Nidwalden
Musik- und Sportbegabte sollen früher an eine weiterführende Schule wechseln können

In einem Postulat regen Astrid von Büren (CVP, Stans) und Niklaus Reinhard (FDP, Hergiswil) eine Anpassung der kantonalen Mittelschulverordnung an.

Martin Uebelhart
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In begründeten Fällen soll es möglich sein, nach Abschluss der 2. Klasse der Orientierungsschule (ORS) an eine Mittelschule wechseln zu können. Dafür solle ein Antrag gestellt werden können. Astrid von Büren (CVP, Stans) und Niklaus Reinhard (FDP, Hergiswil) regen diese Ergänzung der Nidwaldner Mittelschulverordnung in einem Postulat an.

Von Büren und Reinhard zielen mit ihrem Vorstoss auf sportlich oder musikalisch Begabte ab. Diese könnten heute nur nach Abschluss der 3. ORS an spezialisierte weiterführende Schulen wie zum Beispiel die Sport- oder Musikklassen an der Luzernern Kanti Alpenquai übertreten, sagt Astrid von Büren auf Anfrage. «Der Idealfall wäre, dass betroffene Schülerinnen und Schüler nach der 2. ORS in die erste Klasse eines Sport- oder Musikgymnasiums übertreten könnten», hält sie fest. Das sei etwas, was zum Beispiel in Uri oder Obwalden möglich sei.

Der Kanton Nidwalden zahle Sportschulen und unterstütze Begabte beim Eintritt in Spezialgymnasien. Das aktuelle Modell koste den Kanton mehr, als wenn ein Übertritt aus der zweiten Orientierungsstufe möglich wäre, argumentieren Astrid von Büren und Niklaus Reinhard in ihrem Postulat. Zu den drei Jahren Sportschule der Orientierungsstufe kämen sechs Jahre Sportgymnasium. Der Kanton Nidwalden zahle damit ein zusätzliches Jahr in einer teuren Spezialschule. «Etwa, wenn jemand für die dritte Klasse der Oberstufe an eine solche Institution wechselt», so Astrid von Büren. Die ORS im Kanton könnten den Sport- oder Musikbegabten nicht immer oder nur zu einem gewissen Grad gerecht werden.

Allenfalls müssen Schüler ein zusätzliches Jahr absolvieren

Die Postulantin und der Postulant, die entsprechende Fälle aus ihrem familiären Umfeld kennen, sehen eine Benachteiligung auf einer weiteren Ebene. «Nach der 3. ORS ist ein Übertritt in eine zweite Sport- oder Musikklasse am Gymnasium nur möglich, wenn dort bereits aufgenommene Absolventinnen und Absolventen schon nach einem Jahr austreten», betont Astrid von Büren. Allenfalls müssten Schülerinnen und Schüler aus Nidwalden in der ersten Klasse beginnen und so ein zusätzliches Jahr absolvieren.

Weiter seien in der Begabungsförderung Programme im Jugendalter wichtig, heisst es im Vorstoss weiter. Mit der aktuellen Regelung müssten die Jugendlichen neben dem hohen Trainings- oder Übungsaufwand und der obligatorischen Schule auch eine – unnötige – Berufsfindung absolvieren. Diese würde wegfallen, wenn der Wechsel in der zweiten Orientierungsstufe stattfände.