NIDWALDEN: Referendum gegen den «Flickenteppich»

Soll die Wahl der Schuleingangsstufe den Gemeinden überlassen werden? Dies entscheidet das Volk an der Urne.

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Landratssekretär Armin Eberli nimmt die Unterschriften von Leonie Walker, Markus Walker und Armin Odermatt von der SVP entgegen (von links). (Bild: Corinne Glanzmann)

Landratssekretär Armin Eberli nimmt die Unterschriften von Leonie Walker, Markus Walker und Armin Odermatt von der SVP entgegen (von links). (Bild: Corinne Glanzmann)

«Wir waren selber überrascht, wie schnell wir die über 600 Unterschriften zusammenbrachten, zumal wir erst vor drei Wochen richtig mit dem Sammeln starteten», so der Kommentar von Markus Walker, Ennetmooser Landrat und Vizepräsident der SVP Nidwalden, gestern Nachmittag beim Überreichen der Unterschriften an den Kanton. Das Referendum gegen den Entscheid des Landrates, die Wahl der Schuleingangsstufe den Gemeinden zu überlassen, ist damit problemlos zu Stande gekommen nötig wären «nur» 250 Unterschriften gewesen. «Das Thema beschäftigt und interessiert die Leute», so Walker. Dies habe man gespürt, als man auf der Strasse, in der Partei sowie bei Familien und Freunden die Unterschriften eingeholt habe.

Eines statt drei Modelle

Nun können also die Bürger an der Urne bestimmen, ob die Gemeinden das Schuleingangsmodell künftig selber wählen dürfen, wie es der Landrat im vergangenen November beschlossen hat. Neben dem bisherigen Modell mit zwei Jahren Kindergarten stünden dann auch die Grundstufe (zwei Jahre Kindergarten und ein Jahr Primarschule) und die Basisstufe (zwei Jahre Kindergarten und zwei Jahre Primarschule) zur Option. Oder ob man, wie von der SVP Nidwalden gefordert, am Kindergartenmodell festhalten soll.

«Wir wehren uns gegen drei verschiedene Modelle in so einem kleinen Kanton. Das führt zu einem teuren Flickenteppich», begründete Markus Walker den Widerstand. Immerhin spreche man von 15 Prozent Mehrkosten. Zudem hätten sich über 62 Prozent der Nidwaldner 2009 gegen Harmos ausgesprochen und sich damit klar zum heutigen Kindergarten bekannt.

Die Nidwaldner stimmen voraussichtlich noch in diesem Jahr über das Referendum ab.

Matthias Piazza