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NIDWALDEN: Nidwaldner Emil Wallimann ist der höchste Jodel-Ausbildner der Schweiz

Jodeln sei die Urkommunikation der Menschheit und gerade als Ausgleich zum hektischen Alltag wertvoll und in, sagt Emil Wallimann, der neu gesamtschweizerisch den Nachwuchs prägen wird.
Kurt Liembd
Emil Wallimann aus Ennetbürgen wird zum Präsident des Eidgenössischen Jodlerverbandes gewählt. Auf dem Bild zu sehen ist er bei sich zu Hause in Ennetbürgen. Das Bild entstand am Donnerstag, 8. März 2018. Bild: (Pius Amrein / LZ) Verkehr, Kreuzung, Auto, Velo, Fahrrad, Unfall, Sternmattstrasse (Bild: Pius Amrein (Ennetbürgen, 8. März 2018))

Emil Wallimann aus Ennetbürgen wird zum Präsident des Eidgenössischen Jodlerverbandes gewählt. Auf dem Bild zu sehen ist er bei sich zu Hause in Ennetbürgen. Das Bild entstand am Donnerstag, 8. März 2018. Bild: (Pius Amrein / LZ) Verkehr, Kreuzung, Auto, Velo, Fahrrad, Unfall, Sternmattstrasse (Bild: Pius Amrein (Ennetbürgen, 8. März 2018))

Interview: Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

An der Delegiertenversammlung des Eidgenössischen Jodlerverbandes in Freiburg ist der Nidwaldner Emil Wallimann (61) gestern neu in den Zentralvorstand gewählt worden. Dort amtet er nun gesamtschweizerisch als Fachkommissionspräsident der Abteilung Jodelgesang.

Emil Wallimann, darf man Sie nun als «höchsten Jodler» der Schweiz bezeichnen?

Wenn damit die grösste Verantwortung in der Aus- und Weiterbildung von Jodlern, Dirigenten und Jury-Mitgliedern gemeint ist, ja. Ich stehe im Bereich Jodeln sämtlichen Kommissionen des Jodlerverbandes vor, darunter der Nachwuchskommission und der Kursleiterkommission. Ich habe die musikalische Gesamtverantwortung.

Wie bewältigen Sie das riesige Pensum zeitlich nebst Ihrer Tätigkeit als Musikschul­leiter, Dirigent von zwei Jodelklubs und Komponist?

Das ist ein Problem. Ich habe mich aber so organisiert, dass ich alles unter einen Hut bringe. Ziel ist, dass dieses Amt ab Herbst rund einen halben Tag pro Woche beansprucht. In der Anfangsphase ist es wesentlich mehr. Positiv ist auch, dass der Verband seit Januar ein eigenes Kurssekretariat hat, das mich enorm entlasten wird. Ich habe zudem vor ein paar Jahren mein Pensum an der Musikschule Ennetbürgen auf 50 Prozent reduziert. Das gibt mir die nötige Zeit für die jodlerischen Aktivitäten und die Führung meines Musikverlages.

Vor einem Jahr haben Sie sich nach höchst erfolgreicher Tätigkeit von der Blasmusik verabschiedet und nun voll der Sparte Jodel verschrieben. Sind Sie somit vom Blasmusiker zum Jodler geworden?

Nein, ich bin wieder zum Jodler geworden, mit Betonung auf «wieder», denn in dieser Sparte bin ich musikalisch aufgewachsen. Jodeln ist mein Herzblut, da ich in einer Jodlerfamilie aufgewachsen bin. Jodeln als solches ist die Urkommunikation der Menschheit und gibt es in vielen Kulturen dieser Welt und auf allen Erdteilen. Für mich persönlich hat die Kombination von Melodie, Harmonie und Text etwas ganz Spezielles an sich, was mich im Innern tief berührt.

Was sind Ihre Hauptanliegen als oberster Ausbildner?

Mein grösstes Anliegen ist ein seriöses und breit gefächertes Weiterbildungsangebot für Jodler, Dirigenten, Kursleiter und Jurymitglieder. Zudem möchte ich auch den Klubs Hilfen bieten im Bereich Nachwuchsförderung und Vereinsleitung.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs in der Jodlerszene aus?

Hier besteht teilweise Handlungsbedarf, der regional aber sehr unterschiedlich ist. Am grössten ist das Nachwuchsproblem in den Kantonen Zürich, Aargau und Basel. Aber je besser die Vereinsführung und je grösser die Aktivitäten eines Vereins sind, desto kleiner ist deren Nachwuchsproblem.

Ist Jodeln im 21. Jahrhundert überhaupt noch gefragt?

Mehr denn je! Je hektischer und komplexer der Alltag ist, desto mehr schätzt man die Einfachheit von Jodelliedern und -texten. Viele Texte haben gar etwas «Philosophisches» in sich, das man auch in den stressigen Alltag mitnehmen kann. Und: Jodeln ist zeitlos und deshalb auch im 21. Jahrhundert in.

Vermehrt reiten einzelne Jodelchöre auf einer Welle in Richtung Schlager oder Pop. Was halten Sie davon?

Grundsätzlich finde ich neue und innovative Ideen immer gut und förderlich. Es gibt für mich jedoch eine Schmerzgrenze, die nicht überschritten werden darf. Der Erhalt des herkömmlichen und traditionellen Jodelgesanges ist eine unserer wichtigsten Aufgaben, handelt es sich doch um ein aussergewöhnliches Kulturgut. Wenn etwas Diskussionen auslöst, so hat dies immer einen positiven Wert. Solange über unseren Ur-Gesang diskutiert wird, lebt er und gibt es ihn noch.

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