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NIDWALDEN: Oft reicht schon ein Handgriff

Vergangenes Jahr rief die Spitex zwei Präventionsaktionen ins Leben: Beratungen für Dallenwiler und Stansstader Senioren sowie die Betreuung Angehöriger von Verstorbenen. Die Zwischenbilanz fällt positiv aus.
Marion Wannemacher
Pflegeexpertin Elsbeth Weissmüller von der Spitex Nidwalden bei einem Beratungsgespräch. (Bild: PD)

Pflegeexpertin Elsbeth Weissmüller von der Spitex Nidwalden bei einem Beratungsgespräch. (Bild: PD)

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ nidwaldnerzeitung.ch

Senioren wissen es selbst: Ein Sturz kann ausreichen, und schon ändert sich die ganze Lebenssituation. Aus dem noch rüstigen unabhängigen Menschen wird ein Pflegefall. Als Pflegeorganisation weiss man bei der Spitex Nidwalden um solche konkreten Auswirkungen und rief im vergangenen Jahr gleich zwei Präventions­aktionen für Senioren ins Leben: als Pilotprojekt eine Beratung für Senioren in Dallenwil und Stansstad sowie eine Nachbetreuung von Angehörigen Verstorbener im ganzen Kanton.

Für beide Projekte zieht Walter Wyrsch, Geschäftsführer der Spitex Nidwalden, eine positive Zwischenbilanz. «Die Beratung von Senioren in Dallenwil und Stansstad ist sehr gut angelaufen. Die Beratungen wurden vor allem von den Angehörigen sehr gelobt», berichtet er. Die Kosten trägt die jeweilige Gemeinde. Zwar habe man rein von der Anzahl der Besuche daheim erst vier Personen beraten können, doch bereits jetzt, nach der Halbzeit der zweijährigen Pilotphase, steht für Wyrsch fest: «Diese Beratung möchten wir auch in anderen Gemeinden anbieten.»

Beratung über Isolation und Sturzprävention

Zunächst habe man über Hausärzte versucht, in Kontakt mit den Senioren und deren Angehörigen zu kommen. Nun suche man andere Anlaufstellen. Wenn es um Sturzprävention und den körperlichen Zustand geht, nimmt die Spitex die Beratungsaufgabe wahr, geht es um Isolation, kümmert sich Pro Senectute darum. Beide Organisationen arbeiten nach einem Raster. Pro Senectute vermittelt Freizeitangebote aus dem eigenen Programm.

«Meistens sind es die Angehörigen, die sich melden und um Beratung bitten», erzählt Walter Wyrsch und schildert den Ablauf: «Unsere Pflegeexpertin Elsbeth Weissmüller prüft Risiken und Gefahren in der Wohnung, geht gemeinsam mit Angehörigen und Betroffenen unter anderem die gefahrenträchtigen Orte eines jeden Hauses oder einer jeden Wohnung ab: das Treppenhaus, den Keller, die Waschküche. Typische Stolperfallen sind Teppiche, schlecht ausgeleuchtete Ecken oder Türschwellen.» Ausserdem nehme die Pflegeexpertin die Seniorin oder den Senioren selbst in Augenschein. Ist die Person von Schwindel betroffen? In welchem Ernährungszustand ist sie? Beim zweiten Besuch wird die Analyse mit den Massnahmenvorschlägen besprochen.

Als Ergebnis werde beispielsweise ein Handlauf montiert, ein Teppich entfernt, die Beleuchtung verbessert, ein Handgriff im Bad montiert. «Oft sind es ganz einfache Massnahmen», weiss der Geschäftsführer. «Die Angehörigen sind froh um solche Verbesserungen, die sie vielfach auch schon vorgeschlagen haben, sich damit aber nicht durchsetzen konnten.»

«Beiträge zur Förderung der Gesundheit»

Um das Thema Vereinsamung geht es hauptsächlich bei der Nachbetreuung von Angehörigen Verstorbener. Sechs bis acht Wochen nach dem Todesfall meldet sich die Spitex-Mitarbeiterin, die den Verstorbenen betreut hat, beim Angehörigen und fragt nach dem Befinden. Bei Bedarf wird ein Besuch verabredet. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass der Angehörige die Pflegekraft bereits kennt. Von 23 Verstorbenen seit Projektbeginn habe man mittlerweile 12 Angehörige kontaktiert, berichtet der Geschäftsführer der Spitex. «Vier versicherten, ihnen gehe es gut, fünf sind besucht worden, und für die anderen drei sind Besuche geplant.» Bei allen anderen ist der Todesfall des Angehörigen erst kürzlich eingetreten. Sie werden später kontaktiert. In drei Fällen habe man Angebote von Pro Senectute vermitteln können, in einem Fall gar betreute Ferien, in einem weiteren Fall wurde der Hausarzt eingeschaltet. Unterstützt wird das Projekt von der Nidwaldner Sachversicherung.

«Die Projektidee war sicher gut, in Franken kann man den Erfolg natürlich nicht ausdrücken», sagt Walter Wyrsch. «Wir glauben einfach, dass beide Projekte echte Beiträge zur Prävention und Gesundheitsförderung in der Gesellschaft leisten. Für uns ist wichtig, dass wir die Zusammenarbeit mit Pro Senectute intensivieren können.»

Hinweis

Senioren in Dallenwil oder Stansstad oder deren Angehörige können sich mit dem Wunsch nach kostenloser Beratung an die Spitex Nidwalden oder die jeweilige Ortsgemeinde wenden.

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