NIDWALDEN: Polizei findet nur junge neue Mitarbeiter

Die eingeleitete Aufstockung des Polizeikorps wirkt sich zwar arbeits­technisch noch nicht aus, trägt aber doch erste Früchte.

Philipp Unterschütz
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Polizeieinsatz beim Unfall vor einem Jahr in Wolfenschiessen: Lorenz Muhmenthaler steht den Medien Red und Antwort. (Bild Markus von Rotz)

Polizeieinsatz beim Unfall vor einem Jahr in Wolfenschiessen: Lorenz Muhmenthaler steht den Medien Red und Antwort. (Bild Markus von Rotz)

Philipp Unterschütz

Der Beschluss des Landrats vom November 2014, dem Polizeikorps sechs neue Stellen zu bewilligen, sorgte für Erleichterung bei den stark belasteten Polizisten. «Der Entscheid hat vor allem in psychologischer Hinsicht gutgetan. Unsere Leute sehen Licht am Ende des Tunnels. Ich habe etliche positive Rückmeldungen erhalten», sagt Kommandant Jürg Wobmann. Nur schon die Aussicht auf eine Verbesserung der angespannten Situation scheint erste Früchte zu tragen. «Wir haben dieses Jahr bis jetzt eine erstaunlich tiefe Fluktuation. Wobei man sich schon bewusst sein muss, dass es eine fragile Angelegenheit ist. Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht», warnt Wobmann vor verfrühter Euphorie.

Aspiranten aus der Region

Mittlerweile ist man bei der Rekrutierung von neuen Polizisten vorangekommen. Zwei Aspiranten besuchen seit diesem Jahr die Ausbildung an der interkantonalen Polizeischule. Drei waren zudem schon vor dem Landratsbeschluss seit letztem Jahr in Ausbildung, um Abgänge zu ersetzen. Mit diesen «Neuen» müssen aber auch zwei Abgänge durch Pensionierungen ersetzt werden. Zurzeit läuft eine weitere Inseraten-Kampagne, um weitere Aspiranten einzustellen.

Und es läuft gut. «Wir haben pro Stelle immer 10 bis 15 Bewerber zur Auswahl», freut sich Jürg Wobmann. Wichtig sei vor allem, dass die Aspiranten – wie es bei allen momentan in Ausbildung stehenden der Fall sei – aus der Region kommen oder mindestens einen Bezug dazu haben. «Erfahrungsgemäss ergeben sich dann dauerhaftere Arbeitsverhältnisse», weiss Jürg Wobmann.

«Markt ist ausgetrocknet»

Weil die neuen Aspiranten zuerst ihre laufenden Ausbildungen absolvieren müssen, dauert es auch noch bis Mitte 2016 respektive Frühling 2017, bis die jungen Polizisten in den Einsatz kommen. Ausgebildete, erfahrene Polizisten von anderen Korps abzuwerben und so zu einer schnelleren Entlastung zu kommen, sei sehr schwierig, sagt Jürg Wobmann. «Dieser Markt ist ausgetrocknet. Und nach wie vor müssen die Polizisten bei uns wesentlich mehr Pikettdienst leisten als in anderen Korps. Das macht uns nicht konkurrenzfähiger.» Es werde also noch einige Zeit dauern, bis auch die Öffentlichkeit eine vermehrte Polizeipräsenz registrieren kann und die Polizisten selbst die Entlastung wirklich spüren können.

Ziel sind zwei ständige Patrouillen

Zur jetzigen Situation sagt der Kommandant, dass es nach wie vor schwierig sei, die Dienstplanung zu erstellen. «Wir können auch nach dem Einsatz der frisch Ausgebildeten vor allem bei den Frontgruppen den Dienst nicht so abdecken, wie wir das möchten.» Am Tag habe man eine gute Abdeckung, bei den Nachtdiensten sei es wie bisher schwierig.

«Um das Ziel zu erreichen, dass rund um die Uhr permanent zwei Patrouillen unterwegs sind, brauchen wir weitere Polizisten.» Immerhin können Jürg Wobmann und sein Korps auch diesbezüglich positiv in die Zukunft schauen, hatte doch der Landrat bei der Bewilligung der sechs neuen Stellen auch bereits in Aussicht gestellt, dass man bei ausgewiesenem Bedarf eine weitere Aufstockung um vier Stellen prüfen werde.