Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NIDWALDEN: Nidwaldner Gemeinden zahlen Sperrgut selber

Der Kehrichtverwertungsverband finanziert die Sperrgutsammlung nicht mehr. Und verhindert damit einen Rechtsstreit.
Matthias Piazza
Sperrgutsammlungen werden rege benutzt, wie das Bild aus Stans zeigt. (Bild Oliver Mattmann)

Sperrgutsammlungen werden rege benutzt, wie das Bild aus Stans zeigt. (Bild Oliver Mattmann)

Matthias Piazza

In Nidwalden beginnt Ende Jahr abfalltechnisch eine neue Ära. Die zweimal jährlichen Strassensammlungen von Sperrgut werden nicht mehr vom Kehrichtverwertungsverband (KVV) Nidwalden finanziert. Das haben kürzlich die Delegierten an ihrer Versammlung beschlossen. Sie kamen damit einer Forderung der Regierung nach, die ein Machtwort sprach. Sie verlangte, dass dem Regierungsratsbeschluss vom Dezember 2015 Folge zu leisten sei, ansonsten sie zu weiteren aufsichtsrechtlichen Massnahmen greifen müsse. Die Regierung, welche die Aufsicht über die Gemeinden und damit auch über den KVV hat, stellte sich nämlich vor einem halben Jahr klar gegen den Entscheid der Delegiertenversammlung, die Sammlungen beizubehalten, weil die Finanzierung über die Verbandsgebühren rechtlich unzulässig sei, da diese nicht dem Verursacherprinzip gerecht werde, wie vom Kanton gefordert.

Dass überhaupt abgestimmt wurde, ist den Gemeinden Hergiswil und En­netbürgen zu «verdanken». Diese stellten ursprünglich den Antrag, das Regime beizubehalten, zogen diesen an der Versammlung dann zurück, als der Verband die Finanzierung durch die Gemeinden und Sperrgutmarken als Alternative vorschlug.

Keine Alternative zu Sperrgut

«Der Gegenvorschlag des Verbandes deckt unsere Hauptbedürfnisse absolut ab. Dann werden wir die Sperrgutsammlung eben selber finanzieren», ist für den Ennetbürger Gemeinderat Franz Mathis klar. «Diese Separatsammlung ist unverzichtbar, eine Alternative dazu sehen wir nicht», hält er fest. Die beliebte «Gerümpel»-Sammlung soll als Dienstleistung für die Ennetbürger Bevölkerung gratis bleiben. Nur schon aus ökologischen Gründen. Denn ausrangierte Möbel, kaputte Geräte und was sonst noch alles auf dem Sperrgut am Strassenrand landet, wird beim Entsorgungshof sortiert, recycliert und separat entsorgt.

Franz Mathis geht davon aus, dass die Systemänderung für die Gemeinde kostenmässig ein Nullsummenspiel wird, da sich die Abgabe der Gemeinden an den Verband um etwa den Betrag reduzieren würde, welcher der neuen Gebühr fürs Sperrgut entspreche. Dass in der Gratis-Sperrgutabfuhr Abfall reingeschmuggelt werde, seit Anfang 2014 die Sackgebühr in Nidwalden eingeführt wurde, habe er in Ennetbürgen bisher nicht beobachtet.

Hergiswil sieht doppelten Nutzen

Auch Hergiswil will an der unentgeltlichen Sperrgutabfuhr festhalten, wie Gemeindepräsident Remo Zberg auf Anfrage festhält. «Die zweimal jährliche Gratisabfuhr hat sich eingependelt und bewährt. Damit reduziert sich auch die Menge für den normalen Abfall.» Und wenn an Sperrgut-Terminen jemand gratis zu einem Möbel oder sonst einem Gegenstand käme, und so weniger recycelt werden müsse, schlage man damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, fügt Zberg an.

Welchen Weg die anderen neun Nidwaldner Gemeinden einschlagen, ob sie den Bürgern sozusagen die Sperrgut­sammlung finanzieren oder es bei den heutigen Sperrgutmarken bewenden lassen, bleibt abzuwarten. Gemäss KVV kostet ein Bogen mit fünf Marken 10 Franken. Pro Marke sind 5 Kilo Sperrgut zugelassen.

So läufts in anderen Kantonen

red. Im Juni 2015 nahm der Entsorgungszweckverband Obwalden in der neuen Wertstoffhauptsammelstelle in Sarnen die erste Sperrgut-Entsorgungsanlage mit Selbstbedienung in Betrieb. Das System funktioniert mit der gleichen Entsorgungskarte (Prepaidkarte), welche bereits bei der Kehrichtentsorgung an einem der Kehrichtpresscontainer eingesetzt wird. Im Herbst geht in Giswil eine weitere solche Anlage in Betrieb. Sachseln stellt ab 2017 die Sperrgutsammlung ein. Die Obwaldner können ihr Sperrgut an einer der Sperrgut-Entsorgungsanlagen oder bei einem Entsorgungsunternehmen entsorgen.

Im Real-Verbandsgebiet (Stadt und Region Luzern) wird keine separate Sperrgutsammlung durchgeführt. Sperrgut wird mit der wöchentlichen Kehrichtsammlung mitgegeben. Dafür braucht es Sperrgutmarken. Auch in der Region Schwyz und in Uri sind solche im Gebrauch. In den Zuger Gemeinden wird das Sperrgut über Ökihöfe entsorgt, wo das Kilo grundsätzlich 50 Rappen kostet.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.