Nidwalden
Pumptrack-Tournee geht in die dritte Saison

Seit zwei Jahren können Nidwaldner Schulen die Pumptrack-Anlage des Kantons für einige Wochen mieten. Davon machen immer mehr Gebrauch.

Matthias Piazza
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Der Pumptrack war vergangenen Herbst zu Gast in Oberdorf.

Der Pumptrack war vergangenen Herbst zu Gast in Oberdorf.

Bild: PD (13. Oktober 2020)

Bis nach Uruguay fuhren die Oberdorfer Schüler. Zumindest, was die kumulierte Distanz betrifft. Denn zwischen Mitte Oktober und Anfang Dezember drehten sie auf dem Pumptrack gut 167'000 Runden. Das ergibt eine Strecke von 10'580 Kilometern – die Luftlinie Schweiz–Uruguay in Südamerika. Oberdorf beendete damit als dritte Gemeinde die zweite Pumptrack-Saison.

Ende März 2019 wurde die Anlage auf dem Hergiswiler Matt-Schulareal zum ersten Mal aufgebaut. Zwei Monate lang konnten sich sportbegeisterte Jugendliche und Erwachsene auf der rund 60 Meter langen hügeligen und kurvenreichen Strecke mit dem Velo, dem Skateboard oder sonst einem nicht motorisierten zweirädrigen Gefährt austoben. Das wurde schon am ersten Tag genutzt: Ganze Kolonnen von Schülern unterschiedlichen Alters probierten die neuste Sensation auf dem Schulhausplatz aus. Ambitionierte fuhren mit den Velos, ohne zu treten, sie bewegten sich mit reinem Be- und Entlasten von Vorder- und Hinterrad, im Fachjargon auch «Pumpen» genannt, auf Englisch «pump», was diesen Anlagen den Namen gibt. Schon damals war die Anlage bis zum Sommer 2020 ausgebucht. Nach ihrem Einsatz in Hergiswil wurde sie im Juni 2019 hinter der Kollegi-Turnhalle in Stans aufgebaut, während der Sommerferien stand sie auf dem Campingplatz Buochs, später kam sie nach Beckenried.

In zehn von elf Nidwaldner Gemeinden zu Gast

Und schon am 1. März beginnt die dritte Saison. Dann kommen die Stanser zum Zug. Für gut zwei Monate steht dann die Anlage beim Stanser Primarschulhaus Tellenmatt. Bis Ende Jahr wird sie bis auf Ennetbürgen in sämtlichen elf Nidwaldner Gemeinden mindestens einmal Gast gewesen sein, seit das Angebot im Frühling 2019 ins Leben gerufen wurde.

Für rund 48'000 Franken hatte der Kanton Nidwalden den rund 60 Meter langen Rundkurs gekauft, finanziert aus dem Swisslos-Sportfonds. Sie kann von den Schulen für 800 Franken für vier bis acht Wochen gemietet werden. Das Angebot kam nicht nur in Hergiswil und Oberdorf an, wie Yves Pillonel von der Abteilung Sport Nidwalden auf Anfrage sagte. «Der Pumptrack erfreut sich überall steigender Beliebtheit. Im vergangenen Jahr wurden im Schnitt an einem Standort fast viermal so viele Runden gedreht wie im ersten Jahr.» Viele Schulen integrierten die Anlage auch in ihren Sportunterricht.

«Pumptrack ist sehr einfach; alle können mit dem Velo, Trottinett oder sonst einem geeigneten Gefährt ihre Runden drehen und zusammen Spass haben», erklärt er sich die hohe Beliebtheit dieses Angebots.

Hergiswil leistet sich eine eigene Pumptrack-Anlage

Die Hergiswiler können bald das ganz Jahr über die Wellen und Kurven sausen. Wegen der grossen Beliebtheit beschlossen die Hergiswiler an der Gemeindeversammlung vergangenen November, für 350'000 Franken eine eigene Anlage zu bauen. Bis Juni entsteht auf der Wiese neben dem Spielplatz Matt auf einer gut 1800 Quadratmeter grossen Fläche eine kleine «Anfängerschlaufe» von 40 Metern und ein 200 Meter langer Track. Das nicht kommerzielle Sportangebot kann alsdann bei Tageslicht benutzt werden.