Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NIDWALDEN: Michèle Blöchliger und Joe Christen neu in der Nidwaldner Regierung

Die SVP musste lange um ihren zweiten Sitz in der Regierung bangen, weil die FDP mit ihren beiden Kandidaten mächtig Druck ausübte. Die Bisherigen meisterten die Wiederwahl souverän.
Der neue Nidwaldner Regierungsrat mit Joe Christen, Josef Niederberger, Othmar Filliger, Michele Blöchliger, Alfred Bossard, Res Schmid und Karin Kayser (von links). (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 4. März 2018))

Der neue Nidwaldner Regierungsrat mit Joe Christen, Josef Niederberger, Othmar Filliger, Michele Blöchliger, Alfred Bossard, Res Schmid und Karin Kayser (von links). (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 4. März 2018))

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@nidwaldnerzeitung.ch


«Das ist ein wahrer Krimi», sagte Joe Christens (FDP) Frau Amanda zwischendurch auf den Gängen des Stanser Rathauses. Und dieser Krimi sollte sich noch eine ganze Weile – die Resultate aus den Gemeinden Buochs und Beckenried liessen lange auf sich warten – hinziehen, bis sie ihrem Mann endlich gratulieren konnte. Während die fünf bisherigen Regierungsräte schnell einmal davon zogen und nicht um ihre Wiederwahl bangen mussten, lieferten sich dahinter Joe Christen, sein Parteikollege Niklaus Reinhard und Michèle Blöchliger (SVP) praktisch von Beginn an ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die beiden frei werdenden Sitze. Und früh zeichnete sich auch ab, dass mit dem neuen Wahlsystem (siehe Kasten) kein zweiter Wahlgang nötig sein wird.

Während die 50-jährige SVP-Kandidatin und aktuelle Landratspräsidentin in einer Vielzahl von Gemeinden am meisten Stimmen auf sich vereinte, konnten die FDP-Kandidaten von ihren starken Resultaten in ihren Wohngemeinden Stans respektive Hergiswil zehren. Im Hauptort etwa verlor Blöchliger über 650 Stimmen gegenüber dem 53-jährigen Christen, dem Stanser Finanzchef. Zwischenzeitlich sah es sogar aus, als ob Reinhard (53) für die FDP den angestrebten dritten Sitz holen könnte, drei Gemeinden vor Schluss betrug die Differenz zu Blöchliger lediglich sechs Stimmen. In der Endausmarchung aber hatte die SVP-Frau von allen neuen Kandidaten die Nase vorne. Auf der Strecke blieb nebst Reinhard auch der grüne Stanser Conrad Wagner (58), der ohne seine Partei im Rücken angetreten war.

Als Regierungsrat muss er das Gemeinderatsamt aufgeben

Als das Herzschlagfinale vorüber war, flossen bei Michèle Blöchliger Freudentränen. Solche hatte sie bereits bei der Wahl zur Landratspräsidentin vor knapp einem Jahr vergossen. «Es ist eine Achterbahn der Gefühle gewesen», fasste sie den spannungsgeladenen Wahlnachmittag treffend zusammen. Die Freude sei riesig, zwei SVP-Vertreter in der Regierung sei das, was das Volk wolle. «Ich freue mich sehr auf meine neue Tätigkeit und werde mein Bestes geben», versprach sie. «Überwältigt» zeigte sich natürlich auch Joe Christen, derzeit für den Landerwerb beim Kanton Nidwalden zuständig. Da Niklaus Reinhard als Landrat einen gewissen Bekanntheitsgrad geniesst, sah er leichte Vorteile bei seinem Parteikollegen. «Ich bedauere es schon, dass wir den dritten Sitz nicht holen konnten», so Christen, «doch es wird sicher auch in dieser Zusammensetzung eine spannende Aufgabe.» Seine Mitarbeiter hatten im Vorfeld gescherzt, ihm nicht die Stimme zu geben, weil sie ihn behalten wollten. Jetzt muss er auch sein Amt als Gemeinderat aufgeben. «Ich habe ein weinendes und ein lachendes Auge, das ist so. Es hat mir sehr viel Spass bereitet, mich für die Gemeinde einzusetzen.» Nun könne er nicht alles zu Ende führen, «doch die Freude, eine neue Herausforderung in Angriff zu nehmen, überwiegt».

Conrad Wagner hadert trotz persönlichem Lichtblick

Des einen Freud ist des anderen Leid. Doch Niklaus Reinhard trug seine Nichtwahl gestern mit Fassung. Er verwies auf seine Mitarbeit in der FDP-Ortspartei Hergiswil, wo er mit der Verteidigung der drei Sitze im Parlament auch etwas zu feiern habe. Er sei ein «Animal politique» und werde als Landrat weiterhin versuchen, Bewegung in die politische Landschaft zu bringen. Von einer «grossen Enttäuschung» sprach derweil Conrad Wagner, der zum dritten Mal erfolglos kandidierte. Ihm sei bewusst, dass er ein Wagnis eingegangen sei, doch an seiner Meinung, dass aufgrund der Wählerstärke alle politischen Couleurs im Regierungsrat vertreten sein sollten, habe sich bis heute nichts geändert. Einen kleinen persönlichen Lichtblick konnte er dennoch feiern. So erzielte er heuer das bisher beste Resultat, am Ende lag er nur knapp 50 Stimmen hinter dem absoluten Mehr. Auf die Frage einer Journalistin, wie es herausgekommen wäre, wenn er von den Grünen offiziell unterstützt worden wäre, sagte er nur: «Das müssen sie die Parteiverantwortlichen fragen.» Einige Augenblicke davor, als das Ergebnis noch nicht vorlag, hatte Grünen-Präsident Leo Amstutz gegenüber unserer Zeitung gesagt: «Es tut natürlich schon weh, wenn Conrad Wagner ohne uns ein besseres Resultat macht.» Das werfe Fragen auf. Trotzdem blieb Amstutz dabei: «In der Konsequenz war es richtig, nicht anzutreten.»

Das Wahlergebnis der Nidwaldner Regierungsratswahlen vom 4. März 2018. (Bild: Grafik bac)

Das Wahlergebnis der Nidwaldner Regierungsratswahlen vom 4. März 2018. (Bild: Grafik bac)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.