NIDWALDEN: Nun auch Online-Anmeldung möglich

Der Kanton hat die Gewerbebetriebe aufgerufen, Verbesserungsvorschläge zum Bürokratieabbau einzureichen. Diese liessen sich nicht zweimal bitten.

Matthias Piazzamatthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch
Drucken
Teilen

Die Nidwaldner Gewerbebetriebe sind von einer zu grossen Regulierungsdichte mit entsprechenden Kosten übermässig betroffen. Dieser Meinung ist zumindest die Ennetbürger CVP-Landrätin Therese Rotzer. In ihrem Vorstoss vom Januar 2015 fragte sie den Regierungsrat unter anderem an, wo er bezüglich Bürokratie für klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) im Vergleich mit anderen Kantonen stehe.

Als Antwort auf den Vorstoss lancierte der Regierungsrat zusammen mit dem Nidwaldner Gewerbeverband eine breit angelegte Umfrage unter den Nidwaldner KMU. Die Volks-wirtschaftsdirektion und der Nidwaldner Gewerbeverband schrieben über 600 Nidwaldner Unternehmen an. 60 Unternehmen reichten eben so viele Verbesserungsvorschläge ein. Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger spricht von einer guten Resonanz. Zumal man dies nicht mit einer herkömmlichen Umfrage vergleichen dürfe. «Wenn sich jemand nicht an der Umfrage beteiligte, kann das auch ein Zeichen von Zufriedenheit sei. Auf der Strasse fragten mich einige Gewerbler, was diese Umfrage soll. Es laufe doch alles gut.»

Als Grundlage diente den angeschriebenen Unternehmen ein Fragebogen, auf dem sie mit kurzer Umschreibung Vorschriften, beziehungsweise Verfahren bemängelten und sie entweder als unnötig, unwirksam oder ineffizient klassifizierten konnten, inklusive allfälligem Verbesserungsvorschlag. Auch durften sie den Grad der Zufriedenheit angeben, auch im Vergleich zu anderen Kantonen.

Das Fazit: Über 90 Prozent der Unternehmen sind eher oder sehr zufrieden mit dem Kanton, beziehungsweise mit den Vorschriften und Verfahren der öffentlichen Verwaltung in Nidwalden, heisst es in der Auswertung. Mit diesem Wert schneide Nidwalden im Vergleich mit anderen Kantonen leicht besser ab.

Oft sind dem Kanton die Hände gebunden

Eingegangen war ein bunter Strauss von Forderungen quer durch die Direktionen und Ämter. Über die betreffende Antwort des Kantons waren aber wohl nicht alle Absender erfreut. «In vielen Fällen können wir ein Gesetz oder Verfahren nicht ändern, weil es der Bund so vorgegeben hat», erklärt Othmar Filliger.

Wie ein roter Faden zog sich der Wunsch nach mehr Effizienz durch die Rückmeldungen. «Immer wieder wird ja die Bürokratie in der Verwaltung kritisiert. Wir wollten mit der Umfrage der Sache auf den Grund gehen, statt der Pauschalkritik konkret in Erfahrung bringen, wo der Schuh drückt. Das ist uns mit der Umfrage gelungen», lautet sein Resümee.

Und bereits hätten sich schon konkrete Verbesserungen ableiten lassen, die teilweise auch schon umgesetzt worden seien:

So können die Betriebe auf vielfältigen Wunsch ihre Lehrlinge ab dem Schuljahr 2017/18 online an den Berufsschulen anmelden. In einem weiteren Schritt will man eine zentralschweizerische Lösung finden. Die Kontrolle der Händlerschilder durch das VSZ, welche aufgrund einer geänderten Vorschrift im vergangenen Jahr nun alle fünf Jahre stattfindet, soll beim nächsten Mal nicht mehr so umfangreich ausfallen. Für die nächste Kontrolle in fünf Jahren prüft der Kanton eine rein schriftliche Deklaration durch die Betriebe.

Bei der einmaligen Aktion soll es laut Othmar Filliger nicht bleiben. «Wir wollen einen Online-Briefkasten einrichten, damit Unternehmen jederzeit ihre Vorschläge einreichen können.»

Matthias Piazza