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NIDWALDEN: Neuerliche Zusatzrunde für Veloweg?

Es zeichnet sich ab, dass das Velowegprojekt zwischen Stans und Oberdorf heute im Landrat auf Widerstand stossen wird. Dabei steht nicht einmal die neue Linienführung selber im Fokus. Nur die CVP scheint sich auf jeden Fall hinter die Vorlage zu stellen.
Oliver Mattmann

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@nidwaldnerzeitung.ch

Das letzte Teilstück des Velo- und Fusswegs Stans–Dallenwil ist seit Jahren auf Eis gelegt, weil die ursprünglich vom Landrat beschlossene Variante zwischen Schmiedgasse in Stans und St. Heinrich in Oberdorf auf ­Widerstand gestossen war. Nun nimmt der Kanton einen neuen Anlauf und präsentiert eine Linie, die sich ab dem Winkelriedhaus-Museum neu am Stämpbach und dem bestehenden Kiesweg in Richtung St. Heinrich orientiert (Ausgabe vom 29. März). Kostenpunkt: 800000 Franken. Auch wenn die Lösung in beiden vorberatenden Kommissionen einhellige Unterstützung fand, dürfte die Vorlage heute im Landrat einen schweren Stand haben.

«Wir sind für Rückweisung des Geschäfts», sagt SVP-Fraktionschef Martin Zimmermann auf Anfrage. Er betont, dass seine Partei nicht grundsätzlich gegen den Veloweg sei. Doch die SVP fände es zielführender, wenn der Kanton abwarte, bis alle Details zur geplanten Dorfbachöffnung im Abschnitt des Kollegi-Sportplatzes – der Velo- und Fussweg soll parallel dazu verlaufen – klar seien. Bei diesem Projekt hat die Gemeinde Stans die Federführung. «Wir sind der Meinung, dass man den Veloweg näher zum Bach nehmen könnte und wollen dies durch den Kanton genauer abgeklärt haben», hält Martin Zimmermann fest.

Grüne/SP befinden sich in einem Dilemma

Ob der Veloweg weiter in Richtung Dorfbach verlegt werden kann, bezweifelt indes Werner Küttel, Fraktionschef der Grünen/SP. «Wenn ein Bach geöffnet wird, muss ein gesetzlicher Gewässerschutzabstand eingehalten werden.» Nach seinen Informationen würde der Veloweg daher fast 15 Meter in den Kollegi-Sportplatz ragen. «In unserer Brust schlagen zwei Herzen», erklärt Küttel das Dilemma seiner Fraktion. «Die Renaturierung des 130 Meter langen Abschnitts ist begrüssenswert, doch auf der anderen Seite erfährt das Kollegi einen herben Flächenverlust, was Auswirkungen auf den Turnunterricht hätte.» Der Grünen/SP-Fraktion schwebt ein Kompromiss vor. So soll der Dorfbach auf besagtem Teilstück nicht geöffnet werden. Dadurch könnte der Veloweg auf der alten Tartanbahn am Rande des Sportplatzes realisiert werden.

Auch die FDP hat bei dieser Vorlage «ein schlechtes Bauchgefühl», wie Landrat Erich von Holzen gegenüber unserer Zeitung festhält. Dazu geführt habe nicht zuletzt ein Mail von Kollegi-­Exponenten an alle Landräte, in welchem Bedenken geäussert wurden, welche aus den Landratsunterlagen nicht hervorgegangen waren. «Neben den hohen Kosten stört uns vor allem das Bachöffnungsprojekt, welches wir als unnötig erachten.» Dass dabei intakte Infrastruktur des Kollegis weichen müsse, sei zu wenig berücksichtigt worden, moniert Erich von Holzen. Seine Partei habe nicht über einen eigenen Rückweisungsantrag diskutiert, er vermutet aber, dass viele Parteikollegen einen solchen unterstützen würden.

Landverlust ist für die CVP vertretbar

Einzig die CVP scheint der Regierung den Rücken zu stärken. «Der Kollegi-Sportplatz ist vor Jahren im hinteren Teil vergrössert worden, insofern erachten wir den Wegfalls des Streifens bei der Tartanbahn als vertretbar», begründet Fraktionschef Bruno Christen. Im Gegensatz zu anderen Parteien ist die CVP der Ansicht, dass Velofahrer und fussballspielende Kollegischüler nebeneinander Platz haben werden. «Der Fuss- und Veloweg dürfte mehrheitlich am Abend und an den Wochenenden benutzt werden, also wenn kein Schulbetrieb herrscht», ist Bruno Christen überzeugt. Wenig Verständnis hat die CVP für die Forderung, man müsse mit dem Veloweg zuwarten, bis die Details zur Bachöffnung bekannt seien. «Wir dürfen doch davon ausgehen, dass Kanton und Gemeinde im Hintergrund die beiden Projekte aufeinanderabgestimmt ­haben.»

Einen Wunsch bringt die CVP trotzdem an: Die Parkplatzsituation beim Winkelriedhaus angrenzend zum Kollegi-Sportplatz soll anders gelöst werden. Der Kanton will die Parkplätze aufgrund der neuen Veloweglinie südöstlich verlegen. «Wir werden eine kostengünstigere Variante vorschlagen, die weniger Land benötigt», kündigt Bruno Christen an.

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