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NIDWALDEN: Othmar Filliger: «Ich fühle mich wohl in der CVP»

Othmar Filliger hat in seinem Beruf täglich mit interkantonaler Politik zu tun. Diese Erfahrungen will er in den Regierungsrat tragen.
Martin Uebelhart
Der Stanser Othmar Filliger mitten in «seinem» Ort – am Dorfplatz. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Stanser Othmar Filliger mitten in «seinem» Ort – am Dorfplatz. (Bild Corinne Glanzmann)

Mindestens für die wöchentliche Sitzung des Regierungsrates müsste sich Othmar Filliger für seinen Arbeitsweg nicht gross umgewöhnen. Der Sitzungssaal ist im untersten Stock des Regierungsgebäudes in Stans. Zwei Stockwerke weiter oben befindet sich sein heutiger Arbeitsplatz. Seit zwölf Jahren arbeitet er bei der Zentralschweizer Regierungskonferenz (ZRK), die dort eingemietet ist. Sein Beruf ist ein Grund, weshalb er für den Nidwaldner Regierungsrat kandidiert. «Meine tägliche Arbeit dreht sich um die Zusammenarbeit der sechs Zentralschweizer Kantone. Da bin ich mitten im politischen Geschehen.» Der zweite Grund ist sein Amt als CVP-Kantonalpräsident. «Dadurch bin ich nahe an der Nidwaldner Politik. So nahe wie es eben aufgrund meines Berufes möglich ist.»

Landratsmandat nicht vereinbar

Das CVP-Parteipräsidium bekleidet Filliger seit 2012. Es sei nicht der «klassische Weg» über Gemeinderat und Landrat, der ihn zur Regierungsratskandidatur geführt habe, sagt Othmar Filliger. Ein Landratsmandat wäre nicht mit seinem Beruf zu vereinbaren: «Als ZRK-Sekretär muss ich gegenüber allen sechs Kantonen neutral sein, alle gleich behandeln. Da läge es nicht drin, in Nidwalden aktiv im Parlament zu politisieren.» Parallel zum politischen Berufsalltag als Sekretär der ZRK habe er sich zudem in Kultur, Sport und Brauchtum engagiert und vielfältige Freiwilligenarbeit geleistet.

Nicht zuletzt möchte Othmar Filliger in der Regierung mitarbeiten, um die Herausforderungen für Nidwalden in der näheren Zukunft anzupacken. «Dazu gehört sicher die Verkehrsanbindung nach Luzern. Die Doppelspur für die Zentralbahn in Hergiswil muss kommen. Die wichtige Frage, auf welche Art wir das machen, wird uns beschäftigen.» Fragen werfe auch das Agglomerationsprogramm auf, das derzeit ebenfalls im politischen Prozess stecke. Unter anderem: «Wie stark soll der Kanton Nidwalden in Zukunft wachsen? Mir geht es darum, die schöne Landschaft in Nidwalden und die damit verbundene hohe Lebensqualität zu erhalten.»

Fundierte Analyse zu Beginn

Ein Problemfeld seien auch die Kantonsfinanzen, «wenn man bedenkt, dass wir ein strukturelles Defizit von jährlich 20 Millionen Franken haben. Für unsere Verhältnisse ist das ein hoher Betrag.» Allein die Frage, wie die Finanzen ins Lot zu bringen seien, werde die nächste Legislaturperiode prägen, ist Filliger überzeugt. «Dass sie ins Lot kommen, ist aus meiner Sicht ein absolutes Muss. Die nächste Generation soll genügend Handlungsspielraum haben.»

Gefragt nach Rezepten, mit denen diese wichtigen Themen angepackt werde sollen, meint Othmar Filliger, am Anfang stehe die fundierte Analyse. Zu einzelnen Themen würden nötige Informationen noch fehlen, sie steckten teilweise noch mitten im politischen Verfahren. «Dabei ist es mir wichtig, dass man miteinander Lösungen findet», betont Filliger. «Das kann man nur parteiübergreifend erreichen. Vielfach sind Kompromiss- und Konsenslösungen gefordert.» Er glaubt, zu solchen Prozessen einiges beisteuern zu können: «In meinem Beruf habe ich es mit sechs autonomen Kantonen zu tun. Wenn man auf dieser Ebene eine gemeinsame Lösung hervorbringen will, muss man miteinander ringen und sich am Ende zusammenraufen.»

Regierung als Team

Das tönt, als wollte Othmar Filliger als Regierungsrat integrierend in dem Gremium wirken. «Definitiv», kommt die Antwort sofort. Es sei wichtig, dass die Regierung als Team gut funktioniere.

Auch dank seiner Ausbildung könne er einiges in die Regierung einbringen, ist Filliger sicher. Der 49-jährige Stanser ist promovierter Ökonom und verfasste eine Doktorarbeit im Finanz- und Rechnungswesen. Er arbeitete auch bei einer Unternehmensberatung und einer Bank. Dank der ZRK bekomme er auch Einsicht in die politische Arbeit anderer Kantone. «Das Kantonsübergreifende ist mein Job», hält Othmar Filliger fest. Und über die Grenzen hinaus zusammenzuarbeiten werde insbesondere für kleinere Kantone wie Nidwalden in Zukunft noch wichtiger. «Löst man Aufgaben mit anderen Kantonen zusammen, kann man profitieren. Bei den Kosten, aber auch bei der Qualität.»

Einbringen möchte Filliger zudem seine Erfahrungen aus dem ehrenamtlichen Bereich. «Ich erachte diesen Bereich für den Zusammenhalt in der Gesellschaft als sehr wichtig.» Filliger selber ist und war in verschiedenen Vereinen aktiv. Er erinnert sich an die Verantwortung, die er als Juniorenfussballtrainer gehabt habe. Trainings organisieren, Reisen an Matches, dafür besorgt zu sein, dass alle wieder gesund heimkommen. Und dabei auch noch ein gewisses sportliches Ziel zu erreichen. Der dreifache Familienvater treibt auch heute noch gerne Sport: Biken, Skifahren, Fussball und Tennis stehen da im Vordergrund. In seiner Freizeit liest er gerne und klopft auch mal einen Jass.

Intakte Wahlchancen

Geprägt durch das Elternhaus ist Othmar Filliger der CVP beigetreten. Schon sein Vater sei in der Partei gewesen. Ihn überzeuge die CVP. Es sei eine bürgerliche Partei, welche die Eigenverantwortung hoch gewichte, aber auch die Solidarität als wichtigen Wert kenne. «Ich fühle mich wohl in der CVP.»

Seine Wahlchancen erachtet er als intakt. «Ich gehe davon aus, dass die fünf bisherigen Regierungsmitglieder wiedergewählt werden», sagt Filliger. Für die restlichen zwei Sitze gebe es fünf Kandidaten. «Das ergibt eine rein mathematische Wahlchance von 40 Prozent», rechnet er aus. Zudem sei er als Einheimischer in Nidwalden verwurzelt und durch seine vielfältigen Engagements gut vernetzt. So bekomme er viele positive Rückmeldungen auf seine Kandidatur.

Welche Aufgaben innerhalb der Regierung reizen Othmar Filliger? «Von meiner Ausbildung her lägen mir natürlich die Volkswirtschaftsdirektion und die Finanzdirektion, die jetzt frei werden, am nächsten. Grundsätzlich bin ich offen und bereit für jede Direktion.»

Das sagen andere Parteipräsidenten

Norbert Furrer, Präsident Grüne Nidwalden:
«Ich habe Othmar als offenen und seriösen Kollegen erlebt, der zuhören kann und an der Meinung seines Gegenübers interessiert ist. Für mich dürfte er sich ruhig noch etwas pointierter äussern. In der Abstimmung über das Wahlverfahren in Nidwalden erstaunte mich seine aktive Unterstützung des Majorz.»

Cristoph Keller, Präsident SVP Nidwalden:
«Ich kenne Othmar Filliger erst seit wir zusammen ‹Kantonalpräsidentengschpänli› sind, also seit 2012. Zusammen haben wir in dieser kurzen Zeit jedoch schon einige gute Gespräche unter vier Augen über die Freuden und Leiden unseres Amtes geführt. Mit seinem ambitionierten Vorhaben, in den Regierungsrat zu wechseln, hat er mich aber trotzdem überrascht.»

Ruedi Waser, Präsident FDP Nidwalden:
«Othmar Filliger habe ich als eine äusserst korrekte, zurückhaltende Persönlichkeit kennen gelernt. Er ist seit anderthalb Jahren Präsident der CVP. Es ist ein mutiger Entscheid, sich für ein Regierungsamt zu bewerben, ohne je ein politisches Amt ausgeübt zu haben.»

Der Kandidat persönlich

Werdegang
Ökonom, Dr. rer. pol., Sekretär der Zentralschweizer Regierungskonferenz (ZRK).

Familie
Verheiratet mit Yvonne, drei Kinder im Alter von 19, 17, und 15 Jahren.

Internet
www.othmar-filliger.ch

Lieblingsort
«Die Musenalp. Sie gehört meinem Cousin Jost Barmettler. Ein wunderschöner Ort, den ich seit meiner Kindheit sehr gerne aufsuche.»

Lieblingsmenü
Koteletten mit Pommes Frites.

Aktuelle Lektüre
«Reise um die Erde in 80 Tagen» von Jules Verne.

Schönste Kindheitserinnerung
«Schön war immer, wenn wir mit der Familie zusammen etwas unternahmen. Ich erinnere mich gerne an Skiferien im Haus von Verwandten in Villa GR.»

Entweder – oder

Mozart oder Rolling Stones?
«Die Rolling Stones sind Jugenderinnerungen.»

Kino oder KKL?
«Das KKL ist ein wunderschönes Gebäude, ein Aushängeschild für die gesamte Zentralschweiz.»

Bratwurst oder Rindsfilet?
«Auf dem Fussballplatz eine Bratwurst, sonst eher Rindsfilet.»

Smartphone oder Papieragenda?
(schaut auf ein voluminöses Lederetui auf dem Tisch) «Ich bin mit der Papieragenda schneller als mit einem Smartphone.»

Herbst oder Frühling?
«Der Frühling. Ich mag Blumen.»

Städtereise oder Abenteuerferien?
«Abenteuerferien sind für mich eher spannender als Städtereisen.»

«Wetten dass ...? oder «Sternstunde Religion»?
«Sternstunde Religion regt mich mehr zum Nachdenken und Philosophieren an.»

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