte ein Bauunternehmen und zählte das Segeln zu seinen Hobbys. Vieles hat Martin Zimmermann früh vom Elternhaus vermittelt bekommen, mit ihm lebt die Familientradition in mehrfacher Hinsicht weiter.

Als Unternehmer habe er gelernt, Führungsverantwortung wahrzunehmen, Arbeit an der Front zu leisten, für effiziente Abläufe zu sorgen und die Ausgaben auf die Einnahmen abzustimmen. Diese Fähigkeiten seien auch in einer Exekutive gefragt. Auch sei es für ihn überhaupt keine Frage, sich dem Kollegialitätsprinzip zu verpflichten. «Ich kämpfe bis zuletzt für meine Positionen, doch wenn dann eine Abstimmung ein anderes Resultat bringt, vertrete ich dieses und führe den Auftrag, den ich erhalten habe, aus. Auch, wenn mir das persönlich nicht gefallen sollte.»

SVP von Anfang an mitgeprägt

Martin Zimmermann war eines der Gründungsmitglieder der SVP Nidwalden vor 15 Jahren. «Ich bin kein Freund der EU, und diese Partei setzte sich damals am klarsten gegen einen EU-Beitritt ein.» Auch sei die SVP die Partei, in der die direkte Demokratie wirklich gelebt werde. «Wenn das Volk sagt, es ist so, dann ist es so», unterstreicht Zimmermann.

Als Fraktionschef präge er die Handschrift der SVP Nidwalden. Als Beispiel nennt er die Positionen in der Bildung: «Die Kinder sollen erst einmal richtig lesen, schreiben und rechnen lernen. Auch ist eine Fremdsprache in der Primarschule genug.» Die heutige «Reformi­tis» sei nicht gut für die Kinder. Man solle sich besser aufs Wesentliche konzentrieren. Das sehe er auch bei seinem Sohn Max. «Er ist im Kindergarten. Fünf Lehrpersonen sind für ihn zuständig, zwei Kindergärtnerinnen, die sich das Pensum teilen, ein Heilpädagoge, ein Turn- und ein Musiklehrer.» Das sei einfach zu viel für die Kinder. «Bei mir hat noch eine Lehrperson im Kindergarten ausgereicht.»

Sollte er die Wahl in den Regierungsrat schaffen, läge ihm als Baumeister und Immobilientreuhänder vom beruflichen Hintergrund her das Bau-, Finanz- oder Volkswirtschaftsdepartement am nächsten. Bei Wiederwahl der bisherigen Regierungsräte wäre er aber der Jüngste im Gremium – und bei der Verteilung der Ämter käme er am Schluss an die Reihe.

Das sagen andere im Landrat

Ruedi Waser, Landrat und Präsident FDP Nidwalden:
«Martin Zimmermann ist ein linientreuer Parteivertreter der SVP. Er politisiert immer wieder und gerne gegen die Regierung, soweit sie nicht seiner Partei angehört. Es ist mutig, dass er sich für ein Regierungsamt bewirbt, das von ihm doch einiges an Kooperations- und Kompromissbereitschaft fordern würde.»

Joseph Niederberger, Landrat, CVP Oberdorf:
«Ich erlebe Martin als engagierten Ratskollegen. Er politisiert stets auf der Linie der SVP und äussert sich pointiert und mitunter forsch. Er sagt sehr direkt, was er von anderen Meinungen und Positionen hält. Martin ist nicht nachtragend: Ist im Landrat ein Entscheid gefallen, akzeptiert er diesen und blickt vorwärts.»

Anmerkung der Redaktion: Von Seiten der Grünen war niemand für eine Stellungnahme zu Martin Zimmermann zu gewinnen.

Der Kandidat persönlich

Werdegang
Lehre als Maurer, diverse Ausbildungen im Bereich Betriebswirtschaft, Informatik und Bau. Erfahrungen in mehreren Geschäftsleitungen. Seit 2000 tätig in eigenen Gesellschaften, so im Bau- und Architekturbüro Zimmermann & Würsch GmbH.

Familie
Verheiratet mit Cathrine Zimmermann, Vater von Max (61/2).

Internet
www.zimmermannmartin.ch

Lieblingsort
«Der Vierwaldstättersee und im Winter die Nidwaldner Bergwelt, zum Beispiel Klewenalp-Stockhütte.»

Lieblingsmenü
Fondue.

Aktuelle Lektüre
«Die Biografie von Mao Tse-tung. Ich lese sehr gerne Biografien von Persönlichkeiten, egal, ob politisch rechts oder links. Sie zeigen, wie Lebenswege nicht planbar sind und sich plötzlich ändern können.»

Schönste Kindheitserinnerung
«Schon als 2-Jähriger nahm mich mein Vater mit auf die Baustelle. Durch ihn habe ich sehr viel gelernt, und ich sah, was es heisst, Unternehmer zu sein.»

Entweder – oder

Mozart oder rolling stones?
«Schon eher Rolling Stones. Ich war in den 80er-Jahren als DJ tätig und habe damals das Aktuelle aus Rock und Pop aufgelegt.»

Kino oder KKL?
«KKL. Darin kann ich kulturelle Veranstaltungen besuchen, bei denen ich auch zu mir finden und mich sammeln kann.»

Bratwurst oder Rindsfilet?
«Ich habe eine Milchallergie, deshalb muss es das Rindsfilet sein.»

Sommer oder Winter?
«Schon der Sommer, obwohl ich gerne Ski fahre.»

Smartphone oder papieragenda?
«Smartphone. Sonst bekäme ich ein Durcheinander mit den vielen Terminverschiebungen.»

Städtereise oder Abenteuerferien?
«Nur Abenteuerferien – mit Segelboot oder Bike.»

«Voice of Switzerland» oder «Arena»?
«Ich schaue sehr wenig fern, also weder noch. Wenn ich mich informieren will, benutze ich das Internet. Generell lese ich lieber ein Buch.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.