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NIDWALDEN: Schülerin registriert über 100 Nidwaldner Brunnen für Maturaarbeit

Um den Wert sauberen Trinkwassers zu zeigen, scheute Jana von Holzen (17) in ihrer Maturaarbeit keinen Aufwand. Ihr elektronisches Verzeichnis umfasst 104 Brunnen.
Carina Odermatt
Jana von Holzen am Brunnen vor dem Kniri-Schulhaus. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 10. Januar 2018))

Jana von Holzen am Brunnen vor dem Kniri-Schulhaus. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 10. Januar 2018))

Carina Odermatt

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

«Wann sind Sie in Nidwalden das letzte Mal an einem Brunnen vorbeispaziert? Haben Sie ihn betrachtet und sein beruhigendes Plätschern wahrgenommen?», fragt Jana von Holzen zu Beginn der Präsentation ihrer Maturaarbeit. Zur Einführung zeigt sie ein Video von sich selber beim Brunnen des Kniri-Schulhauses in Stans. Die Maturandin nimmt einen Schluck des fliessenden Wassers. «Sauberes Trinkwasser ist unbezahlbar. Bei uns gilt es als selbstverständlich, dass es zu jeder Tages- und Nachtzeit zu unserer freien Verfügung steht. Wir müssen bloss den Wasserhahn öffnen», erzählt die Buochserin. In vielen Ländern ist das aber nicht der Fall. Mit ihrer Maturaarbeit wolle sie ihre Wertschätzung für sauberes Wasser ausdrücken und auf dessen Wichtigkeit hinweisen. Zudem seien Brunnen wichtige Zeitzeugen, denn sie stellten früher das Zentrum des Dorflebens dar. In ihrer Maturaarbeit hat Jana von Holzen deshalb auch die historische Bedeutung des Dorfbrunnens untersucht.

Vor dem 13. Jahrhundert hatten die Brunnen reinen Nutzungszweck. Am wichtigsten war das Sammeln und Speichern von Trinkwasser, doch auch gewaschen und gekocht wurde am Dorfbrunnen. «Im späten Mittelalter wurden Brunnen zunehmend zu Statussymbolen. Es galt: Je schöner und zahlreicher die Brunnen, desto reicher die Stadt», erzählt die Maturandin. Die Brunnen wurden nun vermehrt aus Stein gebaut und dazu verziert und bemalt.

Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts ermöglichten Reservoire und Druckleitungen eine direkte Versorgung der Haushalte. Bis zum Ersten Weltkrieg verfügten die meisten Haushalte über fliessendes Leitungswasser.

Die Informations­beschaffung war schwierig

Als Produkt ihrer Maturaarbeit hat Jana von Holzen einen elektronischen Brunnenführer erstellt. Dazu hat sie 104 öffentlich zugängliche Brunnen in Nidwalden besucht, fotografiert und ausgemessen. Für Informationen über die Brunnen hat sie sich an die Gemeinden gewendet und in der Kantonsbibliothek geforscht. Zudem haben ihr die Brunnenmeister der Gemeinden geholfen. Jana von Holzen erklärt: «Die Brunnenmeister sind heutzutage meist für die ganze Wasserversorgung einer Gemeinde zuständig.» Es sei dennoch nicht einfach gewesen, bei allen Brunnen Informationen über ihre Geschichte, ihre Künstler und ihre Quellen zu erhalten. Auch im Staatsarchiv fand die Maturandin keine konkreten Angaben über die Brunnen in Nidwalden.

Sie hat den Kanton besser kennen gelernt

«Ich habe den Aufwand für meine Maturaarbeit auf jeden Fall unterschätzt», erzählt Jana von Holzen, die nach der Matura einen medizinischen Beruf studieren will. Von der Firma Trigonet in Stans hat sie eine Karte mit den Koordinaten sämtlicher Brunnen in Nidwalden erhalten. Sie reiste daraufhin auch in abgelegenere Ecken des Kantons, etwa auf das Wirzweli, nach Kehrsiten oder Niederrickenbach. «Um mit dem Auto zu einem Brunnen in Kehrsiten zu gelangen, brauchte ich sogar eine Sondergenehmigung der Polizei», erinnert sich Jana von Holzen schmunzelnd. Manchmal entpuppte sich ein verzeichneter Brunnen auf der Karte auch einfach nur als Hydrant. «Rückblickend hat sich die Arbeit jedoch auf jeden Fall gelohnt. Ich habe den Kanton Nidwalden auf eine ganz andere Art kennen gelernt und mehr über seine Geschichte erfahren», freut sich die Kollegischülerin. Beim Ausmessen der Brunnen habe sie viele hilfsbereite Menschen getroffen.

«Heutzutage haben die Brunnen ihre Funktion als Treffpunkt im Dorf verloren. Es werden noch immer vereinzelt welche gebaut, meist in modernem, schlichtem Stil», bedauert Jana von Holzen. Trotzdem hätten die Brunnen für sie noch immer eine magische Anziehungskraft. «Ich finde ihr stetes Plätschern sehr beruhigend.»

Hinweis
Den Brunnenführer gibt es hier: www.nidwaldnerbrunnenfuehrer.com

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