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NIDWALDEN: Nidwaldner Bäuerinnen zeigen ihre soziale Ader

Mit einem frisch gewählten Vorstand starten die Nidwaldner Bäuerinnen ins neue Vereinsjahr. An der gestrigen Generalversammlung ging es lebendig zu. Es gab eine «Demonstration», Bekenntnisse und Tränen der Rührung.
Marion Wannemacher
Präsidentin Claudia Käslin-Barmettler mit Sandra Barmettler-Zumstein (links) und Bernadette Gander-Blättler (rechts). (Bild: Marion Wannemacher (Stans, 25. Januar 2018))

Präsidentin Claudia Käslin-Barmettler mit Sandra Barmettler-Zumstein (links) und Bernadette Gander-Blättler (rechts). (Bild: Marion Wannemacher (Stans, 25. Januar 2018))

«Die Generalversammlung des Bäuerinnenverbandes Nidwalden ist mein Lieblingsanlass», bekannte Regierungsrat Ueli Amstad. Er sei jedes Mal gespannt auf die Dekoration, und die Atmosphäre sei immer speziell, lobte er. Rüebli, Kartoffeln und Äpfel in Körben sowie Apfelmostflaschen unterhalb des Vorstandstischs verwiesen auf die heimischen Güter. Der gesamte Vorstand zog in einer gespielten Demonstration mit Schildern in den Pestalozzisaal in Stans ein. «Kluger Rat» und «Notvorrat» skandierten die Bäuerinnen. Es ging um das Thema Vorräte, stellte Präsidentin Claudia Käslin-Barmettler auf Nachfrage klar.

«Man kann Glück nicht kaufen, aber man kann Bäuerin sein, was sehr nahe dran ist», hiess das Motto der diesjährigen 69. Generalversammlung. Im vergangenen Jahr habe man zwar auf der Sonnenseite gestanden, betonte Co-Päsidentin Rita Niederberger-Ulrich. Die Frostnächte Ende April hätten aber erhebliche Schäden an Beeren und Obstkulturen angerichtet. «Das Futter für unsere Tiere konnte im Sommer und Herbst aber in guter Qualität und Quantität eingefahren werden», bilanzierte sie.

Eine «wirklich gute Zeit»

Für sie war es nach 10 Jahren im Vorstand die letzte Generalversammlung als Co-Präsidentin. Sichtlich bewegt nahm Claudia Käslin-Barmettler von der Kollegin Abschied. «Ich würde den Weg mit dir über Stock und Stein immer wieder gehen», bescheinigte sie ihr und bedankte sich für die «wirklich gute Zeit» mit ihr. Künftig wird die durch die Wahl bestätigte Käslin-Barmettler das Präsidium allein führen. Unterstützung erhält sie von Bernadette Gander-Blättler aus Hergiswil und Sandra Barmettler-Zum­stein aus Buochs. Beide wurden einstimmig gewählt. Aus dem Vorstand schied Kassierin Caroline Frank-Dinkel, die ebenfalls mit warmen Worten verdankt wurde.

Ein spannendes Vereinsjahr liegt hinter dem Bäuerinnenverband, der 570 Mitglieder zählt. Neben Kursen zu bäuerlichen Weiterbildungsthemen, Freizeitgestaltung und Ausflügen ist der Verband auch im Forum Nidwalden beteiligt. In diesem beratenden Gremium für den Regierungsrat und das Amt für Landwirtschaft sind die Bäuerinnen mit vier Sitzen vertreten.

Als «jüngstes Kind» hat der Bäuerinnenverband eine Arbeitsgruppe «Erstanlaufstelle bei sozialen Problemen» gegründet. Als Berater steht Präses Marino Bosoppi Langenauer ratsuchenden Bäuerinnen und Bauern nach Unfall, Krankheit oder bei psychischen Schwierigkeiten zur Seite, bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten Armin Niederberger von der Agro Treuhand. Auch habe man den Sozialfonds der Bäuerinnen reaktiviert und bereits an Anlässen Geld gesammelt, informierte Rita Niederberger-Ulrich.

Dunkle Wolken am Landwirtschaftshimmel

Zu den Themen, die die Bauern in Nidwalden weiterhin beschäftigen werden, nannte Hansueli Keiser, Präsident des Bauernverbandes Nidwalden, die sogenannte AP 22+. Der Bundesrat verfolge eine Marktöffnungsstrategie mit einem Preiszerfall von voraussichtlich 20 bis 50 Prozent beim Fleisch. «Die Nutztierhaltung ist in unserem Gebirgskanton einer der wichtigsten Betriebszweige», sagte Keiser.

Den Bauern stünden bei Verschlechterung von Milch- und Fleischpreisen kaum Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung. Regierungsrat Ueli Amstad postulierte: «Wir sind auf die wertvollen Produkte Butter, Käse und Alpkäse angewiesen. Das ist wertvoll, und das bleibt.»

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ nidwaldnerzeitung.ch

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