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NIDWALDEN: Schiessanlage: Gemeinden schiessen zentrale Lösung ab

Schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis: Die Gemeindepräsidentenkonferenz spricht sich gegen eine schon lange geplante zentrale Schiessanlage aus. Die kantonale Schützengesellschaft will die Vision trotzdem weiterverfolgen.
Matthias Piazza
Ein Mann mit einem Sturmgewehr 90 der Schweizer Armee (Archiv) (Bild: Keystone)

Ein Mann mit einem Sturmgewehr 90 der Schweizer Armee (Archiv) (Bild: Keystone)

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Die kantonale Schützengesellschaft Nidwalden will eine zentrale Schiessanlage in Nidwalden realisieren. Damit befasst sie sich seit über zehn Jahren. Auf dem Weg zu diesem Ziel ist sie nun bei den Gemeinden vorstellig geworden. Der nächste Schritt wäre gewesen, dass sich sämtliche elf Gemeinden an einem Planungskredit und schliesslich an den Investitionen einer neuen Anlage in zweistelliger Millionenhöhe beteiligt hätten.

Davon wollen die Gemeinden aber nichts wissen, wie es in einer Medienmitteilung der Gemeindepräsidentenkonferenz (GPK) heisst. Vielmehr habe man sich für dezentrale Lösungen inklusive Sanierung ausgesprochen. «Eine zentrale Schiessanlage würde in keinem Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen. Die Sanierung der bestehenden Schiessstände ist bedeutend günstiger, als eine neue Anlage zu bauen», erklärt auf Nachfrage der GPK-Präsident und Hergiswiler Gemeindepräsident Remo Zberg. Die Lärmbelastung in den einzelnen Gemeinden relativiert er. «Bei der bestehenden dezentralen Lösung beschränken sich die Schiess­aktivitäten an den einzelnen Standorten auf relativ wenige Halbtage im Jahr.» Zudem hätten so die Schützen kürzere Wege.

Von den dreizehn bestehenden Anlagen im Kanton sind mittlerweile vier mit einem künstlichen Kugelfang versehen und saniert. Für drei Schiessstände wurden bereits Sanierungsprojekte ausgearbeitet. Bis 2020 müssen alle saniert werden, damit Bundesabgeltungen an die Sanierung gesichert werden können. 300-Meter-Schiessanlagen für die Bundesübungen und freiwilligen Übungen der Schiessvereine sind grundsätzlich Sache der Gemeinden, womit sie grösstenteils auch für die Finanzierung zuständig sind.

Im Widerspruch zu den Forderungen des Kantons

«Für uns ist die Idee einer zentralen Schiessanlage nicht gestorben», hält Max Ziegler, Präsident der kantonalen Schützengesellschaft Nidwalden, fest. «Wir werden unsere Pläne nicht über den Haufen werfen.» Vier Standorte (Ennetbürgen, Beckenried, Ennetmoos und Stans) stehen in der engeren Auswahl für einen zentralen Standort. Den Kopf werde man wegen der ablehnenden Haltung der Gemeinden nicht in den Sand stecken. Um eine zentrale Lösung komme man früher oder später nicht herum. «Denn der Entscheid für den Beibehalt der dezentralen Schiessplätze steht im Widerspruch zu den Forderungen des Kantons, der die Überschreitung der kantonalen Lärmgrenzwerte vielleicht nicht auf ewig toleriert», gibt Max Ziegler zu bedenken. Eine Finanzierung ohne Gemeinden könne er sich notfalls auch vorstellen. Nächste Woche wolle man das weitere Vorgehen besprechen.

Kanton kommt Schützenvereinen entgegen

«In Nidwalden erfüllt keine der Schiessanlagen die Lärmgrenzwerte», sagt Regierungsrat Ueli Amstad. Gemäss Militärgesetz sorgten die Gemeinden dafür, dass die Schiessanlagen, die fürs Obligatorische sowie für die entsprechende Tätigkeit der Schiessvereine benötigt würden, zur Verfügung stünden. Weiter könnten die Kantone befristete und eingeschränkte Erleichterungen erteilen. «Darum ist die Regierung bereit, eine solche Erleichterung weitere acht Jahre, allerdings mit Einschränkungen der Schiesshalbtage, zu erteilen», sagt Ueli Amstad weiter. «Bis dahin wäre es natürlich gut, wenn die Schützenvereine zusammen mit den Gemeinden eine Lösung fänden.»

Wer in der unterirdischen Anlage Brünig-Indoor in Lungern schiesst, muss sich nicht um Lärmschutzvorschriften oder Schiesszeiten kümmern. Das haben auch die Schützengesellschaften Lungern und Kägiswil erkannt, die regelmässig dort schiessen. «Unser Standort ist ideal, es gibt keinen Lärm, und man kann auch abends oder am Wochenende schiessen», sagt Betriebsleiter Urban Hüppi. Selbst Schützenvereine aus dem Aargau seien regelmässige Gäste. Für Max Ziegler ist Brünig-Indoor aber keine Alternative zu einem Nidwaldner Projekt.

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