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NIDWALDEN: Pläne für Asylunterkunft begraben

Der Kanton zieht sein Baugesuch für eine modulare Asylunterkunft in Buochs zurück. Statt Asylsuchenden erhält er anerkannte Flüchtlinge und braucht daher Wohnungen. Was mit dem Land an der Kreuzstrasse passiert, ist noch unklar.
Franziska Herger
Unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) sitzen in einer Schulklasse in Luzern - ein Pilotprojekt soll ihnen angepasste Tagesstrukturen bieten. (Symbolbild) (Bild: URS FLUEELER (KEYSTONE))

Unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) sitzen in einer Schulklasse in Luzern - ein Pilotprojekt soll ihnen angepasste Tagesstrukturen bieten. (Symbolbild) (Bild: URS FLUEELER (KEYSTONE))

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

Buochs erhält nun doch keine Asylunterkunft. Der Kanton zieht sein Baugesuch für eine modulare Anlage an der Kreuzstrasse, die 84 Menschen Platz bieten sollte, zurück, wie er am Dienstag mitteilte. Der Grund: Nidwalden werden immer weniger Asylsuchende zugewiesen. Kamen 2015 noch 187 Asylbewerber neu in den Kanton, waren es 2017 noch 58. «Für sie haben wir genug Platz in den bestehenden Unterkünften, etwa im Rozloch in Stansstad, an der Ennetmooserstrasse in Stans und im ‹Alpina› in Wolfenschiessen», sagt Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden.

Gleichzeitig sei die Zahl der total zu betreuenden Personen im Kanton gestiegen, da der Bund mehr Flüchtlinge anerkennt, die hier bleiben dürfen, heisst es in der Mitteilung weiter. Total lebten momentan 422 zu betreuende Personen in Nidwalden, davon 236 Asylsuchende und 186 anerkannte Flüchtlinge, hält die Sozialdirektorin weiter fest. Weil sich die Flüchtlinge rasch integrieren sollen, brauchen sie statt Gruppenunterkünften Wohnungen. Diese würden auch benötigt, schreibt der Kanton, da Asylverfahren künftig in den Bundeszentren abgeschlossen werden und die Kantone mehrheitlich statt Asylsuchenden anerkannte Flüchtlinge erhalten sollen. Die in Buochs geplante Unterkunft entspreche daher nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen.

45 Wohnungen und 18 Studios bereits gemietet

34000 Franken Planungskosten habe das Projekt verbraucht, sagt der Nidwaldner Finanzverwalter Marco Hofmann auf Anfrage. «Es stimmt, dass dieses Geld nun eigentlich verloren ist. Gleichzeitig sparen wir aber auch, indem wir nicht bauen.» Die Asylunterkunft hätte 2,2 Millionen Franken kosten sollen. Stattdessen ist nun Wohnraum gefragt. 45 Wohnungen und 18 Studios habe man im Kanton bereits gemietet, sagt Roger Dallago, Vorsteher des Amts für Asyl und Flüchtlinge, auf Anfrage unserer Zeitung. «Welcher zusätzliche Bedarf künftig besteht, ist noch nicht bekannt.» Die Kosten für die Wohnungen trägt der Bund im Rahmen der Pauschale, die er dem Kanton für jeden Asylsuchenden oder anerkannten Flüchtling bezahlt. Die Wohnungssuche sei nicht schwer, sagt Roger Dallago. «Wir erhalten viele Anfragen von Vermietern.»

Zimmermann freut sich und schielt auf weiteres Land

Ganz in der Schublade verschwinden lassen will man die Pläne für die modulare Asylunterkunft nicht. «Sollten die Asylzahlen noch einmal ähnlich rasch wie 2015 ansteigen, könnte der Regierungsrat das Gesuch neu einreichen», sagt Yvonne von Deschwanden. Bis dahin werde die für die Unterkunft vorgesehene Fläche bis auf weiteres wie bisher an die Zimmermann Transport AG vermietet, schreibt die Regierung. Reto Zimmermann, Geschäftsleiter und Inhaber der Zimmermann Transport AG, der gegen das Baugesuch Einsprache erhoben hatte, ist erleichtert. «Dass wir den Platz jetzt weiter als Lager nutzen können, ist eine tolle Nachricht.» Es sei ihm bei der Einsprache nie um das Asylzentrum an sich gegangen, betont Zimmermann. «Aber wir haben grosse Platzprobleme und sind in einer Notsituation.» Das Baugesuch der Zimmermann Transport AG zum Bau einer Aufbereitungsanlage für mineralische Stoffe im Galgenried (Stans) ist weiterhin hängig, nachdem die Gemeindeversammlung im November eine Planungsinitiative annahm, die das Projekt verhindern könnte (wir berichteten).

Daher schielt Reto Zimmermann auf weiteres Land an der Kreuzstrasse. Bereits heute bereitet die Zimmermann Recycling AG auf dem Nachbargrundstück des Werkhofs, auf dem die Asylunterkunft entstehen sollte, mineralische Stoffe auf. «Wenn wir zu unseren rund 600 Quadratmetern Lagerfläche auf dem Werkhof knapp 3000 Quadratmeter dazukaufen könnten, wäre das Galgenried-Projekt auch in Buochs realisierbar», so der Geschäftsführer. «Damit wären unsere Probleme gelöst.» Man habe dies so beim Kanton deponiert, sagt Zimmermann.

Über die Zukunft des insgesamt 33 000 Quadratmeter grossen Areals Kreuzstrasse werde noch entschieden, sagt Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser. Auf dem Gelände stehen heute zahlreiche Verwaltungsgebäude wie das Gefängnis oder das Strasseninspektorat. «Noch dieses Jahr soll dem Landrat ein Kreditantrag vorgelegt werden, mit dem die künftigen Nutzungen und Optimierungen des Areals ausgelotet werden sollen», sagt Kayser. «Bis dahin können wir nicht über Ideen für die zukünftige Nutzung des Standorts informieren.»

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