Umweltprojekte kosten den Kanton Nidwalden in den nächsten fünf Jahren 14 Millionen

Schutzwälder, Trockenmauern und Haarschnecken: Dies sind die umweltpolitischen Schwerpunkte, auf die sich Nidwalden und der Bund für die nächsten Jahre geeinigt haben. Der Regierungsrat beantragt dazu dem Landrat einen Rahmenkredit von 13,8 Millionen Franken.

Franziska Herger
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Die Nidwaldner Haarschnecke lebt im Gebiet Walenstöcke-Brisen, das laut Programmvereinbarung mit dem Bund einen Managementplan erhält.

Die Nidwaldner Haarschnecke lebt im Gebiet Walenstöcke-Brisen, das laut Programmvereinbarung mit dem Bund einen Managementplan erhält.

Archivbild: Markus Baggenstos

Der Regierungsrat hat die Zusammenarbeit mit dem Bund und die Finanzierung in den Bereichen Umwelt und Neue Regionalpolitik festgelegt und entsprechenden Programmvereinbarungen zugestimmt, wie er mitteilt. Damit der Kantonsanteil zu den Vereinbarungen im Umweltbereich abgedeckt werden kann, beantragt die Regierung dem Landrat einen Rahmenkredit von 13,8 Millionen Franken. Dem gegenüber stehen Bundesbeiträge von 13,4 Millionen, deren Auslösung von der Genehmigung des kantonalen Rahmenkredits abhängt.

Zwischen 2020 und 2024 sollen im Umweltbereich unter anderem rund 700 Hektaren Schutzwald gepflegt werden. Dies mittels Holzschlag oder durch die Pflege des Jungwaldes, mit der standortgerechte Baumarten begünstigt werden. Da der Holzerlös nur einen kleinen Teil der Kosten deckt, sind Waldeigentümer auf Beiträge angewiesen.

Mehr Flexibilität bei Naturereignissen

Knapp 60 Prozent des Nidwaldner Waldes sind Schutzwälder und dienen somit der Abwehr von Naturgefahren. «Damit wird ein Wert von etwa 5 Milliarden Franken geschützt, unter anderem an Immobilien», sagt Umweltdirektor Joe Christen. «Daher ist der Schutzwald für uns äusserst wichtig.» Dass die bisherigen Programme «Schutzwald», «Waldbiodiversität» und «Waldbewirtschaftung» neu in einer einzigen Programmvereinbarung «Wald» zusammengefasst werden, begrüsse man, so Christen. «Das gibt uns mehr Flexibilität für den Mitteleinsatz, etwa bei einem Naturereignis.»

Weiter sind unter anderem Trockenmauersanierungen in den Gemeinden Buochs und Ennetbürgen vorgesehen. Im Bereich Naturschutz setzt sich der Regierungsrat Aufwertungen bestehender Biotope von nationaler, regionaler und kommunaler Bedeutung zum Ziel sowie Massnahmen für Amphibienlaichgebiete. Auch ein Managementplan für das sogenannte Smaragdgebiet Walenstöcke-Brisen, der Lebensraum der endemischen Haarschnecke, ist geplant.

Der beantragte Kredit führt im Vergleich zum Rahmenkredit 2016–2019 zu einer jährlichen Mehrbelastung der Erfolgsrechnung exklusive Abschreibungen von durchschnittlich 210000 Franken. Die Abweichungen ergeben sich vor allem in den Bereichen Natur- und Landschaftsschutz sowie Wasserbau. In der Investitionsrechnung ergeben sich gegenüber dem letzten Kredit durchschnittlich höhere Ausgaben von 410000 Franken, vor allem aufgrund von Abweichungen in den Bereichen Wald und Wasserbau.

200000 Franken mehr bei der Neuen Regionalpolitik

Weiter hat die Nidwaldner Regierung auch der Programmvereinbarung mit dem Bund im Bereich der Neuen Regionalpolitik (NRP) für die Periode 2020–2023 zugestimmt. Gegenüber der Vorperiode stehen 200000 Franken mehr zur Verfügung. Die Mittel werden je hälftig von Bund und Kanton zur Verfügung gestellt.

Insgesamt sind es 5,2 Millionen Franken, sofern der Landrat den Rahmenkredit von 2,6 Millionen Franken bewilligt. 1,2 Millionen davon bilden A-fonds-perdu-Beiträge, bei den restlichen 4 Millionen Franken handelt es sich um Darlehen. Inhaltlich lehne sich die neue Programmvereinbarung stark an ihre Vorgängerin an, schreibt der Regierungsrat. Die Bereiche Tourismus sowie Technologie und Innovation bleiben übergeordnete Schwerpunkte. So sollen unter anderem gemäss der kantonalen Seilbahnförderstrategie auch künftig Kleinseilbahnenunterstützt werden können.

Auch auf der Digitalisierung liegt ein Fokus. Und die Zusammenarbeit der Zentralschweizer NRP-Kantone habe sich bewährt und solle daher verstärkt werden, so die Regierung. Insbesondere wolle man weiter gemeinsam langfristige Visionen für die Tourismuslandschaft Zentralschweiz erarbeiten, sagt Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filligerauf Anfrage. «Auch wollen die fünf Kantone um den Vierwaldstättersee zur Förderung der Digitalisierung höhere Beiträge an die grösste Tourismusorganisation Luzern Tourismus leisten.»

Über die Rahmenkredite wird der Nidwaldner Landrat an einer der ersten Sitzungen 2020 entscheiden.