NIDWALDEN: Mehr Hobbyfischer – dafür weniger Berufsfischer

Fischen ist auch bei den Jungen im Trend. Das war an der GV der Seefischer zu erfahren, an der auch ein prominenter Gast teilnahm.

Drucken
Teilen
Fischen bleibt im Trend – nur nicht als Beruf. (Bild: Christoph Riebli / Neue OZ)

Fischen bleibt im Trend – nur nicht als Beruf. (Bild: Christoph Riebli / Neue OZ)

Kurt Liembd

Der Verein der Seefischer Nidwalden prosperiert, sowohl qualitativ wie quantitativ. Das war an der 67. Generalversammlung, die am Freitag in Dallenwil stattfand, zu spüren. Nicht weniger als 31 Neueintritte konnte der Verein im vergangenen Jahr verzeichnen. Dem gegenüber stehen 12 Austritte und ein Todesfall, sodass der aktuelle Mitgliederbestand 182 beträgt. Das sind 18 mehr als im Vorjahr oder rund elf Prozent mehr.

Filettier- und Fischkochkurs

In seinem ersten Jahresbericht erwähnte Präsident Simon Rohrer zahlreiche Aktivitäten des vergangenen Jahres, so das Trüschenfischen, das Vereinsfischen, das «Fischfäscht» und das Bergseefischen. Auch Fortbildung stand auf dem Programm, diesmal mit einem Filettier- und Fischkochkurs sowie mit einem Fischerkurs, der voll ausgebucht war. Ein besonderes Lob richtete Simon Rohrer an die Jungfischergruppe, welche im vergangenen Jahr starken Zuwachs verzeichnen konnte. «Wir sind überzeugt, dass diese jungen Fischer die Seefischer von morgen sind.» Weiter erwähnte Simon Rohrer, dass sich die Fischerei in der Schweiz auch im vergangenen Jahr mit naturschützerischen Themen befasste, so unter anderem mit der Wiederansiedlung das atlantischen Lachses, mit der Problematik von Kormoranen in der Schweiz oder der Ausbreitung von Fischkrankheiten in diversen Gewässern. Auch im laufenden Jahr sind zahlreiche Anlässe geplant, sowohl für die Seefischer wie auch für Jungseefischer.

Kassier Florian Wandeler konnte im vergangenen Jahr bei Einnahmen von rund 22 000 Franken und Ausgaben von rund 19 000 Franken einen Gewinn von 3100 Franken verbuchen. Deshalb beschloss die Versammlung, den Jahresbeitrag unverändert zu belassen. Bei den Wahlen wurden Vorstandsmitglied Jan Krüger und Jürg Camenzind als Revisor für weitere zwei Jahre wiedergewählt.

Nur noch neun Berufsfischer

Eine spezielle Ehrung erfuhr der 71-jährige Walter Hirt aus Stansstad. Er beteiligte sich im vergangenen Jahr an fast allen Aktivitäten als Teilnehmer, Helfer und vieles mehr, was ihm die Versammlung mit langem Applaus verdankte. Karl Frank, Berufsfischer und Mitglied der kantonalen Fischereikommission, erwähnte die Probleme der Berufsfischerei und stellte den dafür geschaffenen Prospekt vor mit dem Titel «Hat die Berufsfischerei am Vierwaldstättersee noch Zukunft?». Daraus ist unter anderem ersichtlich, dass es im Jahre 1948 noch 40 Berufsfischer gab, während es heute nur noch neun sind.

Zu Gast an der GV war auch Robert Zanetti, seit einem Jahr neuer Zentralpräsident des Schweizerischen Fischereiverbandes (SFV) und Solothurner Ständerat. Er betonte die naturschützerischen Aspekte und sagte: «Wir sind eine starke Stimme für das Leben im und am Wasser, im Interesse der Natur und der Menschen.» Die Bevölkerung sei hoch sensibilisiert für Gewässerschutz, und das Interesse am Fischen sei grösser denn je, auch bei den Jungen, so Zanetti.