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NIDWALDEN: Othmar Filliger: «Ich rechne mit starken Impulsen»

Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger hat hohe Erwartungen an das neue Bürgenstock-Resort. Davon profitierten auch umliegende Destinationen.
Interview Matthias Piazza
Nidwaldens Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger. (Bild: Martin Uebelhart)

Nidwaldens Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger. (Bild: Martin Uebelhart)

Interview Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Othmar Filliger, haben Sie schon im Bürgenstock-Resort übernachtet?

Übernachtet noch nicht, aber ich besuchte schon Anlässe mit Besichtigungen und Essen.

Was ist Ihr erster Eindruck?

Ich sehe, dass der Betrieb schrittweise heraufgefahren wird. Das Management ist sehr engagiert. Die Gäste, mit denen ich sprach, sind durchwegs begeistert. Das Bürgenstock-Resort passt hervorragend zur Tourismuslandschaft Zentralschweiz.

Wie schätzen Sie die Erfolgschancen des Resorts ein?

Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Betrieb sind gut. Das Resort mit der Nähe zu den Bergen, dem Vierwaldstättersee und zur Stadt Luzern ist ideal gelegen. Zweitens stimmt das Konzept mit Angeboten für den Kongresstourismus, vielfältiger Gastronomie auf hohem Niveau, dem Felsenweg, dem Hammetschwand-Lift mit dem Aussichtspunkt und den vielfältigen Angeboten im Bereich Gesundheit und Sport. Drittens knüpft das Resort an das 19. Jahrhundert an, als der Bürgenstock dank den Pionieren Franz Josef Bucher und Josef Durrer Tourismusgeschichte schrieb und Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer und Charlie Chaplin dort einkehrten. Mit 800 Mitarbeitenden und den erwarteten 150 000 Übernachtungs- und 100 000 Tagesgästen jährlich rechne ich als Volkswirtschaftsdirektor mit starken volkswirtschaftlichen Impulsen. Die Lieferanten im Kanton und in der Region werden von vielen Aufträgen profitieren können. Das Bürgenstock-Resort wird ein ganz neues Gästesegment in die Region holen, von dem auch die übrigen Tourismusdestinationen wie Titlis, Stanserhorn, Klewenalp und Maria-Rickenbach profitieren.

Das Resort wird als Berg für alle angepriesen. Ist das nur auf dem Papier so, oder haben Sie aufgrund des Angebots und der Preispolitik das Gefühl, dass dies der Realität entspricht?

Mit seinem breiten und vielfältigen Angebot bietet das Resort für alle etwas – auch für Tagesgäste und die breite Bevölkerung. Ich denke da auch an den Hammetschwand-Lift oder den Felsenweg.

Wie schätzen Sie die Gefahr einer Zweiklassengesellschaft ein? Stichwort medizinische Versorgung. Werden Bürgenstock-Besucher im Spital in Stans prioritär behandelt?

Nein, solche Befürchtungen sind unbegründet und mir auch noch nie zu Ohren gekommen. Das Kantonsspital Nidwalden ist für unsere Bevölkerung da, hat noch Kapazitäten und arbeitet mit dem Kantonsspital Luzern zusammen.

Für Diskussionen gesorgt haben die Preise für eine Bahnfahrt von Kehrsiten auf den Berg. Das Resort stuft die Preise je nach Konsumation vor Ort ab (wer mehr konsumiert, bezahlt weniger für die Bahn). Können Sie nachvollziehen, dass so ein Modell gewählt worden ist?

Die Preisbildung ist ein unternehmerischer Entscheid, der vom Angebot und der Nachfrage bestimmt wird. Da mischen wir uns als Nidwaldner Regierung nicht ein.

Wie sieht der Regierungsrat seine bisherige Rolle, wie seine künftige im Zusammenhang mit dem Bürgenstock-Resort?

In der Planungs- und Bauphase waren die Berührungspunkte zwischen dem Resort und uns zahlreich. Ich denke da etwa an die Baubewilligungen, den Ausbau des Postauto-Angebots, die touristische Verbindung mit Schiff und Bürgenstockbahn, die Sanierung der Bürgenstockstrasse, die denkmalpflegerischen Angelegenheiten oder die Arbeitsbewilligungen. Künftig wird der Kanton Nidwalden vor allem bei der Vermittlung von Arbeitskräften, bei der Vergabe von Arbeitsbewilligungen und beim Inkasso der Tourismusabgabe aktiv sein.

Wie viele Beiträge hat der Kanton effektiv ans Resort gesprochen und für welche Bereiche?

Nidwalden hat 1,8 Millionen Franken gesprochen, 1,5 Millionen Franken betreffen den Denkmalschutz. Die Sanierung der Bürgenstockstrasse kostet 4,2 Millionen Franken. Eine halbe Million Franken kostet der Ausbau des öffentlichen Verkehrs auf den Bürgenstock mit Postauto. Der Anteil zwischen Bund und Kanton wird noch verhandelt. Ans Darlehen im Rahmen der Neuen Regionalpolitik für den Bau der Bürgenstockbahn und des Shuttleschiffes von total 4,7 Millionen Franken steuerte der Kanton Nidwalden 1,7 Millionen bei, der Kanton Luzern 0,6 Millionen Franken und der Bund den Rest.

Stichwort Ausverkauf der Heimat: Immer mehr Gastrobetriebe und Ausflugsziele gehen in ausländische Hände über, die Schweizer scheinen nicht mehr gewillt zu sein, zu investieren. Welche Vorteile, welche Gefahren birgt aus Ihrer Sicht diese Tendenz?

Die Investitionstätigkeiten sind sehr international geworden. Die Katara Hospitality Group investiert weltweit in rund 35 Hotels und Resorts. Im Gegenzug investieren Schweizer im Ausland. Die Schweiz investiert im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl so viel wie kein anderes Land im Ausland.

Hat der Nidwaldner Regierungsrat nun die Reise nach Katar unter­nommen?

Nein, bisher nicht. Wir reisen nach Katar, wenn wir als Nidwaldner Regierung die Interessen unserer Bevölkerung vor Ort vertreten müssen. Bisher konnten wir uns von hier aus einbringen, etwa bei der Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr.

Wie ordnet der Regierungsrat das katarische Emirat, das zwar zahlungskräftig ist, aber dem immer wieder Verletzungen von Menschenrechten vorgeworfen wird, ein?

Wir verfolgen die politischen Entwicklungen in Katar, beurteilen und kommentieren sie aber nicht.

Derzeit herrscht in der Golf-Region Verunsicherung wegen der sogenannten Katar-Krise. Etliche Unternehmen fürchten, dass der reiche Staat Katar nicht mehr wie geplant investiert. Hat die «Krise» auch Auswirkungen aufs Bürgenstock-Projekt?

Ich habe keine Anzeichen, die in diese Richtung hindeuten.

Hinweis

Othmar Filliger (CVP) ist seit 2014 ­Nidwaldner Volkswirtschaftsdirektor.



Robert Herr, Direktor der Bürgenstock-Anlage, Drei-Sterne-Koch Marc Haeberlin, Culinary Director Mike Wehrle und Bruno Schöpfer, Chef der Betriebergesellschaft Bürgenstock Selection, in der Lobby des neuen Bürgenstock-Hotels. (Bild: Eveline Beerkircher)
Bar in der Lobbyhalle im Bürgenstock (Bild: Eveline Beerkircher)
Die Réception mit der Lobby-Halle im Hintergrund im neuen Bürgenstock-Hotel (Bild: Eveline Beerkircher)
Blick aus der Lobby-Halle Richtung Vierwaldstättersee. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Der grosse Vorplatz mit dem Bürgenstock-Hotel und dem Swatch-Shop. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Sicht aus dem Bürgenstock-Hotel auf das Palace-Hotel. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Marcel Iten, Manager der Sky Boutique auf Bürgenstock, zeigt, was hier verkauft wird. (Bild: Eveline Beerkircher)
Tennislehrer Oliver Bärtsch (links) und Manuel Lussi in der Tennishalle auf dem Bürgenstock. Insgesamt gibt es drei Hallen, zwei mit Dach und eine offen. (Bild: Eveline Beerkircher)
Zweistöckiges Kino mit 69 Plätzen. Und: Das wohl einzige Kino in der Schweiz mit Fenster. (Bild: Eveline Beerkircher)
Zwei Mitarbeiter auf dem Weg in die Küche. (Bild: Eveline Beerkircher)
Zeitzeugen erinnern im Bürgenstock-Hotel an vergangene Tage. (Bild: Eveline Beerkircher)
Blick in eine Lounge im Bürgenstock-Hotel. (Bild: Eveline Beerkircher)
Smoker Lounge im Bürgenstock-Hotel (Bild: Eveline Beerkircher)
Das Restaurant Spices (Bild: Eveline Beerkircher)
Réception des Bürgenstock-Hotels. (Bild: Eveline Beerkircher)
Lobbybereich im Bürgenstock-Hotel (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Treppe im Bürgenstock-Hotel (Bild: Eveline Beerkircher)
Walter Odermatt, stellvertretender Betriebsleiter der Bürgenstock-Bahn grüsst einen Gast. (Bild: Eveline Beerkircher)
Blick auf das Bürgenstock-Hotel mit grandioser Aussicht (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Zwei Arbeiter sind mit letzten Reinigungsarbeiten beschäftigt. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Bürgenstock-Hotel mit Swatch-Shop. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Blick in den Swatch-Shop mit 150-200 Uhren. (Bild: Eveline Beerkircher)
Auch eine Ausstellung gibt es im Swatch-Store. (Bild: Eveline Beerkircher)
Mechanische Uhr im Swatch-Shop (Bild: PD)
Ausblick aus dem Restaurant Spices auf die Terrasse des Bürgenstock-Hotels, im Hintergrund das Hotel Palace. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Eine Lounge neben der Tennishalle (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Restaurant Spices mit Blick in Richtung Palace-Hotel. (Bild: Eveline Beerkircher)
Lounge des Bürgenstock-Hotels. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Blick in den Réception-Bereich. Das Hotel bietet für die Gäste einen Shuttle-Service mit dem Bentley an. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Die Architektur des neuen Bürgenstock-Hotels. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Robert Herr, Direktor der Bürgenstock-Anlage, Drei-Sterne-Koch Marc Haeberlin und Bruno Schöpfer, Chef der Betreibergesellschaft Bürgenstock Selection. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Ein Koch richtet ein Dessert an. (Bild: Eveline Beerkircher)
Küchenbuffet für die geladenen Gäste. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Eine Wohnung im «Grand Residence Suites» (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Ein Zimmer im Bürgenstock-Hotel (Bild: Eveline Beerkircher)
Ein Zimmer im Bürgenstock-Hotel (Bild: Eveline Beerkircher)
Ein Pianist spielt vor dem Ballsaal. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Eine Passarelle verbindet das Bürgenstock-Hotel mit dem Alpine Spa, das im Spätherbst eröffnet wird. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Anrichten für die Gäste: Mike Wehrle, Culinary Director, 3-Sterne-Koch Marc Haeberlin und Bertrand Charles, Chef de Cuisine des Ritz Coffier (von links). (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Das Restaurant Spices. Im Hintergrund die Horwer Halbinsel mit Kriens. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Wellness-Bereich in einer privaten Suite im Bürgenstock-Hotel (Bild: PD)
Aussenansicht der Tennisplätze. Die Gebäude sind vollklimatisiert und zu 100% aus Schweizer Holz gebaut. (Bild: PD)
Blick auf das Bürgenstock-Hotel mit der Bürgenstock-Bahn. (Bild: PD)
Lobby des Hotel Palace (Bild: PD)
Sharq Oriental Restaurant (Bild: PD)
Hotel Palace mit Terrasse. (Bild: PD)
46 Bilder

Bürgenstock eröffnet Fünf-Sterne-Hotel


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