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NIDWALDEN: Regierung vertagt Zentralisierung der Verwaltung

Eine Machbarkeitsstudie zeigt auf, wo und zu welchem Preis die kantonale Verwaltung zentral untergebracht werden könnte. Die Regierung verfolgt das Projekt jedoch aus mehreren Gründen nicht weiter.
Martin Uebelhart
Verwaltung Symbolbild (Bild: Stefan Kaiser/ZZ)

Verwaltung Symbolbild (Bild: Stefan Kaiser/ZZ)

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Die Idee, die kantonale Verwaltung weitgehend an einem Ort zusammenzulegen, gibt es schon länger. Aufgrund eines Postulats aus dem Jahr 2014 legt die Regierung jetzt eine Machbarkeitsstudie vor. Dabei hat der Kanton berechnet, dass inklusive künftige Entwicklung für die heute 311 Arbeitsplätze und zur Erfüllung der Aufgaben des Kantons eine Geschossfläche von 14 000 Quadratmetern, eine Grundstückfläche von 9500 Quadratmetern sowie 200 Parkplätze benötigt würden. Der Berechnung liegen alle ortsungebundenen Arbeitsplätze zu Grunde. Die Polizei etwa, das Gefängnis, das Amt für Militär und Bevölkerungsschutz oder die Mittel- und Berufsschulen bleiben am heutigen Standort.

Unterstützt von externen Fachleuten hat das Hochbauamt 20 Standorte aufgrund eines Kriterienkatalogs bewertet. Die sechs besten Gebiete befinden sich alle im Hauptort Stans: Kreuzstrasse, Buochserstrasse 9 (Heilpädagogische Schule), Bahnhofareal, Tottikon, Untere Turmatt und Feld. Die letzten drei Gebiete sind heute unbebaut. Die Grundeigentümer seien von der Baudirektion informiert worden, schreibt die Regierung in einer Mitteilung. Ein Eigentümer habe erklärt, sein Grundstück nicht zur Verfügung zu stellen. Die Regierung favorisiert das Stanser Bahnhofareal. «Man könnte dort eine gröbere Sache machen», sagt Baudirektor Josef Niederberger auf Anfrage. «Beim Postgebäude, das der Nidwaldner Pensionskasse und der Post gehört, hat man sich auch schon Gedanken gemacht, ob man es aufstocken will.» Das stehe jedoch nicht im Vordergrund. Vielmehr böte sich an, auf dem Areal in Zusammenarbeit mit Gemeinde, Zentralbahn, Post und Privaten etwas zu entwickeln.

Auch das Areal an der Kreuzstrasse, für das ein Masterplan erarbeitet wird, sei immer wieder als geeigneter Standort ins Spiel gebracht worden. «Doch dieser Standort ist weit weg vom Bahnhof», hält er fest.

Investitionskosten von 92 Millionen Franken

Leisten könnte sich der Kanton das Gebäude gemäss ersten Berechnungen. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 92 Millionen Franken, davon sind 60 Millionen Baukosten. Durch den Verkauf nicht mehr benötigter Gebäude würden Einnahmen von rund 14,8 Millionen Franken zur Kompensation generiert. Die jährlichen Folgekosten werden auf 6,3 Millionen geschätzt, welche jedoch durch Optimierung von internen und externen Kosten um rund 2,2 Millionen reduziert werden könnten. Insgesamt würde sich eine jährliche Mehrbelastung von 4,1 Millionen Franken ergeben.

Unter Umständen würde das Grossbauprojekt Synergien generieren, schreibt die Regierung weiter. Ein neuer Standort mit vielen Amtsstellen könnte zudem auch ein Vorteil für die Kunden sein. Weitere positive Folgen ortet die Regierung in einer Effizienzsteigerung, einer flexiblen Raumnutzung und Einsparungen bei den Betriebskosten. Ob und in welchem Ausmass solche positiven Effekte tatsächlich eintreten würden, bleibe jedoch offen.

Mindestens vorläufig landet die Machbarkeitsstudie in der Schublade. Wegen der offenen Fragen und den Eventualitäten bei der Auslegung der Finanzzahlen will die Regierung das Projekt derzeit nicht weiterverfolgen. «Zu einem Zeithorizont haben wir uns nur grobe Gedanken gemacht, da zurzeit viele andere Grossprojekte die politische Agenda bestimmen», sagt Niederberger. Er geht davon aus, dass das Thema mit der Erledigung des Postulats nicht vom Tisch ist. Zur Abklärung der offenen Fragen müsste der Landrat jedoch die notwendigen Mittel bereitstellen.

Als vorsorgliche Massnahme will die Baudirektion mit den Eigentümern der favorisierten Standorte, welche nicht im Besitz des Kantons sind, verhandeln. So sollen die benötigten Landflächen langfristig gesichert werden.

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