NIDWALDEN: Nidwaldner kostet mehr als «Carlos»

Der Fall «Carlos» hat wegen den hohen Betreuungskosten für Schlagzeilen gesorgt. Es gibt aber noch teurere Fälle, die aber anders gelagert sind.

Geri Wyss
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Im Hochsicherheitstrakt der forensischen Klinik in Rheinau ist die Person untergebracht, die den Kanton Nidwalden am meisten kostet. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Im Hochsicherheitstrakt der forensischen Klinik in Rheinau ist die Person untergebracht, die den Kanton Nidwalden am meisten kostet. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Zwei Tötungsdelikte in der Westschweiz haben in der Schweiz eine hitzige Diskussion um den Umgang mit gefährlichen Gewalt- und Sexualstraftätern entfacht. Auch hohe Wellen geworfen hat der Fall Carlos. Der junge Straftäter war im Kanton Zürich aufwendig betreut worden, was monatliche Kosten von bis zu 29 000 Franken verursacht hatte. Diese Fälle haben den Nidwaldner Kantonsparlamentarier Toni Niederberger (SVP) zu einer Kleinen Anfrage bewogen. Er wollte von der Regierung unter anderem wissen, wie viel die zwei schwersten Fälle im Strafvollzug den Kanton kosten.

An der Landratssitzung lieferte Justiz- und Sicherheitsdirektor Alois Bissig nun die Antworten. Die zwei schwersten und kostspieligsten Fälle stammen aus dem Massnahmenvollzug. Diesen Fällen liegt ein Delikt zu Grunde, parallel oder alternativ zur Strafe wurden aber auch therapeutische Massnahmen angeordnet. Der schwerste Fall kostet den Kanton 49 000 Franken im Monat.

Toni Niederberger reagierte «schockiert» auf die Zahlen. «Ich habe hohe Kosten erwartet, doch 49 000 Franken im Monat sind unglaublich.» Der schwerste, fast doppelt so teure Nidwaldner Fall kann mit jenem von «Carlos» nicht direkt verglichen werden, entgegnet Alois Bissig.