NIDWALDEN: Nur eine Variante für Stans West

Die Regierung soll die Planung der favori­sierten Umfahrung im Westen von Stans vorantreiben. Der Entscheid in der Kommission fiel allerdings knapp.

Matthias Piazza
Drucken
Teilen
Hier soll die Umfahrung hin: Die Landstrasse Alderried in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))

Hier soll die Umfahrung hin: Die Landstrasse Alderried in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))

Matthias Piazza

Die landrätliche Kommission für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt (BUL) hat sich mit 5 zu 3 Stimmen (bei 2 Enthaltungen) für einen niedrigeren Planungskredit für die Stanser Westumfahrung ausgesprochen: 560 000 statt 680 000 Franken. «Zuerst soll der Regierungsrat die Müller-Martini-Variante ausarbeiten. Kommt diese günstiger als 5 Millionen Franken, kann man sich den Variantenvergleich schenken, da das Projekt dann nicht an die Urne kommt», erklärt der Ennetbürger SVP-Landrat und BUL-Präsident Martin Zimmermann.

Kosten sparen dank Verzicht

Damit spare man beim Projektieren 120 000 Franken. «Wir verspielen uns so nichts. Zeichnet sich ab, dass die Umfahrung 5 Millionen oder mehr kostet, können wir immer noch den Variantenvergleich ins Spiel bringen.»

Die beiden anderen Varianten sind Netzergänzung und Galgenried. Die Variante Netzergänzung sähe eine Verbindung zwischen dem südlichen Länderpark-Kreisel (Kreisel Bitzi) und der Ennetmooserstrasse vor. Sie war schon mal im Spiel und wurde vom Landrat durch die Müller-Martini-Variante ersetzt. Dabei soll sich die 1,9 Kilometer lange Umfahrungslinie zwischen der Ennetmooser- und der Rotzlochstrasse am Trassee der Zentralbahn und an der Strasse zu Müller-Martini orientieren.

Bei der Variante Galgenried führt die Strecke von der Ennetmooserstrasse hinter Müller-Martini durch und mündet in die Rotzlochstrasse ein.

Baudirektor Hans Wicki begründete Ende Februar gegenüber unserer Zeitung das Vorgehen mit den hohen Kosten des Projektes. «Die Umfahrung dürfte wohl über 5 Millionen Franken kosten und wird darum an die Urne kommen.» Wolle man eine Volksabstimmung gewinnen, müsse man die Fakten auf den Tisch legen. Und dazu gehöre auch ein Variantenvergleich.

Mit dem Planungskredit kommt die Regierung einer Motion des Ennet­mooser SVP-Landrates Markus Walker nach, die das Parlament im vergan­genen Dezember überwiesen hat.

Finanzkommission für vollen Betrag

Die Finanzkommission (Fiko) spricht sich grossmehrheitlich für den vollen Betrag des Planungskredits von 680 000 Franken aus. «Es ist unsinnig, das Ganze in zwei Schritten durchzuführen, zumal das Projekt ziemlich sicher über 5 Millionen Franken kostet», erklärt Fiko-Präsident Viktor Baumgartner (CVP Beckenried). Man wolle die drei Vari­anten seriös prüfen, um den richtigen Variantenentscheid fällen zu können.

Der Landrat befindet voraussichtlich an seiner nächsten Sitzung vom 20. April über den Planungskredit, im zweiten Halbjahr 2017 über den eigentlichen Baukredit. Eine allfällige Volksabstimmung ist auf Sommer 2018 angesetzt.