Die Nidwaldner Muisiglanzgmeind ist auferstanden

Nach elf Jahren ist die Muisiglanzgmeind zurück. Das Konzept bleibt dasselbe – mit einer wesentlichen Ausnahme.

Matthias Piazza
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So ging es an der bisher letzten Muisiglanzgmeind 2009 zu und her. (Bild: Roger Zbinden, Grafenort, 24. Juli 2019)

So ging es an der bisher letzten Muisiglanzgmeind 2009 zu und her. (Bild: Roger Zbinden, Grafenort, 24. Juli 2019)

Es war wohl die Hiobsbotschaft schlechthin für alle Nidwaldner Open-Air-Fans. «Die Muisiglanzgmeind ist tot», schrieben die Organisatoren im Dezember 2009 auf ihrer Homepage. Seit 2003 begeisterte das alle zwei Jahre stattfindende dreitägige Open Air Ende Juli bis zu 6500 Besucher. Auf der Bühne standen Acts wie Bananafishbones, Kronzeugen, Persiana Jones, Coal, Liricas Analas oder Jolly and the Flytrap. Auch die Liebhaber anderer Musikstilrichtungen kamen auf ihre Rechnung.

Grund für das Aus des Festivals waren weder die Finanzen noch fehlendes Engagement im Organisationskomitee. Der Haken lag beim Standort auf dem Grundstück in Grafenort. Die Rede war von nicht zufriedenstellenden Verhandlungen mit dem Grundstückbesitzer.

Der Muisiglanzgmeind nachgetrauert

Elf Jahre, nachdem das damalige OK einen Schlussstrich unter das Kapitel gezogen hat, erwacht die Muisiglanzgmeind zu neuem Leben. «Das Nidwaldner Kult-Open-Air meldet sich zurück», heisst es euphorisch auf der Homepage, ergänzt mit einem Countdown, der die Tage, Stunden und Minuten bis zum 26. August 2020 zählt, dem Start der «neuen» Muisiglanzgmeind.

«Nach dem Ende des Buochser Open Airs Saitesprung 2013 und des Hergiswiler Lakeside-Festivals im vergangenen Sommer wurde der Kanton Nidwalden ein weisser Fleck auf der Open Air-Landkarte», sagt Flavio Odermatt, der vom Muisiglanzgmeind-OK für das Marketing zuständig ist. «Da viele Nidwaldner auch nach zehn Jahren noch der Muisiglanzgmeind nachtrauern, wollten wir das legendäre Open Air wieder zum Leben erwecken – inklusive 24-Stunden-Bar und mobiler Bühne auf dem Schilter-Traktor.»

Er selber habe an der Muisiglanzgmeind viele Freundschaften knüpfen und coole Erfahrungen sammeln können.

Vom Erfolg einer Neuauflage ist der mittlerweile 30-jährige Stanser überzeugt – trotz des grossen Angebots an nationalen Open Airs wie Frauenfeld, Gampel und Gurten. «Diese finden früher im Sommer statt und kommen uns darum nicht in die Quere. Zudem schätzen die Nidwaldner ein heimisches Open Air.» Der neue Standort vis-à-vis des EWN-Kraftwerkes in Wolfenschiessen mit der Nähe zum Bahnhof sei ideal für die bis zu 8000 Festival-Gäste, die verteilt auf die vier Tage erwartet würden.

Auch Familien kommen auf ihre Kosten

Vom künstlerischen Profil wolle man an die frühe Muisiglanzgmeind anknüpfen. «Nebst einheimischen sollen auch internationale Bands auftreten.» Der Mittwoch, der erste Festivaltag, ist neu musikalisch den Familien gewidmet. «So kommen frühere Muisiglanzgmeind-Fans, die nun Kinder haben, auch auf ihre Kosten», erklärt Flavio Odermatt.

Das zehnköpfige OK ist zusammengestellt. Nun braucht’s noch 300 Helfer, Musiker und nicht zuletzt Geld. Budgetiert sind 600'000 Franken. «Die Gespräche mit Künstlern und Sponsoren laufen. Die Muisiglanzgmeind findet auf jeden Fall statt», ist Flavio Odermatt überzeugt.

Muisiglanzgmeind: 26. bis 29. August 2020, Wolfenschiessen. Auf www.muisiglanzgmeind.ch folgen bald weitere Infos.