NIDWALDEN: Ökumene: Der neue Pfarrer bleibt hart

Rückschlag für die Öffnung der Kirche: In Hergiswil sind ökumenische Gottesdienste definitiv nicht mehr möglich. Der neue Priester will das nicht.

Kurt Liembd
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Die reformierte Kirche in Hergiswil stünde auch Katholiken für ökumenische Feiern offen. Dem ist umgekehrt aber nicht so. (Bild: Archiv / Neue NZ)

Die reformierte Kirche in Hergiswil stünde auch Katholiken für ökumenische Feiern offen. Dem ist umgekehrt aber nicht so. (Bild: Archiv / Neue NZ)

Hergiswil galt bis vor kurzem als sehr fortschrittliche Gemeinde in Sachen Ökumene. Pro Jahr hielten Katholiken und Reformierte mindestens acht gemeinsame Anlässe ab. Doch mit dem Einzug des neuen katholischen Pfarrers, Pater Eugen Yurchenko aus der Ukraine, ist ein anderer Geist eingekehrt. Die Reformierten fühlten sich nicht mehr ernst genommen, sodass Anfang dieses Jahres die ökumenischen Gottesdienste eingestellt wurden. Dies zum Unmut der Reformierten, was hinter den Kirchenmauern zu einem kleinen Streit führte.

Da es in Hergiswil viele konfessionsgemischte Ehepaare und Familien gibt, war das Problem damit nicht gelöst. Deshalb trafen sich vor wenigen Tagen die Verantwortlichen zu einem runden Tisch, um die Zukunft der Ökumene zu besprechen. Das Ergebnis dieser Aussprache ist ernüchternd. So heisst es in einem Communiqué, das unserer Zeitung vorliegt und von beiden Kirchen unterzeichnet ist: «Das Ergebnis der Aussprache ist, dass das Gewissen von Pater Eugen Yurchenko und Pfarradministrator Martin Kopp die Fortführung der ökumenischen Gottesdienste in der bisherigen Form mit gemeinsamer Abendmahls- und Eucharistiefeier, von beiden Pfarrern gemeinsam ausgeteilt, nicht zulässt». Und noch deutlicher heisst es weiter: «Damit ist die seit über zwanzig Jahren in Hergiswil praktizierte Form der ökumenischen Gottesdienste in beiden Kirchen nicht mehr möglich».